OnPage.org
SEO DIVER

Mehr erfahren
Brands, KMU, wir machen den Unterschied!
Mehr erfahren

Warum SEOs Probleme mit Social Media haben

SEO  |  Alex Sczakiel  |  , 11:12 Uhr  |  11 Kommentare

socialIn Deutschland werden Aktivitäten im Bereich Social Media Marketing von einigen SEOs immer noch belächelt. Wer versucht über Social Media Links zu generiern, scheitert oft schon am Anfang und behauptet dann, SMO würde generell nicht funktionieren. Dass es gerade den Suchmaschinenoptimierern so schwer fällt dieses Thema zu verstehen, ist ganz natürlich und geht mit dem Beruf einher…

Da sich SEOs überwiegend mit Maschinen beschäftigen und Social Media mehr mit Menschen zu tun hat, liegen die Probleme auf der Hand. Wer schon seit 10 Jahren SEO betreibt, war es gewohnt Webseiten für Roboter zu erstellen. Insbesondere Made-for-Adsense und Affiliate-Seiten konvertieren manchmal sogar besser, wenn sie Menschen nicht gefallen und diese einfach nur auf die Werbung klicken.

Die meisten Affiliate-Marketer und SEOs verdienen ihr Geld übertrieben ausgedrückt mit der Dummheit der Menschen. Ältere Generationen erkennen manchmal gar nicht, was Werbung ist und was nicht. Sie klicken einfach nur und erzeugen dabei Umsätze von denen sie nichts wissen.

Im Bereich Social Media haben wir es dagegen überwiegend mit einer jüngeren Zielgruppe zu tun. Anders als die klassischen Besucher via Suchmaschinen, suchen diese Nutzer nicht direkt nach etwas, sondern sie wollen mit anderen Menschen interagieren.

Menschen sind keine Roboter

Viele SEOs gehen das Thema Social Media so an wie sie es von ihrer Arbeit mit Maschinen gewöhnt sind. Social News Communitys, Twitter und Facebook werden automatisiert mit Inhalten gefüllt und anschließend wundern sie sich, warum niemand ihr Fraund sein will. Selbst diejenigen die es schaffen, mittels automatisierter Techniken eine Menge Freunde zu gewinnen, sind anschließend überrascht, dass niemand ihre Angebote wirklich wahrnimmt.

Gewinnspiele mit Linkzwang bzw. offensichtliche Linkbaits funktionieren auch nicht wie man es sich erhofft hat, und schon sind viele mit ihrem Latain am Ende. An der ersten Hürde gescheitert, wird dann das Gerücht verbreitet, Social Media Optimization funktioniere nicht bzw. wäre nicht richtig skalierbar.

Soziale Netzwerke ähneln einer riesengroßen Party. In erster Linie geht es darum, Menschen kennen zu lernen, nicht darum, seine Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Finden sich zwei Parteien sympatisch, wird man möglicherweise irgendwann aufeinander zurückgreifen. Fühlt sich eine der Parteien von Anfang bedrängt, wird diese die Party womöglich frühzeitig verlassen.

Die meisten SEOs benehmen sich auf einer echten Party intuitiv wie beschrieben, in sozialen Netzwerken dann jedoch verhalten sie sich so, als wollten sie nur ihre Dienstleistungen bzw. Produkte auf den Markt bringen.

Wer mit einer derartigen Einstellung auf eine Party geht, ist dort nicht gern gesehen. Bei sämtlichen Bemühungen, durch eine erkennbare Strategie eine gewisse Professionalität vorzutäuschen, sollte man nie vergessen, das man es im Bereich Social Media mit echten Menschen zu tun hat. Es kann tatsächlich helfen, sich das Ganze einmal bildlich vorzustellen.

