Zertifikate sind Nachweise einer Qualifikation und werden zumeist nach einer entsprechenden Schulung durch eine Prüfung erlangt. Aktuell gibt es innerhalb der SEO Szene eine hitzige Diskussion um das SEO bzw. SEM Zertifikat des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft, welche die generelle Frage nach einer möglichen Zertifizierung von Suchmaschinenoptimierung bzw. -marketing aufwirft…
Wir persönlich sind der Meinung, dass eine Zertifizierung in einem Gebiet ohne konkrete Richtlinien nur sehr schwer möglich ist und für den Kunden die Offenlegung der Referenzen bzw. sämtlicher Optimierungsschritte hilfreicher ist, als ein irgendwann einmal erlangtes Zertifikat.
Auf der anderen Seite schreit eine immer wieder auch von schwarzen Schafen heimgesuchte Branche nach einer Reglementierung, wobei z.B. ein von einer unabhängigen Stelle nach Prüfung der Fachkenntnisse ausgehändigtes Zertifikat sicher eine Möglichkeit darstellt.
Kritiker des insbesondere oben erwähnten Zertifikats des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft sagen, dass eine von den Betreibern bekannter SEO Agenturen mit ins Leben gerufene Zertifizierung nicht objektiv sein kann und eine womöglich durch Vitamin B erlangte Auszeichnung angelockte Kunden niemals davor schützen kann, nicht doch das Opfer urplötzlich regelwidrig gewordener Optimierungsmaßnahmen zu werden.
Befürworter eines SEO Zertifikates dagegen behaupten, dass sich eine Branche ohne konkrete Richtlinien nur selbst regulieren kann und z.B. ein vom einem Gremium bestehend aus erfahrenen SEOs regelmäßig ausgestelltes Zertifikat zumindest eine Hilfestellung für mit dem Thema nicht vertraute Kunden darstellt.
Wir von SEO-united.de möchten mit einer Umfrage das generelle Interesse an einem Zertifikat für die Optimierung bzw. Vermarktung von Webseiten heraus finden. Nach längerer Überlegung haben wir uns bewusst nur für zwei Antwortmöglichkeiten entschieden und würden uns wie immer freuen, wenn sich möglichst viele an unserer Umfrage beteiligen würden.
Braucht SEO eine Zertifizierung?
- Nein (65.0%, 129 Votes)
- Ja (34.0%, 68 Votes)
Total Voters: 198
Eure SEO-united.de Blogger
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Für kleine Seos ist sowas uninteressant – zu teuer, zu viel Aufwand. Für größere Seo-Firmen natürlich eine Möglichkeiten, sich von günstigerer Konkurrenz abzugrenzen bzw. zu schützen.
Hab die Kriterien mal gerade überflogen. Warum ist denn der “Einsatz von Dialern” eine “kundenschädigende SEO-Maßnahme”? Hat das was mit SEO zu tun?
Wenn man sich die Anforderungen mal weiter durchliest, etwa zu Links, habe ich zudem meine Zweifel, dass die bereits zertifizierten Firmen sich da so genau dran halten…
Hallo Dirk,
die Befürchtung hatte ich auch. Man könnte ja mal genau gucken, wie die ausgezeichneten Agenturen Linkbuilding betreiben usw.
Grüße
Gretus
Guten Abend,
ich habe meine eigene Meinung zum BVDW-Zertifikat. Ich wurde (als SEO-Kunde) von zwei Agenturen gebeten bei der Zertifizierung zu helfen und die BVDW-Fragen zu beantworten. Eine Agentur leistete gute Arbeit, die andere weniger gute. Selbstverständlich habe ich die Fragen wahrheitsgemäß beantwortet und auch meine Bedenken (Black-Hat-Methoden) angegeben. Erhalten haben das Zertifikat beide Agenturen.
Ich denke, dass durch das Zertifikat noch mehr Kunden geblendet werden – frei nach dem Motto: Die Strategie wird schon stimmen, die haben ja ein Zertifikat.
