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Social Signals: Korrelation = Kausalität?

SEO  |   |  , 09:14 Uhr  |  6 Kommentare

Dan Petrovic von dejanseo.com.au hat in seinem Artikel `Correlation Equals Causation´ eine wie ich finde interessante These über die ewig wiederkehrende Diskussion um Korrelation bzw. Kausalität von poten-tiellen Rankingfaktoren aufgestellt. Dan behauptet vereinfacht ausgedrückt, dass Suchmaschinen die Kausalität (Ursache) bestimmter Faktoren manchmal gar nicht feststellen können und bei deren Bewertung von Webseiten sehr oft einfach nur Korrelationen (Zusammenhänge) berücksichtigen…

Google relies on correlation principles and considers correlation in research and within their ranking algorithm. Their observations apply across many different facets of search including: content quality, user behaviour and page characteristics. Existing algorithms are often validated through sandboxing and limited public releases where correlation is observed prior to global algorithm update […] Correlation has also been considered with Google’s study on impact of ranking of organic search results on the incrementality of search ads as well as in their analysis of attractiveness of search results through presentation variations such as title term bolding.

Was Korrelation bzw. Kausalität bedeutet, wird am ehesten anhand der jüngst erst wieder aufgekommenen Streitfrage deutlich, ob Social Signals (Links von Twitter, Facebook und Co) ein (direkter) Rankingfaktor sind oder nicht? Während die vor einiger Zeit von Searchmetrrics veröffentlichte Studie der `SEO Ranking Faktoren für Deutschland´ dieses zumindest für Laien so impliziert, behaupten andere Experten, dass die Bedeutung von Social Signals für die Google-Suche noch umstritten ist.

Uli Lutz, Mitarbeiter im Search Team von Google, wurde passenderweise just heute genau auf dieses Thema angesprochen. Auf dem WebCongress Barcelona wurde er von einem Zuschauer gefragt, ob die Erwähnung einer Seite bei Google+ einen positiven Einfluss auf deren Ranking in Suchmaschinen hat oder nicht. Seine Antwort war, dass man zumindest für die Zukunft stark davon ausgehen muss, dass Social Signals als Rankingfaktor für die Bewertung von Webseiten herangezogen werden.

Schaut man sich die Diskussion um den Einfluss von Social Signals für das Ranking einer Webseite an, ergibt sich für nicht mit den individuellen Interessen einzelner Gruppierungen innerhalb der SEO-Branche vertrauten Webseitenbetreiber ein wie ich finde mittlerweile falsches Bild: Während den einen aufgrund der von ihnen festgestellten Korrelation zwischen einem guten Ranking und überdurchschnittlich vielen Erwähnungen innerhalb sozialer Netzwerke eine minderwertige Qualität ihre Studien vorgeworfen wird, lassen sich andere Gruppierungen dazu verleiten, den möglichen Einfluss von Signalen aus sozialen Netzwerken gänzlich runterzuspielen.

Dan Petrovic schreibt in seinem Artikel, dass ihm die ewige Diskussion um Korreltaion und Kausalität mittlerweile auf die Nerven geht und diese oft nur dazu dient, die Ergebnisse von Untersuchungen anderer Experten in Frage zu stellen. Social Signals im Zuge einer Studie als den wichtigsten Rankingfaktor zu präsentieren ist genauso falsch oder richtig wie aktuell zu behaupten, Suchmaschinen würden diese noch gar nicht berücktigen.

Bei mittlerweile mehr als 200 Rankingfaktoren und völlig unterschiedlichen Suchergebnissen (personalisiert, regionalsiert etc.) dürfte es selbst für die Betreiber bekannter Suchmaschinen schwierig sein, deren kausale Zusammenhänge stets genau festzustellen. Wird eine Seite häufig geshared nur weil sie ganz oben steht oder führen Likes und Co. womöglich doch zu einem besseren Ranking?

