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TrustRank – Was ist das eigentlich?

SEO  |  Alex Sczakiel  |  , 01:03 Uhr  |  17 Kommentare

Der TrustRank-Algorithmus ist ein Konzept zur Bekämpfung von Webspam, welches 2004 von Zoltán Gyöngyi und Hector Garcia-Molina, beide aus dem Computer Science Department der Standford University, und Jan Pederson von Yahoo! veröffentlicht wurde. Die Kritik damals war, dass das dem PageRank zugrunde liegende Verfahren nicht wirklich die Qualität einer Webseite bewerten kann und gerade Spammer nicht selten vergleichsweise hohe PageRank-Werte erreichen…

TrustRank bedeutet vereinfacht gesagt, dass man zunächst  etwa 200 Domains per Hand auswählt, welche dann das höchste Level in der TrustRank-Pyramide bilden. In diesem Level gibt es 0% Spam, nur editoriell erstellte Inhalte denen die Mitarbeiter der betreffenden Suchmaschine zu 100% vertrauen. Die ausgehenden Links dieser 200 Domains werden automatisch erfasst, und da alle direkt verlinkten Webseiten lediglich einen Sprung vom höchsten Trustlevel entfernt sind, werden diese immer noch als vertrauenswürdig eingestuft.

Wer zwei Sprünge vom Ursprung entfernt ist, steht schon nicht mehr ganz so vertrauenswürdig dar, weil in diesem Level schon wieder bis zu 10% Spam gefunden werden können. Drei oder vier Sprünge entfernt nimmt der Spam rapide zu. Webseiten, die sich in diesen Ebenen bewegen, werden von der Suchmaschine nicht als besonders vertrauenswürdig angesehen und dementsprechend schlechter in den Suchergebnissen gerankt. Rand Fishkin zeigt in einem seiner Whiteboard Friday Videos eine weitere vereinfachte Darstellung des TrustRank Algorithmus.

Konzept und Realität

Im Detail wird das Konzept des TrustRank-Algorithmus in der oben erwähnten Arbeit mit dem Namen Combating Web Spam with TrustRank erklärt. Des Weiteren kann ich die Seminararbeit von Dominik Scheiner empfehlen, welche das Ganze noch ein mal auf deutsch wiedergibt. Inwieweit dieses Prinzip heute von den Suchmaschinen eingesetzt wird kann nur vermutet werden. Google hat sich die Marke TrustRank zumindest gesichert, seit 2004 haben sich die Suchergebnisse deutlich verbessert und auch der PageRank wurde stetig weiterentwickelt.

Es ist anzunehmen, dass Google mittlerweile den eigenen Algorithmus mit dem TrustRank oder einem ähnlichen Konzept ergänzt hat. Viele SEOs empfehlen es als grobe Richtlinie für den Linkaufbau und das Wort Trust gehört heutzutage fest zum SEO-Wortschatz.

Um das TrustRank-Prinzip wirklich auszunutzen, müsste man die ursprünglichen 200 Domains kennen, jedoch weiß man noch nicht einmal, ob und wie Google dieses Prinzip überhaupt verwendet. Daher empfehle ich, das Ganze als Denkanstoß zu betrachten und sich beim Linkaufbau immer selbst zu fragen, ob man der jeweiligen Webseite vertrauen würde, wäre man in der Position der Suchmaschinen-betreiber.

stereophone

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Malte Landwehr Website sagt:

    Wobei man noch erwähnen sollte, dass die Zahl 200 heute absolut willkürlich ist. Die Zahl der Domains ist seit den ersten Papern über „Trust Rank“ stark angestiegen und daher müsste man heute auch eine größere Anzahl an Domain als Ausgangsbasis verwenden um stochastisch relevant zu bleiben. Sonst würde der durchschnittliche Trust Rank über alle Domains sinken wenn die Anzahl der Domains wächst. Natürlich mache ich hier die (meiner Meinung nach korrekte) Annahme, dass mit der Anzahl der Domains auch die durchschnittliche „Linkentfernung“ zwischen zwei beliebigen Domains wächst.

  2. Mißfeldt Website sagt:

    Klasse Denkanstoß. Ich frage mich in dem Zusammenhang: In vielen Fällen werden ja nicht die Hompages, sondern einzelne Unterseiten verlinkt. Die spannende Frage ist: Vererbt eine Unterseite den Trust auf die Gesamtdomain? Oder nur mit Abstrichen? Nach meiner Einschätzung wird der Trustrank „sidewide“ übergeben. Im Gegensatz zum PageRank.

    @Malte: sehe ich auch so.

  3. Gretus Website sagt:

    Hallo Malte,

    wie war es doch gleich, über 6 Ecken ist jeder Erdenbürger mit jedem verwandt? Gleiches lässt sich bestimmt auch auf Webseiten übertragen, wobei ein Link dann als `Verwandschaft 1ten Grades´ zu definieren wäre. Bei ca. 250 Millionen Domains sind es dann laut Adam Riese…

    Grüße

    Gretus

  4. so sagt:

    Zum Einen bin ich mir sicher, dass Google eine eigene „Trustliste“ führt, die sicherlich u.a. diverse Unis und staatliche Behörden beinhaltet. Zum Anderen bezweifel ich sehr stark, dass die Liste 200 Seiten listet (ich denke eher das vielfache). Du schreibst, wir sollen uns in die Lage einer Suchmaschine versetzen, gut dann würde ich den Trust nicht auf alle Unterseiten vererben und würde mind. ein mal im Monat diese „Trustliste“ auf Links überprüfen und die Liste dementsprechend anpassen 😉

  5. Gretus Website sagt:

    Hallo,

    wie im Text erwähnt, dient der TrustRank eigentlich nur dazu, Spamseiten zu finden. Wahrscheinlich würden für diesen Zweck 200 vordefinierte Domains ausreichen, vielleicht sogar weniger.