Linkbaits falsch gemacht

Ich persönlich kann das Wort Linkbait nicht mehr hören, da niemand es richtig zu benutzen scheint. Immer öfter sehe ich, dass SEOs ihren Kollegen zu gut gemachten Linkbaits gratulieren. Der Punkt ist aber der, dass gut gemachte Linkbaits nicht als solche zu erkennen sind. Ein wirklich guter Linkbait wird nicht einmal von einem Experten im Bereich Online Marketing als solcher erkannt.

Jedes Mal, wenn Ihr also von einem Linkbait hört bzw. dieser als solcher entlarvt wurde, könnt Ihr Euch sicher sein, dass es sich nicht um einen guten Linkbait handelt. Unter guten Linkbaits findet ihr nicht Kommentare wie `Wow, toller Linkbait´, sondern Kommentare wie `Danke, das hat mir wirklich weiter geholfen´, `Danke, jetzt verstehe ich worum es geht´ usw.

SMO ist mehr als eine Aktion

Abgesehen davon, geht es bei ausgewogenen Social Media Kampagnen auch gar nicht nicht nur um die Links, es geht immer auch darum mit Menschen in Kontakt zu treten bzw. zu bleiben. Der Firmenpräsenz durch einen Blog eine persönliche Note zu verleihen oder auf Twitter und Facebook den Eindruck zu vermitteln, dass man wirklich auch für seine Kunden da ist, das sind die eigentlichen Ziele nachhaltig erfolgreicher Social Media Arbeit. Alles das zusammen ermöglicht es dir überhaupt erst weiterempfohlen zu werden. Die Pflege der Präsenz in sozialen Netzwerken ist der wesentliche Bestandteil von SMO, gezielte Kampagnen nur das iTüpfelchen.

Bei SMO geht es darum, eine angenehme Reputation für Deine Firma oder Deine Webseite aufzubauen, Dich mit Deinen Kunden auszutauschen und auf Feedback zu reagieren. Der Gewinn derartiger Bestrebungen ist nicht immer sofort zu sehen, wird sich mit der Zeit aber von ganz allein ergeben. Wenn Du ein positives Bild in den Köpfen der Leute erzeugen kannst, werden sie Dich früher oder später weiterempfehlen und irgendwann dann auch positiv auf Deine Linkbaits reagieren.

Alex Sczakiel

Sie befinden sind hier: Warum SEOs Probleme mit Social Media haben

Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Petra Hamacher Website sagt:

    Danke für diesen Beitrag!!!

    Besonders schön: „Menschen sind keine Roboter“

    Ich finde, es wird zu wenig darauf geachtet, dass Social Media heißt, haptische Erfahrungen zu ersetzen. Da geht es nicht um Links, sondern um Fühlen, Schmecken, Richen, HÖHREN. Man muss den Verkäufer ersetzen und dies geht nicht mit 2 automatisch gesetzten Tweets pro Woche!

    Schön fände ich es, wenn so ein Beitrag aufgegriffen und auch noch mal an den Shopbetreiber gereicht wird. Verkaufsparameter sind nicht nur Linkpartner sondern auch das Gespräch mit dem Kunden. Wer denk „Kunde droht mit Auftrag“ oder „Ich will keine Arbeit haben mit meinem Shop“, den sollte man bitte aufklären, wie es im wahren Leben funktioniert!

    Danke dafür!

  2. activetraffic Website sagt:

    Schöner Beitrag, allerdings muss ich beim Linkbait ein wenig widersprechen! Ein gut gemachter Linkbait zeigt optimale Wirkung im Sinne von verbesserten Ranking der Zielseite. Erst danach ist vielleicht noch relevant, ob er als solcher erkannt wird oder nicht!

    Ein nicht erkennbarer Linkbait mit top Rankingverbesserungen ist das Optimum, da gebe ich Dir Recht! 😉

    Grüße
    Nico

  3. Martin Kurth Website sagt:

    Danke für den Beitrag, der mir aus der Seele spricht. Eines muss man aber differenzieren: Social Media Optimization ist NICHT gleich Social Media Relations, sondern allenfalls ein Nebenprodukt. Wer sich mit Social Media allein aus SEO-Gründen beschäftigt, hat’s nicht kapiert und wird auch keine dauerhaften Beziehungen aufbauen können.

