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Negative SEO – Was tun bei einem Angriff?

SEO  |   |  , 09:42 Uhr  |  14 Kommentare

Um Euch ein schnelles Meinungsbild über aktuelle Entwicklungen im Bereich Suchmaschinenoptimierung geben zu können, möchten wir von SEO-united.de zukünftig regelmäßig Experten aus der Branche um ein kurzes Statement zu gerade heiß diskutierten Themen bitten. Die heutige Frage, welche wir ausgewählten Experten gestellt haben, lautet `Negative SEO – Was tun bei einem Angriff?´ Hier einige Statements dazu:

Jens Fauldrath, takevalue.de

Jens FauldrathZuerst einmal will ich klar sagen, dass solche Maßnahmen jenseits jeder akzep-tablen Linie sind. Ich kann jedem nur empfehlen, sich um sein Produkt und um seine Kunden zu kümmern anstatt der Konkurrenz vorsätzlich zu schaden. Wer Zeit mit Negative SEO verbringt verbessert weder seine Produkte, noch versteht er seine Kunden. Abgesehen davon, dass hier auch die Grenze zur Straftat überschritten wird.

Hinsichtlich der Gefahrenabwehr beginnt natürlich alles mit einem ordentlichen Monitoring um Angriffe zu erkennen. DDoS wird sich direkt auf die Erreichbarkeit der Website aus. Massig schlechte Links lassen sich schwerer erfassen, da diese zu Recht nicht so schnell in den Linkdatenbanken auftauchen.

Wenn einige wenige Seiten und hoffentlich nicht die Startseite betroffen sind, dann kann man überlegen diese Seiten zu löschen und die Links ins Leere laufen zu lassen. Ist aber keine dauerhafte Lösung. In Summe ist man immer in einer schlechten Position. Grundsätzlich sollte man als Unternehmen versuchen Kontakt zu Google aufzunehmen, beweise zu sichern und auf jeden Fall eine Strafanzeige gegen unbekannt zu stellen. Mir ist klar, dass die Aussicht auf Erfolg recht gering ist. Dennoch handelt es sich um eine Straftat, die entsprechend geahndet werden muss. Hier müssen gegebenenfalls die Strafverfolgungsbehörden nachbessern, was nur erfolgen kann, wenn es entsprechende Anzeigen gibt. Zum Glück haben unsere Kunden kaum Probleme mit solchen Angriffen. Dennoch versuchen wir immer ein entsprechendes Monitoring als Vorsorge zu etablieren.

Dominik Wojcik, trustagents.de

Dominik WojcikGoogle ist mittlerweile sehr gut geworden im Erkennen von Spamlinks. Dennoch darf man sich nicht drauf verlassen, dass Google alle miesen Links automatisch erkennt und entwertet.

Klar, man kann das Disavow Tool nutzen bei einer Negative SEO Attacke und praktisch jeden Tag die neu gefundene Bad-Links reporten. Was bringt es aber, wenn man jeden Tag 100 Links reportet der Spammer aber 300 neue Links setzt. Ich empfehle trotzdem die Links über das Disavow Tool zu reporten.

Weiterhin kann man, sofern die Linkziele auf Unterseiten gehen, die Seiten 404en und auf eine neue URL aufsetzen. Der Nachteil ist dann wiederum, daß die 404 Fehlermeldungen zunehmen und die guten Links ebenfalls ins Leere laufen. Das funktioniert aber nur für Unterseiten. Was am besten gegen Negative SEO hilft, sind immer noch Trustlinks. Wer genügend Trust aufgebaut hat, der muss sich nicht vor einem Negativ SEO Angriff fürchten.

Frank Doerr, spinpool.de

Frank Doerr`Negative SEO´ scheint ein zunehmendes Problem zu sein. Meiner Ansicht nach hat Google mit seinen Updates in 2012 die Möglichkeiten dafür massiv verstärkt. Wirklich klare und sichere Handlungsempfehlungen gibt es nicht, das Disavow-Teil ist zwar genau dafür geschaffen, aber aktuell noch schwer einschätzbar. Zumal man bei dauerndem Beschuss mit dem Entwerten – so es überhaupt funktionieren würde – kaum noch hinterher käme.

Aus meiner Sicht liegt der schwarze Peter bei Google. Anstelle von Abstrafungen für faule Links oder Ankertextspam müsste Google solcherart erkannte Links schlichtweg entwerten, also genau das tun, was Matt Cutts 2010 in Las Vegas angekündigt hat.

