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Vernetzung der Micro-SEOs

SEO - Constantin am 8. September 2009 - 23:04  |  10 Kommentare »

In der letzen Zeit hat Google insbesondere kleineren SEOs das Leben extrem schwer gemacht und unternimmt auch weiterhin viel dafür, dass es sogar noch schwerer wird. Die Entwicklung ist gar nicht an einem fixen Ereignis oder Update des Algorithmus festzumachen, sondern vielmehr ein stetiges Schrauben an eben diesem…

Bei genauerer Beobachtung fällt auf, dass Google seinen Pfad der detaillierten Qualitätsbetrachtung immer mehr verlässt und stattdessen auf Trust vertraut. Anders gesagt: Der Algorithmus ist in den letzen Monaten nicht besser geworden, gute Positionen innerhalb der SERPs nur um einiges teurer. Immer mehr Linkquellen für kleine Webmaster werden ausgetrocknet und der Weg zum Oligopol innerhalb der Branchen ist deutlich zu verfolgen.

Reicht es als kleiner SEO heute noch aus, auf guten Content und der Einstellung, eine gute Website würde sich langfristig schon durchsetzen, zu vertrauen und zu beobachten, wie man immer mehr als Marionette der „großen“ bespielt wird? Mögliche Auswege sind die Flucht in eine Nische – es muss ja nicht gleich der Klappspaten sein ;-) – oder eine lokale Spezialisierung. Bleibt aber der aktuelle Trend erhalten, ist es nur eine Frag der Zeit, bis auch diese Wege höchst professionell erschlossen werden.

Wo Informationen eine Zeit lang im SEO-Bereich quasi durch Blogs und Foren allgemein zugänglich waren – weil allgemein gültig – ist dies zum aktuellen Zeitpunkt nur noch schwer möglich. Immer mehr Aussagen sind nur noch individuell anwendbar und kommen aus den Datenbanken teurer Tools. Dieses trägt wahrscheinlich auch mit dazu bei, dass SEO-Blogs immer weniger über Neuerungen berichten. Kleine SEOs jedoch können sich diese Tools oft nicht leisten, was ein Informationsdefizit gegenüber dem Wettbewerb zur Folge hat.

Das zweite Problem ist der Zugang zu trusted Links. Diese sind oft nur durch gute Beziehungen oder viel Geld zu bekommen. Wer sich mal ältere Artikel großer Onlinemagazine anschaut, wird dieses schnell nachvollziehen können. Als kleiner Marktteilnehmer kann man sich schon heute beides schlichtweg nicht leisten. Ich bin nicht der Einzige mit der Meinung, dass beides in Zukunft wichtiger und somit auch teurer wird.

Die einzige wirkliche Möglichkeit der kleineren SEOs auch in Zukunft noch eine entscheidende Rolle am Markt einzunehmen, liegt in der professionellen Vernetzung. Hierfür sollten drei kleine Richtlinien eine Anregung geben:

1.) Abschaffung des Linkgeizes: Nur lebendige Verlinkungskultur führt zum gemeinsamen Erfolg und kann auch von Google nicht ignoriert werden…
2.) Informationsaustausch: Es geht nur miteinander. So könnten sich zum Beispiel verschiedene Webmaster ein gemeinsames Tools wie bei einer Einkaufsgemeinschaft zulegen. Ein lebendiger Informationsaustausch führt ebenfalls zum gemeinsamen Erfolg…
3.) Kein Schrott produzieren: Leider gehen viele kleine SEOs dazu über, möglichst viele Seiten bzw. Domains zu produzieren und zu vermarkten. Dieses hat nicht nur einen inflationären Effekt auf Backlinks, sondern verhindert auch die Bündelung von Kompetenzen und Trusteffekten. Nur wer auf einer Hochzeit tanzt, kann auf eine glückliche Ehe hoffen…

Neben diesen drei grundsätzlichen Handlungsempfehlungen sollten kleine SEOs zusätzlich versuchen, sich professionell zu vernetzen. Wie in Foren wird es zwar immer wieder Leute geben die Gegenwind produzieren, dieses sollte aber nicht schon sämtliche Gedanken an eine professionelle Vernetzung im Keim ersticken.

Ich persönlich könnte mir folgendes System zum Tausch von Links, Content oder Artikeln vorstellen: Zugelassen werden nur SEOs welche unabhängig von mehreren anderen Webmastern empfohlen werden. Wer dabei enttarnt wird, beispielsweise lediglich ein Satellitenprojekt pushen zu wollen, fliegt samt den ihn empfohlenen  Webmastern raus. Ebenfalls das System verlassen müssen inaktive Mitglieder sowie Mitglieder, deren Seite abgestraft wurde. Neben der Qualitätssicherung darf es zu keiner Infiltrierung durch Google kommen.

Konkrete Daten anderer Webmaster sieht man innerhalb des Systems aus diesem Grunde ebenfalls nicht. Erst wenn es konkret wird, oder man sich gegenseitig bestätigt hat, sieht man die konkreten Daten des jeweils anderen. So wären ganz vielfältige und kreative Formen der gegenseitigen Verlinkung möglich.

Vorstellbar wäre so auch das Knüpfen nachhaltiger Kooperationen bzw. oben beschriebener „Einkaufsverbände“. Zusätzlich wäre die Bildung von Kompetenzteams möglich, um der immer größeren Informationsflut im Zuge von Universal Search & Co noch gerecht zu werden.

Auch wenn ich ein solches System als eines der wenigen Möglichkeiten zur Rettung der kleinen SEOs ansehe, halte ich es für Utopie. In der aktuellen Konstellation ist weder der Linkgeiz noch der Egoismus auch der kleinen SEOs zu überwinden…

Constantin

P.S.: Was denkt ihr über die aktuellen Entwicklungen? Wird es bald noch kleine SEOs geben bzw. ist ein Einstieg ohne Kapital schon bald unmöglich?

