Passend zu Ostern möchte ich eine etwas gewagte These erörtern. Nicht, weil mir Erörtern schon in der Schule so viel Spaß gemacht hat, sondern weil mir einige Aussagen bzw. Bewertungen immer wieder aufstoßen.
Darauf gekommen bin ich bei einer Diskussion zur Rekrutierung eines Schulungsmitarbeiters für Anwendersoftware. Immer wieder tauchten Argumente auf, die uns am Ende eines klar machten. Der Mitarbeiter müsste aus der Programmierung kommen, z.B. über eine Ausbildung zum Fachinformatiker verfügen. Nur so können komplexe Programmabläufe nachvollzogen werden, den Anwendern erklärt werden und vor allem auch Fragen beantwortet werden.
Analog dazu habe ich mir schon öfters die Frage gestellt, ob es auch zu den Voraussetzungen eines SEOs gehört, programmieren zu können. Und ich sage: JA!
Dies hat so viele Vorteile, z.B dass man die Effektivität seiner Arbeit maßgeblich steigern kann und auch im Bezug auf die Zukunft und die damit verbundenen Technologien einen guten Standpunkt einnehmen kann.
Oft werden Tools benutzt, um Seiten zu bewerten, Positionen zu überwachen oder Dinge zu automatisieren. Aber hier lauert eine große Gefahr. Denn kein SEO-Tool liefert die absolute Wahrheit und so werden Informationen oft zu falschen Aussagen. Eine mögliche Folge wäre, dass man später in die falsche Richtung arbeitet. Und als Programmierer war mir von Anfang an klar, warum ein Tool nur ein Annäherungswert liefern kann. So stelle ich mir immer gleich die Frage, wie in Tool arbeitet. Dadurch kann ich die Qualität viel besser einschätzen, denn ich weiß, wie es im Hintergrund funktioniert und welche Datenbasis ausgewertet wird.
Natürlich können Tools auch nützlich sein und dazu beitragen, die Effektivität der Arbeit zu verbessern, zumindest wenn man weiß, welche Aussagekraft die Informationen besitzen. Doch jeder hat andere Ansprüche und Anforderungen an ein Tool. Als Programmierer setze ich mich entweder hin und mache es schnell selbst oder kann einen Außenstehenden Programmierer mit dieser Aufgabe beauftragen. Dies hat aber nur Sinn, wenn die Durchführbarkeit der Arbeit bewertet werden kann. Denn ein Tool wie „Google“ braucht man nicht mal eben in Auftrag zu geben. Auch ein Backlinkchecker ist keine erfüllbare Aufgabe. Zusätzlich ist es sonst nicht möglich, einen Kostenvoranschlag zu bewerten und man verkalkuliert sich verdammt schnell
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Bewertung von Gerüchten, Zukunftsereignissen und den Technologien der Zukunft. Immer wieder stehen Aussagen im Raum, die eine Einschätzung über die Dinge von Morgen geben. Dinge wie die Bewertung der Semantik sind einfach nicht so leicht zu realisieren, wie sich dieses viele vorstellen. Ein weiteres gutes Beispiel ist die Diskussion um die Abwertung von Linkverkäufern. Der Programmierer wusste, dass dies nicht automatisch geschehen sein konnte. Dadurch sieht man die Dinge ganz anders und wesentlich relaxter.
Da im Grunde alle Programmiersprachen gleich arbeiten, kann ich mir viel besser vorstellen, wie eine Suchmaschine vorgeht und den Inhalt von Websites bewertet. Auch die Zusammenarbeit mit einem Kunden ist viel effektiver, wenn man programmieren kann. Da viele mit einem CMS arbeiten, ist das gezielte Anpassen der Website nur dann möglich, wenn man die arbeitsweise des CMS versteht und weiß, wo was wie passiert. Auch bei Fragen in Bezug auf Suchmaschinenoptimierung lassen sich oft nur schlüssig beantworten, wenn man selber nachvollziehen kann, wie eine Suchmaschine arbeitet.