Nicolas Sacotte, activetraffic.de

Nicolas SarcotteGrundsätzlich lässt sich leider nicht viel tun bei einem negative SEO Angriff. Sicher muss man zunächst unterscheiden, um was für eine Art Angriff es sich handelt. Es gibt ja verschiedenste Formen, auf die ich hier aber bewusst nicht im Detail eingehen möchte. Die wohl am Häufigsten genutzte Angriffsvariante ist das massenhafte Verinken des Angriffsziels, am `Besten´ nur von sehr exotischen ausländischen Hosts mit harten Moneykeys als Anchortext. wenn die SEOtools den Angriff datentechnisch darstellen, sprich der Backlinkchecker die neuen Links anzeigt, ist es schon viel zu spät. Die Angriffswelle hat vermutlich schon vor Wochen stattgefunden. Bleiben 2 Möglichkeiten zu handeln:

1. (und nicht wirklich mit Erfolg bewiesen) Nutzung des Disavow-Tools und damit Meldung an das google webspam-Team. Hat den Nachteil, dass man eventuell `schlafende Hunde´ weckt und im Nachgang Links vom webspam-Team angekreidet werden, die nicht aus der Angriffswelle stammen.

2. sollten die Bad-Links tatsächlich Wirkung zeigen, was nicht immer der Fall ist, dann hilft eine konkrete Prüfung der Angriffs-URLs. Oft wird bei solchen negative SEO Aktionen explizit auf bereits gut rankende Unterseiten gefeuert. Eine Änderung der URLs kann Abhilfe schaffen, sodass die schlechten Links dann quasi ins Leere zeigen! alter Linkjuice, der auf den Unterseiten ankommt, ist damit aber auch futsch!

Einen allgemeingültigen Pauschaltipp für den Umgang mit negative SEO gibt es nicht. Es empfiehlt sich aber immer SEO Experten mit der Sache zu betrauen und vor allem aber Ruhe zu bewahren. Im Übrigen gilt wie so oft: 2 Meinungen sind besser als eine! In fragwürdigen Situationen also immer noch eine weitere Einschätzung der Situation avisieren. Eventuelle Falscheinschätzungen können dann schlimmere Folgen haben, als der Angriff selber!

Julian Dziki, seokratie.de

Julian DzikiFür Negative SEO ist ja offiziell das Google Disavow Links Tool vorhanden. Ich würde die betroffenen Links identifizieren und das Tool benutzen, anschließend dann einen Reconsideration Request ausfüllen. Hier muss man Google einfach vertrauen – ob sie aber tatsächlich alle negativen Effekte beseitigen können, wage ich zu bezweifeln.

Im zweiten Schritt geht es darum, den Verursacher zu identifizieren. Das geht über rechtliche Schritte oder aber über IP-Adressen, die zwar generell vom Ausland kommen, aber auch irgendwo eingekauft werden müssen: Follow the money. Vielleicht ist derjenige auch so blöd, das Ganze durch einen Dienstleister zu machen, der noch andere Links gleichzeitig einfügt. Diesen Links würde ich dann folgen und versuchen herauszufinden, um welchen Auftraggeber es sich dabei handelt.

Meine Erfahrung ist, dass `böse´ Links wie in dem bekannten Beispiel in der Regel gar nicht gewertet werden – weder positiv noch negativ. Trotzdem: So etwas ist illegal und daher wäre mein Hauptaugenmerk darauf, der Staatsanwaltschaft die Tragweite dieser negativen Maßnahmen zu erläutern und zu hoffen, dass sich fähige Leute bei den Behörden (mit mehr Möglichkeiten) einschalten.

Malte Landwehr, maltelandwehr.de

Malte LandwehrDa vermutlich jeder etwas zum Thema `auf böse Links reagieren´ sagt, widme ich mich den anderen Aspekten von negativen SEO-Attacken.

Wenn DDoS Teil der Attacke ist, helfen Hosting in elastischer Cloud und ein guter DDoS-Protection Anbieter, der den eigenen Dienst vor den eigentlichen Webserver klemmt und viele Abfragen gar nicht erst durchlässt. Außerdem sollten Ladezeiten-Angriffspunkte an der Website beseitigt werden.

Im Fall von noindex/canonical-Einschleusungen, SQL-Injections oder ähnlichen An-griffen die über Formulare laufen, sollte eine entsprechende Prüfung und Filterung aller Benutzereingaben nachgerüstet werden. Außerdem sollten im Header auf jeden Fall die korrekten Tags für robots und rel-canonical ausgegeben werden, damit Google gar nicht erst auf die Idee kommt, entsprechende Anweisungen aus dem Body zu übernehmen. Bei sauberen Projekten ist es gut, alles Publik zu machen, da man Google so öffentlich unter Druck setzt, die Domain nicht abzustrafen.

Fabian Rossbacher, seo-day.de

Fabian RossbacherMeiner Meinung nach wird dieses Thema überbewertet. Der Hilferuf von Andre letzte Woche (noblego-Affäre) ist sicherlich bei vielen so angekommen als würde der Angriff sämtliche SEO Rankings vernichten. Dem ist aber nicht so (wie man heute nach-schauen kann). Mittelstarke und vor allem starke Seiten sind nach meiner Erfahrung immun gegen solche Low-Level-Link Angriffe.

Gefährlicher wird es, wenn Der Angreifer gezielte Links mit harten Anchor-Texten mietet und diese dann im gleichen Schritt via Webmaster-Tool Formular meldet. Hier kann es durchaus auch bei mittelstarken Seiten zu Rankingverlusten führen.