    Gottseidank haben das bereits einige SEOs verstanden. Sie überlassen Social Media den Kommunikationsberatern und ergänzen allenfalls deren Aktivitäten, um bestmögliche SEO-Effekte zu erzielen.

    Viele Grüße!
    Martin

  4. Alexander Trust Website sagt:

    Ich find die Essenz in dem Beitrag in Ordnung, kann mich der Meinung anschließen. Wenn ein wenig Kritik erlaubt ist, dann, dass der Grundgedanke zu oft wiederholt wird. Aber vielleicht auch einfach nur ein Stilmittel, um ihn sich besser einprägen zu lassen.

    Mensch = Maschine.

  5. hathead sagt:

    Ich würde das etwas differenzierter betrachten wollen: Ja, SocialMedia ist ein schwieriges Thema. Aber SocialMedia beschränkt sich eben auch nicht nur auf einen Linkbait. Ich sehe das Problem in zwei Bereichen. Einer davon betrifft jeden neuen Hype und auch jedes neue Berufsfeld. Es gibt fast niemanden der das Thema professionell beherrscht. Heute ist jeder ein SocialMedia Experte, der einen Facebook-Account hat. Das heißt es fehlt tatsächlich noch eine Menge know how.

    Das zweite Problem sehe ich auf der Kunden Seite. SEO´s haben schon Probleme bei der Argumentation der Kosten von SEO-Projekten. Diese sind in der Regel teuer und deren Ausgang ist ungewiss. Bei einer SocialMedia Kampagne wird das Problem maximiert. Letzlich ist nicht vorhersagbar wie die Menschen auf die neue Art der Markenkommunikation reagieren. Es lässt sich derzeit auch nicht exakt beziffern, wie hoch die Kosten für eine SMO Kampagne sind und vor allem lässt sich nicht sagen, wie hoch der Schaden ist, wenn es dann mal schief läuft.

  6. Alexander Trust Website sagt:

    @hathead: Das kann einem aber doch bei klassischer Werbung auch passieren. Aktuell läuft ein Sturm im Wasserglas von Maedchenmannschaft gegen die SKY-Fussballwerbung an. Wenn sowas mal richtig hohe Wellen schlägt, dann ist auch die klassische Form von Werbung nicht davor geschützt, falsche Ergebnisse zu bringen.

  7. hathead sagt:

    @Alexander Trust – Stimmt. Ich habe ja auch nicht gesagt, dass das für klassische Werbung nicht gilt. Hier hat man sich aber mangels Alternativen bereits daran gewöhnt, dass man eben nicht alles messen und vorhersagen kann. Insgesamt brauchen wir bessere Analysetools. In allen Marketingbereichen. Das gilt sowohl vor der Kampagne, als auch danach.

  8. […] In `Warum SEOs Probleme mit Social Media haben´ wird sehr anschaulich dargestellt, warum Menschen, die seit Jahren SEO erfolgreich betreiben, so ihre Probleme mit Social Media haben […]

  9. […] In dem Blog seo-united.de wurde diese Woche darüber diskutiert, warum SEOs den Bereich Social-Media eher skeptisch […]

  10. […] Kürzlich stieß ich in dem Zusammenhang bei seo-united.de auf einen interessanten Post […]

  11. Markus sagt:

    Ich bin auch der Meinung, dass ein gut gemachter Linkbait durchaus seine Vorzüge hat. Nur sollte er nicht als solcher zu erkennen sein. Stimme ich völlig zu.

Kommentieren

Loading Disqus Comments ...

Ihre Agentur noch nicht dabei?

Ihr Job noch nicht dabei?

Ihr Beitrag noch nicht dabei?