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SEO und Personalisierung

SEO - Constantin am 17. Juni 2009 - 11:41  |  2 Kommentare »

Insbesondere unter Onlineshopbetreibern wird sie gefeiert, von SEOs dagegen gehasst: Die Personalisierung. Hierbei wird nicht jedem Besucher einer Website derselbe Inhalt gezeigt, sondern der Inhalt passt sich automatisch an die Präferenzen des Users an. Dies geschieht in der Regel, indem das Surfverhalten des Users über eine bestimmte Zeit analysiert wird…

Bei richtiger Anwendung kann eine solche Personalisierung zu einer deutlichen Steigerung der Performance einer Website führen. Wie bei einem guten Verkaufsgespräch nimmt der User die Website als angenehmer wahr, bleibt länger und kauft mit großer Wahrscheinlichkeit und durch gezieltes personenbezogenes Cross-Selling auch mehr.

Amazon Vorbild in dieser Disziplin ist Amazon. So zeigt der linke Screenshot die Startseite, wie sie mir beim Aufruf heute Morgen gezeigt wurde. Hier liegt der Schwerpunkt eindeutig auf der Präsentation von Produkten, die auf mein bisheriges Suchverhalten abgestimmt sind. Die Onpage-Optimierung findet kaum Beachtung.

Amazon Google Cache Vergleicht man diesen Screenshot nun einmal mit dem aktuellen Google-Cache – hier links zu sehen – zeigen sich schnell große Unterschiede. Die dort zu findende Seite weißt eine saubere Onpage-Optimierung auf. Eine besondere Erwähnung verdient die völlig anders aussehende Navigation…

Da selbst ein Aufruf mit frischem System, also ohne meine persönlichen Präferenzen, nicht die Inhalte aus dem Google Chache reproduziert, liegt der Tatbestand des Cloakings nahe. Google äußert sich hierzu folgendermaßen:

Erstellen Sie Seiten in erster Linie für Nutzer, nicht für Suchmaschinen. Versuchen Sie nicht, Ihre Nutzer zu täuschen. Stellen Sie zudem keinen Content für Suchmaschinen bereit, den Sie nicht für Ihre Besucher verwenden. Dies wird als “Cloaking” bezeichnet.

Ich möchte diesen Post nicht nutzen, um mich in die Belange von Amazon einzumischen, sondern um die Zwickmühle aufzuzeigen, die sich zwischen Personalisierung und richtlinienkonformen Arbeiten ergibt.

Schaut man auf die Äußerung von Google, dann ist Personalisierung immer dann erlaubt, wenn es nicht benutzt wird, um gezielt das Ranking in den Suchmaschinen zu manipulieren. Dies wäre dann der Fall, wenn man den User-Agent ausließt und Suchmaschinen andere Inhalte ausliefert als den normalen Besuchern. Dennoch sollte man insbesondere bei wichtigen Seiten sehr genau überlegen, was man personalisiert und auf welche Art und Weise. So sollte beispielsweise vermieden werden, bestimmten Usern gänzlich andere Inhalte zu zeigen, als der eigentliche Zweck der Seite vermuten ließe. Ein Onlineshop für Sportartikel sollte auch im personalisierten Bereich Sportartikel verkaufen und nicht etwa auf einmal Privatversicherungen. Dies würde der von Google ermittelten Relevanz widersprechen und möglicherweise negative Folgen haben.

Beachtet man diese einfache Grundregel und unterstützt mit der Personalisierung die zugeordnete Relevanz, sollte diese keine negativen Effekte auf die Suchmaschinen haben.

Auch die Suchmaschinen selbst dürften ihre Bauchschmerzen mit dem Trend der Personalisierung haben. Denn betrachtet man das oben beschriebene Beispiel von Amazon, so scheint der heutige Algorithmus bereits am Trend vorbeizuarbeiten. Schaut man sich den internen Trend bei Google und auch Bing an, versucht man sich immer mehr zum Navigationshelfer zu entwickeln. Mit der bisherigen Arbeitsweise, bei der jeder andere Inhalte gezeigt bekommt,  ist dieses aber schlicht unmöglich…

Constantin

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Tweets zu diesem Beitrag:

  1. Martin O. Hamann Website sagt:

    Deine Beobachtungen stimmen, zum Thema Personalisierung bei Kunsumenten liegen auch schon einige Studien vor. Der Plan/ Hintergedanke für diese Maßnahmen der Unternehmen ist folgender: Die sehr starke Werbebelastung im Internet führte dazu, dass Benutzer zum einen bannerblind wurden und zum anderen selektiver was die Relevanz von Informationen betrifft. Personalisierte Werbung wird von den Benutzern oft als Mehrwert angesehen und sie verschließen sich nicht sofort , wie dies z.B. bei wild-bunten und umhertanzenen Bannern der Fall wäre.

    Bzg. Cloaking-Verdacht: Das Multi-Million Dollar Unternehmen Amazon fürfte wohl eine der ganz wenigen sein, die auch noch im Internet weiterverkaufen würde sollte sie von Google gekickt worden sein. So viele Amazon-Shops, unendliche Backlinks, extremer Bekanntheitsgrad und millionenschweres Werbebudget machen dies möglich.

  2. Stephan sagt:

    @Martin: Natürlich würde Amazon auch nach einem Ausschluß aus dem Index weiter verkaufen. Dass der Verkaufseinbruch, der dadurch entstehen würde, dem Unternehmen nichts ausmachen würde, bezweifle ich sehr stark. Einen solchen Einbruch schätze ich als relativ hoch ein.