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SEO bald für Personen statt für Websites?

SEO  |   |  , 09:49 Uhr  |  18 Kommentare

Die Integration von Google+ in die Suche wird immer offensichtlicher. Mit rel=author kann man Google bekanntlich bereits jetzt erklären, wer der Autor eines bestimmten Artikels ist. Ist das Resultat zwar bislang nur ein kleines Bild bzw. ein wenig Text in den SERPs, so denke ich doch, dass die Person die einen Artikel schreibt, bald ähnlich wichtig sein wird wie die Website welche den Artikel veröffentlicht…

Ein Anzeichen, dass Google den Autoren eines Artikels für immer wichtiger hält, ist seit Kurzem in den Webmaster Tools zu erkennen. Wie ich in meinem Artikel „Autoreninfos in den Google Webmaster Tools“ berichtet habe, können Autoren die Statistiken ihrer Artikel in den Webmaster Tools seit einigen Tagen miteinander vergleichen. Man sieht die Impressionen sowie die Positionen und Klicks der einzelnen Artikel. Als Autor kann man zum Beispiel analysieren, bei welcher Website man die größte Reichweite hat.

Die Integration in die Webmaster Tools ist ein klares Indiz, dass Google bereits an der Bewertung von Autoren arbeitet. So könnten die Artikel eines (aus Google-Sicht) guten Autors bereits demnächst höher positioniert werden als die eines noch unbekannten Autors.

Rankingkriterien für Personen

Ein Kriterium für die Qualität eines Autors sind sicherlich die Circles in denen sich die Person bei Google+ befindet. Wird ein Autor von anderen bekannten Autoren häufig eingekreist, dürfte es die Qualität der gecircleten Person aufwerten. Jedoch nicht nur die Anzahl der Circles könnte bei der Bewertung einer Person eine Rolle spielen, sondern beispielsweise auch die Beschriftungen der Circles: Ist eine Person mit sehr oft mit „SEO“ gecircelt, dürfte sie in diesem Themenbereich womöglich eine Autorität darstellen. Weitere SEO-Artikel dieser Person könnten demzufolge ebenfalls aufgewertet werden.

Nehmen wir an, beschriebene Person hat bislang bei einem großen und gut verlinken Magazin gearbeitet und wechselt nun zu einer noch kleinen Website, würden womöglich auch die Artikel dort besser ranken und eventuell sogar die gesamte Website etwas aufwertet werden.

Innerhalb der Redaktion großer Verlage dürften die Journalisten damit eine Möglichkeit bekommen, sich auch individuell auf dem „Schreiber-Markt“ zu positionieren. Für uns SEOs wird es damit leichter, da diese Journalisten zukünftig auch selbst ein Interesse daran haben werden, ihre Artikel gut zu ranken. Journalisten könnten z.B. in Bewerbungen durch ihr gutes „Ranking“ bei anderen Arbeitgebern Punkte sammeln.

SEO für Personen

Eine gute Möglichkeit bei Google besser gerankt zu werden, ist das Verfassen von Gastbeiträgen auf anderen etablierten und relevanten Websites. Durch Gastbeiträge wird nicht nur der Autor selbst „aufgewertet“ sondern auch die Seite, für die er eigentlich seine Artikel schreibt. Die Beiträge brauchen nicht mehr unbedingt einen Link zur Website, sondern lediglich einen Verweis auf das Google+ Profil beinhalten. Eine weitere Möglichkeit, seinen „Autoren-Rank“ zu fördern, besteht darin, sich ein Netzwerk aus anderen bekannten Autoren aufzubauen, deren Artikel zu verknüpfen und diese zu bewerten.

Wenn man das Ganze weiter denkt, könnte es in Googles Interesse sein, Redaktion und Website voneinander zu trennen. Gut eingestufte Redakteure könnten ihre Artikel zusammen mit ihrem Namen zukünftig auch an andere Websites verkaufen. Medienunternehmen wären dazu gedrungen, neben einer eigenen Redaktion immer auch gute Beiträge von anderen bekannten Autoren zu kaufen.

Um sich und ihre Artikel „teurer“ verkaufen zu können, könnten die Autoren dann selbst SEO betreiben. Ihre Aufgabe wäre es, ihr Autorenprofil zusammen mit ihren Artikeln gut zu verlinken und nachweisbare Beziehungen zu anderen bekannten Websites aufzubauen.