Google-Rankingfaktoren Spearman-Korellation
Facebook Shares 0,31
Facebook Gesamt 0,30
Facebook Comments 0,26
Facebook Likes 0,24
Anzahl Backlinks 0,23
Tweets 0,18
Anteil NoFollow Links 0,12
Existenz Keyword in Domain 0,12
Anteil Backlinks mit Stopword 0,07
Anteil Backlinks mit Keyword 0,07
Anzahl der Bilder 0,05
Existenz Keyword in URL 0,05
Existenz Keyword in Description 0,04
Existenz Keyword im H1 -0,02
Existenz Adlinks -0,03
Länge des Titles in Buchstaben -0,03
Anzahl Adsense Blöcke -0,04
Existenz Adsense -0,04
Existenz Keyword im Title -0,04
Anzahl der Worte im Text -0,06
Position des Keywords im Title (Buchstabe) -0,06
Position des Keywords im Text (Wort) -0,06

Für den normalen Webseitenbetreiber ist meines Erachtens nicht wirklich wichtig, ob die derzeitige Korrelation von Social Signals und hohen Ergebnispositionen möglicherweise noch nicht dazu ausreicht, einen kausalen Zusammenhang daraus herzustellen. Er muss begreifen, dass das Social Web ihm die Möglichkeit bietet, seine Reichweite zu erhöhen bzw. seine Reputation zu steigern.

Dan schreibt am Ende seines Artikels, dass die Diskussion um Korrelationen und Kausalitäten nicht dazu führen darf, dass wir uns gegenseitig unsere Kompetenz absprechen:

My objective here is not to dispute basic scientific principles. Instead, I wish point out that perhaps we’re starting to create a vibe of negativity and lack of trust in our own findings and data in fear of being incorrect. Fear not and embrace your correlation and apply generously – but do apply common sense.

Was bringt uns die Erkenntnis um einen nicht kausalen Zusammenhang, wenn Suchmaschinen am Ende doch nur Korrelationen berücksichtigen? Social Signals sind die neuen Links! Was gibt es aus SEO Sicht eigentlich noch mehr dazu zu sagen?

Gretus

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. seo-diaries Website sagt:

    Sind Social Signals wirklich die neuen Links oder sind sie vielmehr ein weiterer Faktor der zunehmend an Relevanz gewinnt?

    Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass Links in Zukunft keine Bedeutung mehr haben werden. Und auch bei den Social Signals wird es Unterschiede geben. Ein Tweet wird doch jetzt schon anders gewertet, wie ein Share, uws.

  2. Seb@argutus Website sagt:

    Über das Thema mache ich mir auch immer wieder Gedanken. Dass mithilfe des Social Webs die Reichweite sowie die Reputation gesteigert werden, steht außer Frage. Und genau das ist doch für viele Webseitenbetreiber entscheidend. Was die Social Signals als Rankingfaktor betrifft, 100%ige Sicherheit gibts auch da (noch) nicht wirklich.

  3. […] Lesestoff zum Thema Korrelation vs. Kausalität von Social Signals liefert Gretus auf SEO-united.de […]

  4. Bodo sagt:

    Die Diskussion inwieweit die Social Signals Rankingfaktoren sind halte ich persönlich eigentlich für unnötig. Social Media gehört in vielen Branchen zum Marketing-Mix und bietet Vorteile. Aus Sicht des Nutzers wäre die Einbeziehung der Social Signals eine Demokratisierung der Suchergebnisse, da nicht mehr nur Webmaster über den Wert und die Relevanz von Inhalten bestimmen, sondern der Nutzer. Die Social Signals sind mit Sicherheit wichtig, auch wenn sie kein Rankingfaktor sind.

  5. Klaus Website sagt:

    Wenn über etwas geredet wird, dann muss es wohl wichtig sein. So wäre ja die einfache Logik dahinter, wenn Social Signs die neuen Links wären. Wenn ich jetzt aber z.B. häufig über meinen Zahnarzt rede, muss das nicht immer ein gutes Zeichen sein.

    Social Signals sind für aktuelle Themen und Ereignisse sicher wichtiger. Wenn Herr Meier jetzt SEO für seinen Schuhsohlen-Shop macht, wären plötzlich vermehrt aufkommende Social Signals doch eher unglaubwürdig.

    Dan Petrovic hat es genau richtig erkannt. Fürchte Dich nicht und vertraue auf deinen gesunden Menschenverstand. Bei meiner SEO-Arbeit funktionieren, nach wie vor, noch alle Maßnahmen wie gewohnt. Soziale Signale gehören auf jeden Fall dazu, zur Zeit sind es aber nicht die neuen Links.

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