Grüße
Torsten Daus
Das ganze schadet kleinen Agenturen oder Freelancern, die nicht einsehen sich ein unsinniges Zertifikat zu kaufen. Seien wir mal ehrlich, das ist es ja. Es handelt sich nicht um einen Intensivkurs an dessen Ende eine Art sinnvolle Prüfung steht, sondern um 2000€ die an ein paar willfährige Bedingungen geknüpft sind.
Zertifikate sind grundsätzlich ein gutes Ding, allerdings sind mir bis auf die Uni selten Prüfungen untergekommen, bei denen auch sinnvoll ausgesiebt wurde.
Die Kunden stehen eben auf Zertifikate. Man fährt zu Zanox und bekommt ohne jegliche Vorahnung ein Affiliate-Zertifikat, Google Professional kann man auch werden, wenn man noch nie nen Account gesehen hat (ich kenne welche) und jetzt muss man nur noch genügend Kunden ver**schen, um sich eine BVDW-Zertifizierung auf die Seite klatschen zu können. Gleiches System bei Online-Shops. eKomis sprießen nur so aus dem Boden, die ein Gütesiegel für miese Shops bereit halten, der Kunde fällt darauf ein. Nun ja, SEO-Agenturen, bei deren Brand-Suche zahlreiche negative Blogbeiträge erscheinen, bekommen schließlich auch noch Kunden
Zertifikat hin oder her, als Kunde am sichersten fährt man mit Empfehlungen.
Gruß
Uli
Hallo,
die Meinung darüber, ob ein Zertifikat für SEO sinnvoll ist oder für die erfolgreiche Optimierung einer Webseite grundsätzlich kein Nachweis erbracht werden kann, scheint zweigeteilt zu sein. Bin gespannt, wie sich die Umfrage entwickelt…
Grüße
Gretus
Mal Hand auf Herz: muss den alles zertifiziert und reglementiert sein? Ich denke nicht.
Auch schliesse ich mich Uli’s Meinung an: Empfehlungen sind immer noch am Besten.
Wenn ich sehe, wer alles mit so einem Siegel von denen rumläuft, ne Danke!
Zitat auf deren Seite: Für den Prüfungsaufwand und die Vermarktungsrechte werden für die Prüfung und Führung 1.500,- EUR pro Zertifikat für BVDW – Mitglieder (2.500,- EUR für Nicht-Mitgliedsunternehmen) berechnet.
Im Falle eines negativen Prüfungsergebnisses werden dem Antragssteller für den Prüfungsaufwand einmalig 500.- EUR (BVDW – Mitglieder) bzw. 1.000,- EUR (Nicht-Mitglieder) in Rechnung gestellt.
Riecht für mich nach tierischer Abzocke! Und tschüss! Wer darauf reinfällt ist selbst Schuld.
Ich kenne solche Zertifizierungen recht gut aus der KFZ-Branche. Da wird von den Werkstätten recht häufig eine KFZ-Zertifizierung nach ISO verlangt. Was bringt es? Die Werkstatt muß da vorab richtig Geld reinstecken, teilweise fünfstellige Beträge (!), aber letztendlich ist man als Kunde dennoch nicht vor Fehlern derWerkstatt gefeit.
[...] SEO – Optimierung nur mit Zertifikat? [...]
Hm, das Thema ist schon sehr heikel und wirft viele Fragen auf. Ganz spontan fällt mir Folgendes ein:
1. Kann einem verboten werden SEO als Dienstleistung anzubieten, wenn man nicht zertifiziert ist? (ja, später vielleicht, LKW-Maut gab es auch nicht immer)
2. Hat sich jemand das hier “bvdw-sem.de/zertifikat/seo-zertifikat/kriterien.html” angeschaut? Selbstständige werden sofort durch das Kriterium “Erfahrung” ausgeschlossen. Wieso?