Abschließend lässt sich festhalten, dass insbesondere diejenigen, die SEO auch für Kunden anbieten, klar im Vorteil sind, wenn sie selber über Programmierkenntnisse verfügen. Wer heute also noch nicht programmieren kann, sich aber dennoch als SEO bezeichnet, dem würde ich empfehlen, sich wenigstens Grundlagen der Programmierung anzueignen. Da viele Webseiten auf Grundlagen von PHP und MySql arbeiten und PHP sich auch gut als Anfängersprache eignet, kann man sich hier einen guten Start verschaffen. Auch wenn es im eigentlichen Sinne nicht also Programmiersprache gilt, gehört HTML inkl. CSS natürlich auch dazu.
Constantin





























Das ist wohl so eine Sache. Habe auch einen Kunden, der “optimiert” selbst viel. Allerdings kommt er einfach nicht dahinter, mit welch einer Logik Maschinen arbeiten können. Ich sage immer alles, was eine Maschine nachvollziehen kann, ist im Bereich SEO auch von Suchmaschinen nachvollziehbar und wird irgendwann von den Suchmaschinen auch richtig interpretiert. Alles andere ist kurzfristige Suchmaschinenoptimierung aber in keinem Fall nachhaltig.
Stimme ich dir absolut zu. Wer in Zukunft wirklich arbeiten will und nicht mitrennen, oder auf Tools angewiesen sein will, der sollte in den Sprachen xhtml, css, php, mysql, css einigermaßen bewandert sein. Genauso die Visualisierung und Virtualisierung.
Hallo,
als `Nichtprogrammierer´ sehe ich das Ganze natürlich etwas anders. SEO bedeutet für mich, dafür Sorge zu tragen, dass eine Webseite erfolgreich ist bzw. besucht wird. Wie man dieses letztendlich realisiert, ob durch SEO selbst, durch SEM oder einfach, weil man ständig interessante Inhalte generiert, ist dabei zweitrangig…
Grüße
Gretus
PHP ist keine Programmiersprache
Es is ne Scriptsprache, genau so wie html und css nichts mit Programmieren zu tun haben. C++ ist eine Programmiersprache.
Aber sonst geb ich dir recht
Musste heute nur noch jemand dumm anmachen.
Hallo Julia, php zählt zu den objektor. Programmiersprachen
Hier nur ein kleiner, em Beweis
Da Stimme ich dir vollkommen zu. Bis auf einen Punkt: PHP eignet sich nicht als Programmiersprache für Anfänger, jedenfalls nicht, wenn man im Bereich der Programmierung professionell arbeiten möchte. PHP vergibt da einfach zu viel (siehe Datentypen). Meine Meinung nach eignet sich C++ perfekt zum Einstieg. Ist zwar nicht ganz einfach, aber sauber strukturiert. Außerdem lernt man da auch die verschiedenen Programmierparadigmen wie z.B. objektorientierte oder prozedurale Programmierung. Wobei sich auch Java gut für den Einstieg eignet.
[...] Warum ein guter SEO programmieren kann – SEO-United Bloggen Tags: Tags: links, ostern [...]
Css? Php?
Kann man das essen?
Frohe Ostern.
Frohe Ostern erstmal!
Also ich sehe das wie Gretus. Natürlich ist es sehr von Vorteil, wenn man programmieren kann. Aber dafür habe ich ehrlich gesagt überhaupt keine Zeit. Heutzutage spezialisiert sich jeder und da ist es gut, wenn man eine Sache richtig kann.
Wenn ich ein Projekt mache, dann hole ich mir einen Webdesigner (Schwerpunkt “schöne Webseite”) und gegebenenfalls eben noch einen Programmierer. Ein bisschen PHP schadet natürlich nie und spart immens Kosten.
Aber dass ein guter SEO programmieren können muss, das stimmt einfach nicht. HTML und CSS ist aber absolute Grundlage, das ist klar.
Hi,
schwierig zu sagen. Ein SEO ist im eigentlichen Sinne ein Marketingberater. Im Marketing kommt es vor allem auf Erfahrung, innovative Vermarktungsideen, Netzwerke, … mit dem primären Ziel den Bekanntheitsgrad des Produktes zu steigern.
