Die beiden Wissenschaftler Jonah Berger und Eva Buechel wollen herausgefunden haben, warum insbesondere emotional labile Menschen dazu neigen, innerhalb sozialer Netzwerke Details über ihr Privatleben preiszugeben. Im Gegensatz zum realen Leben – hier neigen labile Menschen offenbar eher dazu, sich zurückzuziehen – scheint innerhalb sozialer Netzwerke alleine die Hoffnung auf eine Resonanz anderer Mitglieder dazu zu führen, dass sich labile Menschen zumindest kurzfristig besser fühlen…
Consistent with this perspective, we find that emotional unstable individuals are more likely to post self-relevant information online and write about their emotions when doing so – a tendency not observed offline. Further, such emotional writing, paired with the potential to receive social support helps them repair well-being after negative experiences. These results shed light on a motivator for, and benefit of, online social networking, while also demonstrating how the social sharing of emotion can boost well-being.
Folgende Grafik zeigt, dass sich emotional labile Menschen besser fühlen, wenn sie innerhalb sozialer Netzwerke mit anderen Menschen in Kontakt treten. Wo bei emotional gefestigten Personen eine von anderen Mitgliedern zu erwartene Resonanz lediglich zu einer leichten Stimmungsaufhellung führt, scheint alleine das Potential einer möglichen Reaktion anderer Mitgleider bei labilen Menschen dazu zu führen, dass es ihnen oft schon merklich besser geht.
Die kürzlich unter dem Titel `Facebook Therapy – Why Do People Share Self-Relevant Content Online?´ (PDF) veröffentlichte Studie zeigt, dass auch der Austausch via Internet als vollständige Form der Kommunikation angesehen werden muss. Egal ob Mail, Chat oder SMS, die Unterhaltung via Internet führt zu ähnlichen Reaktionen wie die Kommunikation im realen Leben – im Positiven wie im Negativen.
Gretus





























Also hat Facebook nun auch noch einen therapeutisch wertvollen Nutzen. Wenn wir im Gegenschluss von dem Suchtfaktor absehen.
Hallo Martin,
genau, alles hat seine Vor- und Nachteile…
Grüße
Gretus
Als therapeutisch wertvoll würde ich es nicht unbedingt bezeichnen, denn therapiert wird ja nichts. Es ist lediglich eine andere Form des Smalltalks für diejenigen die ungerne mit echten Menschen reden. Mit dem großen Nachteil, dass die halbe Welt zuhört und alles was du sagst irgendwann gegen dich verwendet werden kann.
Was natürlich auch für diesen Kommentar gilt…
Gerhard
Eben der Nachteil ist vielen jedoch nicht bewusst, bzw. zählt das kurzfristige Stimmungs-”High” mehr als potenzielle langfristige Komplikationen, die erst Monate oder Jahre später auftauchen können, wenn sich der zukünftige Arbeitgeber mal etwas genauer umschaut, was der potentielle Mitarbeiter denn so treibt.
Wenn man seine Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook richtig setzt, dann kann eigentlich nicht viel passieren, oder? Und befreunden sollte man sich sowieso nur mit Leuten, die man auch wirklich kennt und die man auch wirklich an seinem privaten Leben teilhaben lassen will. Ob man nun Kollegen dazu zählt, das muss wohl jeder selber entscheiden.
Das erklärt, warum einige Personen uns wöchentlich über ihren aktuellen Beziehungsstatus informieren und viele weitere Details über ihr aktuelles Gefühlschaos preisgeben müssen. Spart Geld für den Therapeuten.
Das Problem ist ja, dass der Therapeut dadurch nicht ersetzt wird. Denn der würde ja dabei helfen, das Problem zu lösen, was FB schließlich nicht tut. Aber dazu müsste man erst einmal erkennen dass es ein Problem gibt – auch dabei hilft FB nicht.
Vielleicht sollten Therapeuten vermehrt Werbung auf FB machen … könnte sich lohnen
Gerhard
Aha und was ist die täglich/wöchentliche Schwellwertgrenze an Statusmeldungen, ab wann man einem User als geistig labil abstempeln kann?
Dafür gibt es natürlich keinen konkreten Schwellenwert. Aber es gibt Fälle, in denen User so persönliche Sachen über Facebook posten, die ich persönlich nur meiner besten Freundin erzählen würde. Ich finde das immer etwas merkwürdig…
[...] Heute las ich einen hochinteressanten Bericht in einem Blog [...]
Also, ich finde die richtig privaten Post in FB sind auf jeden Fall zurückgegangen. Also so kann ich das zumindest beobachten. Und auch was die privaten Fotos angeht, wird nicht mehr so viel und so viel peinliches gepostet. Das liegt wohl daran, dass über FB so stark in den Medien diskutiert wird. Ich musste mich schon manchmal wundern, dass so wenig gepostet wird. Besonders, weil es aktuell auch recht viele Feste und Events in meiner Umgebung gibt. Aber ich muss auch dazu sagen, dass die, die privates posten, das auch seeeehr ausgiebig und oft machen. Es sind also eigentlich immer die selben und wenigen Leute, die brav weiter machen.
LG.
Macht doch Sinn. Vorallem wenn die Personen schüchtern sind. Online können sie dann meistens ihre Hemmschwelle überwinden und sich ausgiebiger mit anderen unterhalten. Und das überall im Netz. Nicht nur auf Facebook.
Am besten einfach den Facebook-Account komplett löschen. Alles nur Geldmacherei mit den Daten.