3. Arbeitsweise(!!!) 40%
3a. Wer bitte schön weiß ganz genau was richtig und was falsch ist? Werden die Algorithmen von den Sumas nicht mehr geheimgehalten?
3b. Soll ich all meine Knowhow auf den Tisch legen, vielleicht mal kurz noch eine Liste meiner “Projekte” an Gurgel faxen?
3c. Ich sehe unter Ansprechpartner wenigstens einen Geschäftsführer einer SEO-Agentur. Bleibt er immer unparteiisch?
4. “einem Gremium bestehend aus erfahrenen SEOs regelmäßig ausgestelltes Zertifikat zumindest eine Hilfestellung für mit dem Thema nicht vertraute Kunden darstellt.”
Ich bin mir sicher, ich bin erfahren genug. Wieso hat mich keiner eingeladen?
Nein, im Ernst, vom wen wurde das Ganze ins Leben gerufen, wer trifft Entscheidungen und und und.
Fazit: Für mich stinkt das Ganze nach Lobbying. Wäre schön wenn jemand meine Fragen beantworten würde
Danke.
Hallo Vitaly,
Deine Fragen könnte wohl am Besten ein Verantwortlicher vom Bundesverband Digitale Wirtschaft beantworten.
Ich persönlich bin nach wie vor der Meinung, dass man für die Optimierung einer Webseite kein Zertifikat austellen kann, weil es für SEO einfach keine einheitlichen Richtlinien gibt. Wenn man mal ganz ehrlich ist, weiß doch keiner von uns so genau, warum Seite X zu Zeitpunkt Y um Position Z gestiegen ist…
Grüße
Gretus
Wie kann man etwas zertifizieren, wo keiner 100% genau sagen kann, was richtig oder falsch ist?
Das wäre ja so als würde man in einer Mathe Prüfung als Ergebnis sagen: Ich vermute x = 40 und diese Behauptung wird ohne Rechenweg angegeben und als richtig befunden (wobei X != 40 wäre).
Ich denke man kann nur etwas Zertifizieren wo man sagen kann: “Das ist richtig und das nicht”. Natürlich wäre es für den Kunden eine tolle Sache, aber ich denke, dieses Zertifikat wäre kein sicheres Qualitätskriterium.
“Wenn man mal ganz ehrlich ist, weiß doch keiner von uns so genau, warum Seite X zu Zeitpunkt Y um Position Z gestiegen ist”
Ja, Gretus, genau das meinte ich als ich Algorithmen erwähnt habe. Was wollen die zertifizieren, Leistung oder Gespräche?
Natürlich kann man SEO Wissen auch zertifizieren, das macht ja auch Sinn. Das könnte den Wildwuchs ein wenig eindämmen, von Leuten die ein SEO Blog gelesen haben und dann Fragen stellen wie “Sind Links wichtig?”. Können diese Leute sich aber gut verkaufen machen Sie damit noch den schnellen Euro. Von daher befürworte ich eine zertifizierte “Ausbildung” in dem Bereich und arbeite gerade an einem Konzept dafür.
@MoritzC: Dein Argument funktioniert in der Mathematik, das stimmt. Du kannst aber auch einen Doktor in Kunst, Philosophie oder Medizin (!) machen, wo auch niemand zu 100% sagen kann, was richtig oder falsch ist. Bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
Grüße,
Marcell
Das Problem ist auch, dass jeder Verein mit Zertifikaten und Gütesiegeln Schweinekohle macht – und das in allen Bereichen. Hilft am Ende eher denen, die das Zertifikat ausstellen. Und was soll das beweisen? Wie der SEO es dem Kunden an den Mann bringt? Wenn er das Zertifikat hat, kann er machen was er will.
Von daher ist ein Zertifikat nur Blendwerk.
“Kein Einsatz irrelevanter oder massenhafter externer Links zur Erhöhung der Domainpopularität des Kundenprojektes.”