Der SEO muss vor allem Werkzeuge beherrschen, um schneller seine Analysen durchführen zu können. Hierfür sind keine Programmierkenntnisse erforderlich, solange es qualitativ hochwertige Tools für seinen Aufgabenbereich gibt. Allerdings ist dies davon abhängig ob der “SEO” eine Einzelperson oder eine größere Agentur darstellt. Im Falle der Agentur sind für die Optimierung der Geschäftprozesse, programmiertechnische Arbeiten unabdingbar. Hierbei werden Prozesse und Aktivität zur Erledigung von SEO-Aufgaben mit Software teilautomatisiert.
Die meisten CMS-Systeme bieten die Möglichkeit ebenfalls ohne Programmierkenntnisse SEO- Faktoren zu optimieren. Umfassendere Kenntnisse im HTML-Bereich sind dagegen notwendig.
Ich denke nicht, dass ein SEO unbedingt programmieren muss. Obwohl ich selber Programme entwickelt habe, um meine SEO-Arbeit zu erleichtern. Diese Aufgabe zählt für mich in den Bereich Informatik.
PS: PHP ist erst ab Version 5 objektorientiert. PHP wird zur Laufzeit interpretiert und ist damit eine objektorientierte Skriptsprache. Im Gegensatz dazu werden Programmiersprachen zur Build-Zeit in maschinenlesbaren Code gewandelt. Beispiele für objektorientierte Programmiersprachen sind Java, C++, …
In diesem Sinne schöne Ostern
Alexandra
Ich habe auch mit Java angefangen, damals an der Uni, allerdings didaktisch grauenhaft aufgebaut.
Javascript und PHP (in beidem kann man wunderschön objektorientiert programmieren, wenn man es denn möchte) kamen learning by doing dann dazu. Sie sind erstmal einfach, aber man sollte wissen, was man tut, sonst kann man da insbesondere bei PHP ganz schnell übelste Sicherheitslücken bauen.
Letztlich sind aber die hier genannten Skriptsprachen und echten Programmiersprachen sich vom Aufbau, den grundlegenden Konzepten (Variablen, Konstanten, Funktionen, Klassen, Objekte …) und der Syntax her sehr ähnlich, ganz anders eine Markup-Sprache wie HTML.
Für das “was steht wo” in OS-Software finde ich die Kenntnisse sehr hilfreich, v.a. weil sich damit die grundsätzliche Möglichkeit ganz eigener Erweiterungen bietet, wenn diese Funktionalitäten auch in den verfügbaren Plugins nicht enthalten sind – für einfache Content-Seiten oder Blogs natürlich eher weniger erforderlich.
Man hat definitiv die Möglichkeit, die Prozesse, die bei Suchmaschinen, aber auch bestimmten Internetseiten zugrunde liegen, besser nachvollziehen zu können, ggf. bei Unterstützung durch weitere Lektüre. Ich möchte meine Kenntnisse jedenfalls nicht missen.
Hallo,
wie sagt man doch so schön, es gibt viele Wege die nach Rom führen
Grüße
Gretus
… versuchen wir wieder mal zu definieren was ein SEO ist ?
Schwachsinn, Sorry
Ich halte es nicht für Schwachsinn.
Ein einfaches Beispiel ist auch WordPress. Natürlich gibt es Plugins, die man sich installieren kann. Aber damit geht man immer noch den Weg des Mainstreams. Wer besser sein will als der Rest, kommt um ein bisschen Programmierung nicht herum. Und wer nicht programmieren kann, kann nicht einmal die Möglichkeiten kennen.
Natürlich kann man auch “SEO” sein, ohne selbst programmieren zu können. Nach meinen Erfahrungen ist man damit nur lange nicht so effektv. Als Schwachsinn würde ich es jedenfalls nicht bezeichnen. Aber danke für die Kritik!
Liebe Grüße,
Constantin
Ist schön für Dich dass Du programmieren kannst und ich könnte es auch gerne. Bietet man es als Dienstleistung an, ist ein Grundwissen natürlich auch voraussetzung.