Der schlaue SEO entwertet diese Links einfach via Webmaster-Tool kurz nachdem sie entstanden sind. Ich habe noch keine Erfahrung mit dem Disavow Tool von google gemacht, könnte mir aber vorstellen es bei so einem Angriff zu testen. Google sieht ja, dass die Links frisch sind. Vorsichtig wäre ich bei der Entwertung von alten Links.

Wir bedankten uns bei den Teilnehmer und hoffen, dass auch bei unserer nächsten Umfrage wieder einige von Euch mitmachen werden…

Eure SEO-united.de Blogger
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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Oneck Website sagt:

    Aktuell noch ein Problem, wird sich aber hoffentlich bald in Wohlgefallen auflösen, wenn schlechte Links einfach nicht mehr in die Wertung einfließen.

  2. Malte Landwehr Website sagt:

    Hier noch zwei weiterführende Links zu meinen Aussagen: Mit der Beseitigung von Ladezeiten-Angriffspunkte bezog ich mich auf diesen Artikel und als Einstieg in die Prüfung und Filterung aller Benutzereingaben taugt dieser Artikel hier.

  3. […] Dann habe ich heute noch einen Beitrag von SEO-united.de gelesen, in dem einige SEOs Maßnahmen erläuterten […]

  4. […] Negative SEO – Was tun bei einem Angriff? […]

  5. Martin Website sagt:

    Das einzig negative bei der Noblego-Geschichte war eigentlich nur die DDos Attacke. Die im Verhältnis schwachen oder negativen Links schaden Noblego definitiv nicht, da die Seite mittlerweile ganz ordentliche Backlinks hat und meiner Meinung nach auch genug Trust um solchen Attacken zu widerstehen.

    Das Team hat es doch ganz gut hinbekommen: Nach einer asozialen Attacke einen perfekten Linkbait und künftig noch mehr gute Rankings.

  6. Utku Akkoc Website sagt:

    Um gar nicht in die Zwickmühle zu kommen, einfach mehr guten Content liefern, ein Video erhlich und gut gemacht mit den entsprechenden Titeln und Tags und natürlich eine sauber strukturierte Webseite.

    Viel Erfolg uns allen.

    Utku Akkoc

  7. Mario Jung Website sagt:

    Ich habe auch noch keine Erfahrung mit dem Disavow-Tool von Google, wobei ich es wie Frank Doerr sehe: Der Schwarze Peter liegt bei Google. Die letzten Updates unterstützen die Entwicklung und die kriminellen Aktivitäten…

    Das Tool ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber Google sollte sich hier mehr einfallen lassen.

  8. Bugs Website sagt:

    Ich bin auch Opfer derartiger Angriffe geworden. Zum Glück habe ich einen echten SEO, der mir als Laien beisteht. Ich vermisse bei Ihrem Blog eine leicht auffindbare Druckfunktion…

  9. Korrupt Website sagt:

    Disavow wurde hier schon mehrfach eingesetzt und hatte – zusammen mit anderem Maßnahmen – prima funktioniert. Von daher mal die Nachfrage: was steckt hinter den skeptischen Statements zum Tool? Gabs da tatsächlich schon entgegengesetzte Erfahrungen (also jenseits von „brachte nichts“?) Klar, meine Erfahrungswerte sind subjektiv und allenfalls Mini-Stichprobe/proof of concept, aber wie gesagt, eben durchgehend positiv.

  10. Timo Kühne Website sagt:

    Super Statements. Man mag es sich kaum vorstellen, aber es scheint wirklich so zu sein, dass manche Menschen nichts besseres zu tun haben, als anderen zu schaden. Das ist wirklich traurig. Neid und Eifersucht zieht sich aber durch alle Schichten und gehört nun mal zu unserem Leben dazu. Und nicht nur online. Bei so einem Beitrag bekommt man regelrecht Angst. Gerade wenn man schon wochenlang an der Optimierung einer Website arbeitet. Bleibt einem nur zu hoffen, dass es einen selbst niemals trifft. Aber gut zu wissen, was man in so einem Fall tun kann. Strafanzeige stellen halte ich zwar für Zeitverschwendung, aber mit Google würde ich in jedem Fall in Kontakt treten.

    @Bugs Kopiere dir einfach die URL aus der Adresszeile und füge sie bei printfriendly.com ein.

  11. […] Weitere gute Artikel zum Thema Negative SEO sind auch hier zu finden […]

  12. […] Negative SEO – Was tun bei einem Angriff […]

  13. Volker Lupp Website sagt:

    Grundsätzlich betrachte ich das Disavow-Tool als reine Alphaversion. Denn spätestens beim Hochladen einer Datei mit den zu meldenden Links wird klar, dass gar nicht benannt wird um welches Dateiformat es sich handeln muss. Diese fehlende Information ist für mich Indiz genug, dass es sich hierbei um eine unausgereifte Version handelt.

  14. […] Hier verweise ich gerne auf den Artikel auf seo-united.de […]

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