In Deutschland werden Aktivitäten im Bereich Social Media Marketing von einigen SEOs immer noch belächelt. Wer versucht über Social Media Links zu generiern, scheitert oft schon am Anfang und behauptet dann, SMO würde generell nicht funktionieren. Dass es gerade den Suchmaschinenoptimierern so schwer fällt dieses Thema zu verstehen, ist ganz natürlich und geht mit dem Beruf einher…
Da sich SEOs überwiegend mit Maschinen beschäftigen und Social Media mehr mit Menschen zu tun hat, liegen die Probleme auf der Hand. Wer schon seit 10 Jahren SEO betreibt, war es gewohnt Webseiten für Roboter zu erstellen. Insbesondere Made-for-Adsense und Affiliate-Seiten konvertieren manchmal sogar besser, wenn sie Menschen nicht gefallen und diese einfach nur auf die Werbung klicken.
Die meisten Affiliate-Marketer und SEOs verdienen ihr Geld übertrieben ausgedrückt mit der Dummheit der Menschen. Ältere Generationen erkennen manchmal gar nicht, was Werbung ist und was nicht. Sie klicken einfach nur und erzeugen dabei Umsätze von denen sie nichts wissen.
Im Bereich Social Media haben wir es dagegen überwiegend mit einer jüngeren Zielgruppe zu tun. Anders als die klassischen Besucher via Suchmaschinen, suchen diese Nutzer nicht direkt nach etwas, sondern sie wollen mit anderen Menschen interagieren.
Menschen sind keine Roboter
Viele SEOs gehen das Thema Social Media so an wie sie es von ihrer Arbeit mit Maschinen gewöhnt sind. Social News Communitys, Twitter und Facebook werden automatisiert mit Inhalten gefüllt und anschließend wundern sie sich, warum niemand ihr Fraund sein will. Selbst diejenigen die es schaffen, mittels automatisierter Techniken eine Menge Freunde zu gewinnen, sind anschließend überrascht, dass niemand ihre Angebote wirklich wahrnimmt.
Gewinnspiele mit Linkzwang bzw. offensichtliche Linkbaits funktionieren auch nicht wie man es sich erhofft hat, und schon sind viele mit ihrem Latain am Ende. An der ersten Hürde gescheitert, wird dann das Gerücht verbreitet, Social Media Optimization funktioniere nicht bzw. wäre nicht richtig skalierbar.
Soziale Netzwerke ähneln einer riesengroßen Party. In erster Linie geht es darum, Menschen kennen zu lernen, nicht darum, seine Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Finden sich zwei Parteien sympatisch, wird man möglicherweise irgendwann aufeinander zurückgreifen. Fühlt sich eine der Parteien von Anfang bedrängt, wird diese die Party womöglich frühzeitig verlassen.
Die meisten SEOs benehmen sich auf einer echten Party intuitiv wie beschrieben, in sozialen Netzwerken dann jedoch verhalten sie sich so, als wollten sie nur ihre Dienstleistungen bzw. Produkte auf den Markt bringen.
Wer mit einer derartigen Einstellung auf eine Party geht, ist dort nicht gern gesehen. Bei sämtlichen Bemühungen, durch eine erkennbare Strategie eine gewisse Professionalität vorzutäuschen, sollte man nie vergessen, das man es im Bereich Social Media mit echten Menschen zu tun hat. Es kann tatsächlich helfen, sich das Ganze einmal bildlich vorzustellen.
Linkbaits falsch gemacht
Ich persönlich kann das Wort Linkbait nicht mehr hören, da niemand es richtig zu benutzen scheint. Immer öfter sehe ich, dass SEOs ihren Kollegen zu gut gemachten Linkbaits gratulieren. Der Punkt ist aber der, dass gut gemachte Linkbaits nicht als solche zu erkennen sind. Ein wirklich guter Linkbait wird nicht einmal von einem Experten im Bereich Online Marketing als solcher erkannt.
Jedes Mal, wenn Ihr also von einem Linkbait hört bzw. dieser als solcher entlarvt wurde, könnt Ihr Euch sicher sein, dass es sich nicht um einen guten Linkbait handelt. Unter guten Linkbaits findet ihr nicht Kommentare wie `Wow, toller Linkbait´, sondern Kommentare wie `Danke, das hat mir wirklich weiter geholfen´, `Danke, jetzt verstehe ich worum es geht´ usw.
SMO ist mehr als eine Aktion
Abgesehen davon, geht es bei ausgewogenen Social Media Kampagnen auch gar nicht nicht nur um die Links, es geht immer auch darum mit Menschen in Kontakt zu treten bzw. zu bleiben. Der Firmenpräsenz durch einen Blog eine persönliche Note zu verleihen oder auf Twitter und Facebook den Eindruck zu vermitteln, dass man wirklich auch für seine Kunden da ist, das sind die eigentlichen Ziele nachhaltig erfolgreicher Social Media Arbeit. Alles das zusammen ermöglicht es dir überhaupt erst weiterempfohlen zu werden. Die Pflege der Präsenz in sozialen Netzwerken ist der wesentliche Bestandteil von SMO, gezielte Kampagnen nur das iTüpfelchen.
Bei SMO geht es darum, eine angenehme Reputation für Deine Firma oder Deine Webseite aufzubauen, Dich mit Deinen Kunden auszutauschen und auf Feedback zu reagieren. Der Gewinn derartiger Bestrebungen ist nicht immer sofort zu sehen, wird sich mit der Zeit aber von ganz allein ergeben. Wenn Du ein positives Bild in den Köpfen der Leute erzeugen kannst, werden sie Dich früher oder später weiterempfehlen und irgendwann dann auch positiv auf Deine Linkbaits reagieren.
Alex Sczakiel
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Danke für diesen Beitrag!!!
Besonders schön: “Menschen sind keine Roboter”
Ich finde, es wird zu wenig darauf geachtet, dass Social Media heißt, haptische Erfahrungen zu ersetzen. Da geht es nicht um Links, sondern um Fühlen, Schmecken, Richen, HÖHREN. Man muss den Verkäufer ersetzen und dies geht nicht mit 2 automatisch gesetzten Tweets pro Woche!
Schön fände ich es, wenn so ein Beitrag aufgegriffen und auch noch mal an den Shopbetreiber gereicht wird. Verkaufsparameter sind nicht nur Linkpartner sondern auch das Gespräch mit dem Kunden. Wer denk “Kunde droht mit Auftrag” oder “Ich will keine Arbeit haben mit meinem Shop”, den sollte man bitte aufklären, wie es im wahren Leben funktioniert!
Danke dafür!