Wie auch immer Google den Wechsel von websitebezogenen hin zu personenbezogegen Rankingkriterien vollziehen wird, das Thema bleibt weiter spannend. Vermutlich wird die Person die einen Inhalt verfasst nie der entscheidende Faktor für ein gutes Ranking in Suchmaschinen sein, sicher aber eine immer größere Rolle dabei spielen.

Weiterführende Informationen

Über den Autor:

Mein Name ist Stefan Wienströer, ich bin der Entwickler des CMS ContentLion. Damit erstelle ich zur Zeit ein neues SEO Tool, welches mit einem eigenen Crawler ausgestattet wird. Ich blogge auch ab und an in meinem eigenen Blog über die Themen Webentwicklung, Webanalyse und SEO.
S. Wienströer, stevieswebsite.de
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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Sabrina Website sagt:

    Das heißt, dass SEOs jetzt nicht nur auf der Suche nach gutem Content sind, sondern diesen auch von einer relevanten Person bekommen wollen. Für die Redakteure ist das sicherlich toll, denn hier tut sich eine neue Geldquelle auf.

    Ich könnte mir aber vorstellen, dass kleinere Webseiten damit Probleme kriegen könnten, weil ihr Inhalt eben nicht von einem bekannten Author stammt.

  2. Michael sagt:

    Ob das für (alle) Redakteure so toll ist bezweifle ich jetzt einmal. Wie im Artikel schon geschrieben, werden dann auch Redakteure zusätlich eine Art SEO betreiben müssen. Und das kostet, entweder Zeit oder Geld. Ich kann mir auch vorstellen, dass viele Redakteure in zukunft weniger bezahlt bekommen, obwohl die Texte gut geschrieben sind (aber der Autor eben diesen Trust nicht mitbringt).

  3. Dirk von Seorie.net Website sagt:

    Ein paar interessante Gedanken. Die Verknüpfung mit dem Google+-Profil sollte ich mir dann wohl mal in Ruhe ansehen…

    • Stefan Wienströer Website sagt:

      Auf Dauer wird es vermutlich sinnvoller sein, das Profil doch einzubinden. Schließlich wertest du deine Seite ja auf, wenn dein Autor mit guten Artikeln verknüpft wird.

  4. […] SEO bald für Personen statt für Websites? […]

  5. Maik Lange sagt:

    Hallo Stefan, danke für den Artikel und ich werde deine Tipps mal testen, da ich selber sehr viele Artikel schreibe und auch bei Google+ aktiv bin, ist das schon sehr interessant für mich. Vielleicht können wir unsere Erfahrungen dann später mal austauschen. Es bleibt spannend im Google+ Ökosystem.

  6. Alex sagt:

    War i-wie klar das es in die Richtung gehen wird. Durch die Personalisierung wird man nur noch auf Personen zugeschnitter Content erstellt. Da wird aber eine Zeit vergehen bis wir soweit sind 😉

  7. […] Wie ich gerade gesehen habe, hat Stefan Wienströer auf seo-united mit “SEO bald für Personen statt für Websites?” in die gleiche Kerbe geschlagen […]

  8. Gudrun sagt:

    Der ewige Kampf von Tante Google gegen die Manipulation wird dennoch weitergehen, dann kauft man statt Links von starken Websites eben Empfehlungen von Autoren … man sollte sich jetzt als Autor etablieren, um irgendwann mit der eigenen Reputation soviel Geld zu verdienen wie es mit dem Linkverkauf möglich ist (war), oder?

  9. […] Wie man bei seo-united.de nachlesen kann, gibt es noch einen weiteren Grund für den Einsatz von rel=author […]

  10. […] Die Integration von Google+ in die Suche wird immer offensichtlicher […]

  11. Jürgen sagt:

    Warum nicht und ja auch folgerichtig, was Google da macht. Es bleibt spannend. Von wegen, SEO ist tot…

  12. […] Fragen die hier die SEO-Szene beschäftigen sind, ob die Anzahl der Circles auf die “Qualität des Autors” hinweist und somit ebenfalls Einfluss auf das Ranking nehmen könnte […]

  13. […] Unter der Headline “Don´t be evil Google – Focus on the User” gab es bei seo-united.de einen Artikel über ein neues Bookmarklet Tool […]

  14. Werbeswift Website sagt:

    Komische Vorstellung kein SEO mehr für meine Website zu betreiben sondern für mich als Geschäftsführer einer Flyerverteilungs-Agentur.

  15. […] Diese Autorenseite wird immer wichtiger werden […]

  16. […] SEO-United.de hat bereits gefragt, ob es SEO bald für Personen statt für Websites geben wird? […]

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