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Tweets zu diesem Beitrag:

  1. SEO-untied.de Gretus sagt:

    Hallo,

    meiner Meinung braucht man kein irgendwie geartetes System zur Vernetzung. Man kann den Leuten nur immer und immer wieder sagen, dass ausgehende Links die Qualität der eigenen Webseite verbessern. Wer nicht linkt, der sinkt :-D

    Grüße

    Gretus

  2. so Website sagt:

    Deine Idee in Ehren aber ich denke auch, dass man keinen “Verein” benötigt, da die SEO-Gemeinde zwar relativ groß ist aber dennoch man sich häufiger über den “Weg” läuft/liest. Da kommt es zwangsläufig zum Austausch, sei es von Ideen oder Links ;) Paradox fände ich es aber wenn man als “Kleiner” mit einem gewissen Kapital ausgestattet sein müsste, um Erfolg zu haben, denn das würde die “Idee der SE” ad absurdum führen. Frei nach dem Motto: “Wenn Du Dir keine guten Links leisten kannst, bist Du auch kein guter SEO”. Ich gebe Dir aber Recht damit, dass man sein Netzwerk stetig ausbauen muss.

  3. Sascha Website sagt:

    Wirklich sehr interessanter Artikel. Mit meinem Beobachtungen kann ich dem Autor nur beipflichten. Es wird immer schwieriger Seiten durch “billige” Linkaktionen” zu pushen. Aber ein System zur Selbstverpflichtung benötigt es nicht. Jeder “alte” SEO sollte einmal darüber nachdenken, wie er die Stärke erhalten hat, die er heute besitzt und sich nicht dem Egoismus hingeben. “Jetzt stehe ich oben, also helfe ich auch keinen mehr. (Typisch deutsche Mentalität).” Und besonders die großen Suchmaschinenbetreiber sollten sich überlegen, was wirklich Qualität bedeutet, denn darüber rege ich mich zur Zeit am meisten auf, wenn ich die Suchergebnislisten betrachte. Und wenn der kleine SEO ein wirklich guter SEO ist, dann weiß er auch wie er überleben kann :-)

  4. HJoerge Website sagt:

    “Breitband-SEO” wird für die Kleinen definitv schwieriger. Da ist es vermutlich einfacher, wenn man sich auf einige Branchen spezialisiert und sich hier ein eigenes Netzwerk aufbaut. Damit meine ich jetzt nicht die Kunden untereinander zu verlinken, sondern sich in das spezielle Thema einzuarbeiten, passende Websites, Communities etc zu finden und Kontakte zu knüpfen.

  5. Max Website sagt:

    @sascha Für die Suchkonzerne, ist Qualität = Money, schlussfolgernd ist Money = Werbung, also ist Qualität = bezahlte Werbung.
    Daran wird sich nie etwas ändern.

    Ich denke, dass die Aufgabe der SEOs Kunden zu generieren, bald weit facettenreicher sein wird als heute, eben aus dem oben genanntet Grund. Irgendwie hat sich SEO vom Oberbegriff Internetmarketing ein wenig abgekoppelt und fast eine eigene Linie des Marketings geschaffen. In Zukunft wird es wohl so sein, das SEO sich wieder eingliedern wird, neben SMO und SEM.

    Fakt ist, dass es bereits heute, recht schwer ist ein Projekt / Shop über Sumas mit Kunden zu füttern und man sowohl Social Networks, als auch Kooperationen mit themengleichen Seiten nutzen muss um Umsätze zu generieren und ich meine damit nicht einfach nur Linktausch.

  6. Marek sagt:

    Grundsätzlich stimme ich dem Artikel zu. Denn es wird immer schwerer mit kleinem Budget was zu erreichen. Darum halte ich es schon für sinnvoll sich weiterhin zu vernetzten, auch wenn man mit Sicherheit den einen oder anderen mal so auf Events trifft.

  7. SEO-untied.de Thomas Website sagt:

    Ich finde die Idee gut! Ist aber sicherlich sehr schwierig zu realisieren. Grund für die Suchmaschinen die kleinen zu “bestrafen” ist einfach, dass wie einst mit den Metatags zu viel Schindluder mit den Netzwerken getrieben wurde.

    Suchmaschinen wollen eben TRUST und ein großes Netzwerk wird von SUMAs als vertrauenswürdig eingestuft (meistens).

    Es ist verhältnismäßig einfach ein kleines Netzwerk zu errichten und damit wurde ja in der Vergangenheit schnell die eine oder andere Seite nach oben gepusht, das ist jetzt nicht mehr möglich mit den negativen Konsequenzen für die kleineren SEOs ohne dickes Netzwerk oder Geld für deren Aufbau.

    Aber Kopf hoch alles ist dynamisch und so wird sich auch für die Kleinen wieder ein Vorteil ergeben, vielleicht ja durch ein stärkeres Zusammenrücken…

    Gruß und Danke für den Artikel!

  8. [...] damit haben die Jungs von SEO-United imho den Nagel auf den Kopf getroffen.  Quintessenz des Artikels ist, dass man es als kleiner SEO [...]

  9. [...] von SEO-United.de hat in dem genialen Artikel “Vernetzung der Micro-SEOs” ein bisschen in die Zukunft geschaut und prognostiziert, dass es für kleinere SEOs [...]

  10. [...] mit einer Flashsuchmaschine, aber wer mit Jahresbudgets kleiner sechsstellig rumwerkelt kann eh einpacken [...]