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Ingress – Die Strategie hinter dem Google Game

Social Media  |   |  , 10:52 Uhr  |  19 Kommentare

Google Ingress LogoGoogle+ wird 2013 ein großes Thema für SEO und Social Media werden – dessen sind sich alle einig. Dennoch hat das Portal, das von vielen schon als Geisterstadt gehandelt wird, ein großes Problem: Die Nutzer! Bisher beschränken sich die aktiven Nutzergruppen hier hauptsächlich auf Digital Nativs, Nerds und Spezialisten. Auch Fotografen haben sich langsam in das neue Social-Network verlagert…

Um allerdings mit dem Konkurrenten Facebook auf Augenhöhe zu kommen, müssen die Nutzerzahlen massiv steigen. Google arbeitet an dieser Strategie langsam und beständig. So wurde Google+ mit Gmail, Youtube und dem Google-Phone „Nexus“ verknüpft. Jetzt allerdings, hebt Google diese Art der Nutzer-gewinnung auf den nächsten Level.

Eine App als Nutzer-Magnet

Die neue Strategie ist die Andoid-App Namens Ingress – ein Game das mit Augmentet Reality arbeitet und „GEOcaching“ auf ein massenkompatibles Niveau hebt. Das Spielprinzip ist wohl durchdacht: Zwei verfeindete Parteien, die Resistance und die Enlighted, kämpfen um Portale, welche sich an Denkmälern und öffentlichen Orten überall um uns herum befinden. Diese werden dann miteinander zu Flächen verbunden um sogenannte Mind-Units zu erzeugen. Das Team mit dem größten Anteil Mind-Unites führt. Gewinnen geht nicht, aber der Reiz sein eigenes Viertel in einer nächtlichen Hauruck-Aktion für sich zu gewinnen ist attraktiv und fesselnd.

Der Unterschied zu gewöhnlichen Apps: Statt einer Figur wird das Spiel über GPS gesteuert – man selbst ist also die Figur und muss sich zu den erwähnten Portalen begeben, um mit diesen interagieren zu können.

Keine Neuerfindung des Rades

Die Strategie, Nutzer über ein Spiel zu binden, ist nicht neu, aber genial! Auch Facebook fing mit „Hot or Not“ an und eroberte Deutschland nicht zuletzt wegen des zum Ende hin doch äußerst nervigen Spiels „Farmville“ der zur Zeit sogar in die zweite Runde startet.

Bisher bewegen sich in Ingress aufgrund der Beta-Version mit begrenzten Invites hauptsächlich Digital Natives, aber die Welle fängt an weiter um sich zu greifen.

Googles Strategie

Um an dem Spiel teilzunehmen, muss man einen Google+-Account haben und dort hinterlegen. Auch die Kommunikation in dem als Teamplay angelegten Spiel läuft daher fast ausschließlich über Google+-Communities und wird von den Google-Mitarbeitern auch forciert. Das Spiel selbst läuft bisher nur auf Android-Geräten: Apple Nutzer müssen sich wohl oder übel ein anderes Smartphone zulegen.

Neben den Nutzern, kann Google so außerdem Bewegungs-Daten sammeln, was ich unbedenklich finde, und dies später in Form von Werbung monetarisieren. Golem vermutet, dass es sogar „Sponsored“ Portale geben könnte, um Benutzer gezielt z.B. zu einer McDonalds-Filiale zu führen. Herausforderung wird hier sein, dadurch die Nutzer nicht zu verschrecken, wobei es sicherlich Möglichkeiten gäbe, dies dezent genug zu integrieren.

Golem vermutet hinter dem Game zudem das Sammeln von Bewegungsdaten womit Google Maps verbessert werden könnte – ein Produkt das sicherlich auch irgendwann kostenpflichtig werden wird.