Um eigene Sites nach oben zu bringen aber absolut unnötig. HTML Kenntnisse sind ausreichend um davon Leben zu können. Im Vergleich zu einem ausgebildeten Programmierer der keine Ahnung hat was in den letzten 5+ Jahren SUMA-mäßig passiert ist würde ich mich diesbezüglich weit vorne sehen, insbesondere dann wenn brauchbare Projekte ins Spiel kommen.
P.S. Da Du Dich so gut auskennst kannst Du sicher sagen wieso hier die Buchstaben verschwinden, wenn ich ein falsch geschriebenes Wort verbessern will
Hallo Constantin,
ich möchte Dir Recht geben. Um besser zu sein, als der Standard, braucht man entweder einen Programmierer im Team oder muss halt selbst etwas davon verstehen.
Zu einzelnen Kommentaren kann ich nur folgendes sagen. Klar machen SEOs auch oft mehr als SEO und SEO ohne den Blick auf den Erfolg des Projektes als Ganzes zu haben, ist wohl rausgeworfenes Geld. Aber wenn wir über SEO als Solches sprechen, dann sind die Feinheiten im Onpage-Bereich und sogar die Grobheiten im Offpage-Bereich ohne eigene Systematik nur semiprofessionell zu lösen.
Und wer eine Definition von SEO braucht, sollte sich mit dem Wort Schwachsinn etwas zurückhalten
gruß
suche23
Ich bin ganz deiner Meinung. Vor allem hat ein SEO mit Programmierfähigkeiten ein größeres technisches Verständnis für die Arbeitsweise von Suchmaschinen. Man muss schon wissen wie eine Suchmaschine funktioniert, um eine Seite für diese zu optimieren.
Ich habe tatsächlich schon aus dem Mund eines SEO gehört: “Klar weiß Google wie oft eine Seite in den Ergebnissen angeklickt wird, das wird doch alles getrackt.”
Ein guter SEO sollte Grundkenntnisse des Programmierens kennen und den Quelltext verstehen. Selber Programmieren muss ein SEO meiner Meinung nach nicht können.
ein guter seo sollte einen programmierer unter sich haben…
Da stimme ich Felix zu, man muss einfach wissen wo man seine Leute herbekommt bzw. man muss/kann ja nicht alles alleine machen! Basics sollten jedoch vorhanden sein…!
Programmieren können ist zumindest nicht nachteilig
Aber wichtiger ist meiner Meinung nach etwas logisches Denken (okay, das schadet auch beim Porgrammieren nicht). Schließlich sind die Suchalgorithmen von Menschen programmiert. Bevor man die Technik versteht sollte man sich überlegen, worauf die Programmierer Wert legen. Welche Maßstäbe setzt eine Suchmaschine für eine relevante Seite an? Wer sich in das Thema reindenken kann wird wahrscheinlich mehr Erfolg haben, als jemand der “nur” das technische Verständnis hat.
SEOs sind eine Art Computerspezialisten, daher würde es durchaus der Kompetenz nicht abträglich sein, wenn ein Know-how über Programmiersprachen existieren würde. Doch SEO ist ein weiter Bereich, der neben der technischen Seite auch Marketing-Strategien erfordert. Für die Erstellung von z.B. eyecatcher Titeln einer Website braucht man – sofern jemand Besucher beeinflussen möchte- psychologisches Grundwissen. Wichtiger als Programmierung ist ohnehin der Pragmatismus. Als Einzelkämpfer-SEO wird man früher oder später aber sowieso mit der technischen Seite in Kontakt kommen. Spätestens dann, wenn ein Kunde wünscht, dass seine Foren-Software oder CMS suchmaschinenfreundlich angepasst werden soll.
Zum Schluss sollte folgende Analogie zum Nachdenken anregen:
Muss ein guter Rennfahrer KFZ-Mechaniker sein? Nein! Er muss nur möglichst schnell vom Start ins Ziel kommen. Genau wie ein SEO mit seiner oder einer Kundenseite.
Grüsse
Martin