    2000 Domains macht die Findung nicht unbedingt leichter, irgendwo wird es da eine Grenze geben, mit welcher der TrustRank-Algorithmus die besten Resultate liefert…

    Grüße

    Gretus

  6. stereophone Website sagt:

    Ob es nun 100, 200 oder 1000 Domains sind ist gar nicht so wichtig bzw. kann nur Spekulation sein. Die Zahl 200 habe ich aus der Veröffentlichung von Gyöngyi, Garcia-Molina und Pederson, die Theorie der drei besagte das sogar weniger als 200 Domains ausreichen:

    „Our results show that we can effectively filter out spam from a significant fraction of the web, based on a good seed set of less than 200 sites.“

  7. Gretus Website sagt:

    Hallo,

    man muss eben bedenken, dass mit steigender Domainzahl auch die `Spamfreiheit´ dieser Domains abnimmt. Besser 100 `saubere´ Domains um Spam zu finden, als 1000 bereits teilweise `infizierte´ Seiten 😉

    Grüße

    Gretus

  8. Constantin sagt:

    Hallo zusammen,

    ich habe ja die Theorie, dass sämtlicher Trust lediglich von SEO-united.de ausgeht. Wer auf SEO-united.de linkt, erhöht den Trust sämtlicher Seiten sogar noch mit 😉

    Constantin

  9. Malte Landwehr Website sagt:

    @stereophone
    Auch wenn man den Fehler erster Art „Website mit Spam bekommt Trust“ auch mit weniger als 200 Domains gut vermeiden kann, wird der Fehler zweiter Art „Bei einer spamfreien Website ist kein Trust angekommen“ bei zu wenigen Ausgangsdomains so stark ansteigen, dass der Trust-Wert keinen Nutzen hat. Und wir müssen hier bedenken, dass man ggf. pro Sprache eine Menge ans Ausgangswebsites benötigt. Da kämen dann wirklich nur Universitäten (die aber oft UGC haben!) und Regierungsseiten in Frage.

    @Gretus
    Die Theorie besagt, dass jeder jeden über 6 Ecken kennt, nicht das jeder mit jedem über 6 Ecken verwandt ist. Verschiedene Studien sind zu Ergebnissen zwischen 6 und 7 Ecken gekommen aber meist ist die Datengrundlage (z.B. IM Accounts) schon in sich zu dicht vernetzt.

  10. Foolonthehill Website sagt:

    Kann man den Trustrank nicht vielleicht vereinfacht so betrachten:

    Der Pagerank geht davon aus, daß jede existierende (irgendwo verlinkte) Webseite Besucher hat und daß diese Besucher in Strömen weiterfließen.

    Dies entspricht aber nicht wirklich der Realität, denn es gibt viele Seiten für die es nicht automatisch Leser gibt.

    Nun kommt der Trustrank ins Spiel und baut wieder eine Topologie auf, ähnlich wie der Pagerank. Aber diesmal werden nur Leser für wirklich populäre Seiten angenommen, die bekanntermassen viel Publikum haben und gute Inhalte publizieren müssen.

  11. CleverClogs Website sagt:

    Gut erklärt, man lernt nie aus. Jetzt versteht man auch den Spruch: „Eine Seite hat viel Trust oder gibt viel Trust weiter.“ Danke

  12. Constantin sagt:

    Hallo Malte,

    wieso kommen nur Regierungs- und Uniseiten in Fragen? Meiner Meinung nach sind das zum Teil extrem schlecht, sehr spammige Seiten mit einer extrem kleinen Zielgruppe, also nicht geeignet für solch ein Massen-Messinstrument. In meinen Augen gibt es bessere Kandidaten als Hubs zur Ermittlung von Trustwerten wie zum Beispiel Nachrichtenseiten, sowie unabhängige Autoritäten in Nischen.

    Liebe Grüße,
    Constantin

  13. Malte Landwehr Website sagt:

    Constantin, wenn du für 50+ Sprachen „unabhängige Autoritäten in Nischen“ raussuchen willst, ist das ziemlich viel händische Arbeit. Und gerade Nachrichtenseiten trennen oft Werbung nicht korrekt von Artikeln.

  14. Constantin sagt:

    Hallo Malte,

    Google hat händische Arbeit noch nie gescheut, es wird nur unaufällig verpackt. Solch ein Autorität in der Nische lässt sich sogar durch einen Alorithmus bestimmen. Wäre doch ein nettes Thema für ne Diplomarbeit 😉

    Liebe Grüße,
    Constantin

  15. […] weise Worte zum Google Trustrank finden sich von Stereophone bei Seo-United […]

  16. […] Wer noch nichts von Trustrank gehört hat findet auf Seo-United.de eine schöne […]

  17. […] allerdings nicht nur die Positionen unter den verwendeten Linktexten stärken, sondern auch den Trust der gesamten Domain, lässt sich hieraus folgende allgemeine Regel ableiten: Rankt eine Domain […]

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