Fazit

Die Idee verspricht Spielspaß auf der ganzen Linie und verlängert den Weg zur Arbeit vermutlich ein wenig. Aber sie könnte auch für das Google-Netzwerk Google+ ein echter Quantensprung werden. Wie sich die App final monetarisieren wird bleibt also abzuwarten, spätere Werbeeinblendungen sind aber durchaus zu erwarten.

Auch hinsichtlich der Entwicklung der Google-Glasses dürfte die App einer von vielen späteren Verkaufs-gründen sein. Marketingland sagt dazu:

Ingress is not the first game to use augmented reality in the “real world,” but it’s probably the most refined and ambitious one to date […] However I believe this is one of the most interesting things Google has done in a very long time.

Spielt Ihr schon Ingress oder werdet Ihr es spielen? Oder ist das Risiko einer erneuten Aus-beutung der Nutzer zu groß? Ich freue mich auf Eure Kommentare!

Nicole
Nicole Mank ist nicht nur SEO Newcomerin des Jahres 2012, sondern auch die neuste Autorin im Team von SEO-united.de! Als SEO bei der SEOSEO GmbH hat sie es fast jeden Tag mit neuen, kniffligen Fällen zu tun. Nicole wird ab sofort zweimal im Monat hier bei uns bloggen, diesbezügliche Themenwünsche können gerne auf Google+ hinterlassen werden.
Sie befinden sind hier: Ingress – Die Strategie hinter dem Google Game

Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Hanns Website sagt:

    Danke für die Info. Als begeisteter Geocacher bin ich gepannt auf Ingress. Auf den ersten Blick fehlen allerdings einige entscheidende Erfolgsfaktoren im Vergleich zu geocaching.com. Ich lass mich aber gerne überraschen.

  2. Sebastian Socha Website sagt:

    Hi Nicole,

    ich habe vor Monaten versucht einen Invite zur Beta-Version von Ingress zu erhalten. Bis heute habe ich nichts mehr von den Jungs & Mädels, die Ingress auf G+ promoten gehört.

    Das frühe Seeding in Kombination mit extremer Verknappung hat für viel Frust unter interessierten Nutzern gesorgt und ich habe nun irgendwie echt keinen Bock mehr auf dieses eigentlich total spannende Konzept.

    Wer ein klein wenig mit Online-Games erfahren ist, der weiß, dass es nichts ätzenderes bei Games gibt, die auf Leaderboards und auf über lange Zeiträume akkumulierte „Skills“ und „EXP“ aufbauen, wenn man nicht möglichst früh dabei sein kann…

    Die Spekulationen bzgl. der Bewegungsmuster halte ich durchaus für gerechtfertigt, zur Verbesserung von Google Maps Daten sicherlich gut geeignet. „Sponsored Portals“ wäre hingegen eine Entwicklung, vor der ich mich fürchte…

    Gruß & viel Erfolg hier als Neuzugang bei SEO-united.de 🙂

    Sebastian

    • Nicole Website sagt:

      Hallo Sebastian,

      das mit den Invites ist wirklich etwas schwer, allerdings zu machen:

      1. Ein kreativer Post: https://plus.google.com/110245114890087759836/posts/TKny7BYGDgc
      2. Email auf der Ingress Seite eintragen (ca. 5-6 Wochen Wartezeit): https://www.ingress.com/
      3. Diverse Rätsel auf der Google+-Ingress Seite oder anderen Ingress-Seiten, einfach den Google-Alert einrichten und dran bleiben.

      Es ist momentan wirklich nur ein Beta-Test und ich fürchte so einen Hype während der Tests hätte selbst Google nicht erwartet.

      Viel Glück und danke für die guten Wünsche 🙂

  3. Superhirn sagt:

    Google+ wird 2013 ein großes Thema für SEO und Social Media werden – dessen sind sich alle einig.

    Wer behauptet das? Ich kenne niemanden im privaten Umfeld, der Google+ nutzt. Wie im Artikel richtig geschrieben tummeln sich hier hauptsächlich Nerds und Online-Marketer – der Rest ist auf Facebook und es gibt keinen Grund für diese Leute die Plattform zu wechseln. Das wird sich weder 2013 noch 2014 ändern, weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist und sich dort rumtreibt, wo alle sind.