Was is den nen irrelevanter Link, wollen se nur noch thematisch passende links? haha macht weiter so ich überhol euch dann…
Zertifikat ist definitiv wichtig! Ich habe bereits die 2-jaehrige SEOausbildung in einem SEO-Meisterbetrieb absolviert und wollte endlich den Meister machen, um mich somit eines Tages selbstaendig zu machen. Ich hoffe auch, dass bis dahin auch eine Eliteuni den Diplomstudiengang der SEOlogie anbietet. Eventuell setze ich dann nach dem Studium noch einen Doktor und eventuell sogar Professor hintendran.
Zwei Themen zur SEO Doktorarbeit habe ich mir auch schon ueberlegt: “Optimierung in der Bing Economy” oder “Vor- und Nachteile des SEO-TÜVs Rheinland Pfalz gegenüber des TÜV Suedwest”. Hoffe nur, dass ich auch einen guten Professor erwische und meine SEO Hausarbeiten und Klausuren in 10-12 Semestern durchbekomme und dann auch die Empfehlungen zum SEO-Doktor bekomme.
@Seodeluxe In der Philosophie etc gibt es kein richtig oder falsch, kein schwarz oder weiß, dass ist richtig, aber die Google Algorithmen (Statistiken, Zahlen, Daten usw … alles nur Mathe) sind keine Interpretationssache, da gibt es sehr wohl richtig oder falsch… So meinte ich den Vergleich. Ich wollte keine Äpfel mit Birnen vergleichen.
Das Problem ist, dass etwas zertifiziert wird, was nach einem Update von Google total in die andere Richtung losgehen kann. Dann hat eine Firma echt viel von dem Zertifikat, welches der angeheuerte SEO vor ~1 Jahr gemacht hat aber nicht mehr up2date ist. Das wiederum hat zur Folge, dass man dieses Zertifikat regelmäßig erneuern muss. Bei Cisco z.b. verfallen die Zertifikate nach “nur” 3 Jahren, und ich meine am TCP/IP Standard (v4) ändert sich nicht mehr soviel, und trotzdem muss man nach 3 Jahren die Prüfung wiederholen.
Hallo,
Moritz hat es noch einmal auf den Punkt gebracht. Man kann nicht etwas zertifizieren, wofür es keine konkreten Richtlinien gibt. Wann sind Maßnahmen zur Optimierung einer Webseite noch rechtens, wann nicht mehr?
Google selbst liefert hierfür einige Ratschläge, jedoch keine konkreten Richtlinien, an welche man die Leistungen einer SEO Agentur messen könnte. Die Initiatoren irgendwelcher inoffiziellen Zertifikate wissen ganz genau, dass diese nicht objektiv sind…
Grüße
Gretus
Hallo,
war seinerzeit “aktiv” im BWDV tätig, als dieses Zertifikat “entwickelt” wurde. Sorry, aber gerade das Zertifikat ist nichts wert. Mein damaliger Arbeitgeber hatte sich für das SEM-Zertifikat beworben, als eine der größeren europäischen Agenturen waren die Kriterien (Kundenanzahl etc.) kein Hindernis. Leider kannte (und kennt) man beim BWDV (und auch in der entsprechenden Fachgruppe!!!) nicht die international gängige Definition für SEM. Das SEM-Zertifikat ist lediglich ein SEA-Zertifikat, den Unterschied SEM – SEA konnte man uns nicht erklären. Ist schon traurig.
Das SEO-Zertifikat wird wie folgt vergeben, zumindest wurde es so festgelegt (und seitdem meines Wissens nicht geändert): Mir passt deine Nase, Du kommst mir mit deiner Agentur nicht in die Quere, also bekommst Du das Zertifikat. In der Jury sind übrigens die wichtigsten Fachgruppenmitglieder = die Geschäftsführer der konkurrenz.
Noch lächerlicher geht es eigentlich nicht.