    Um allerdings mit dem Konkurrenten Facebook auf Augenhöhe zu kommen, müssen die Nutzerzahlen massiv steigen. Google arbeitet an dieser Strategie langsam und beständig.

    Die Strategie lautet momentan, dass jeder Nutzer, auch wenn er nur ein Video bei YouTube hochladen, Gmail nutzen möchte oder ein Android-Phone hat, automatisch einen Google+ Konto aufgedrückt bekommt. Mit dieser Strategie kann Google dann sagen: „Seht her, wir haben jetzt 100 Mio. Nutzer!“ Come on. Sie haben vielleicht 100 Mio. Google+ Accounts und das ist schön für die Statistik, aber wie viele davon werden wirklich aktiv genutzt? 5%? Vielleicht so 10%? Wenn überhaupt…

    Golem vermutet hinter dem Game zudem das Sammeln von Bewegungsdaten womit Google Maps verbessert werden könnte.

    Ein Grund mehr für jeden klar denkenden Menschen einen RIESEN Bogen um diese Geschichte zu machen und erschreckend, wie gleichgültig den Leuten inzwischen ihre Privatsphäre ist!

    • Tim Website sagt:

      1. SEO und Nutzer haben nicht direkt was miteinander zu tun. Aber z.B. Google Authorship wird auf quasi jeder Seite als künftiger oder aktueller Rankingfaktor vermutet

      2. Welchen Nachteil hast du als Individuum, wenn Google weiß, dass du morgen um 16 Uhr am Rathaus stehst? Keinen! Welchen Vorteil hast du, wenn viele das machen? Neue Bilder, bessere Suche, bessere Navigation. Klar muss man vorsichtig mit dem Thema Privatsphäre umgehen – aber wenn du das tausendste mal „PRIVATSPHÄRE“ brüllt, dann hört dir keiner mehr zu. Auch wenn es genau dann vielleicht angebracht gewesen wäre.

      Bei der Strategie stimme ich dir übrigens zu, allerdings hat Google+ auch einfach ein ganz anderes Geschäftsmodell als Facebook. Ob das erfolgreich sein wird, ist eine andere Frage.

    • Vlad Website sagt:

      […] tummeln sich hier hauptsächlich Nerds und Online-Marketer […]

      Bin weder das eine noch das andere und tummle mich trotzdem gerne auf G+ 🙂 Und wenn ich mir die 3.100+ Leute anschaue, die mir so folgen, sind dort einige Nerds, aber sehr wenige Online-Marketer.

  4. Wolfgang Website sagt:

    Man sollte beim Vergleich FB mit G+ sehr vorsichtig sein bzw. diesen überhaupt nicht anstellen. G+ hat mit seinem Netzwerk ganz andere Ziele als FB. Hier gibt es einen Artikel darüber, warum man Äpfel nicht mit Birnen vergleichen sollte.

    Die idee mit dem Spiel ist aber dennoch sehr gut.

  5. Flachs sagt:

    Ich finde die Idee super. Das ist wie…wie…Planetside im Reallife nur ohne Waffen und dafür mit Caches. Man erinnere sich nur, was Facebook für einen Schub bekommen hat durch dieses bekloppte Farmville. Und wenn diese Kampagne durchschlägt, kann das G+ einen großen Schub geben. Ich bin mal gespannt wie ein Flitzebogen, ob sich Leute finden, die da mitmachen 🙂

  6. Miss Tarantina Website sagt:

    Hallo Nicole,

    erstmal: GLÜCKWUNSCH zum festen Bloggerplatz!

    Und ich mag Ingress und nutze es immer öfter seit das Wetter besser wird. Ich denke, es wird viel mehr Spaß machen, wenn die Zugänge nicht mehr so begrenzt sind und es auch hier in Köln ein paar mehr Menschen gibt, die es spielen.

    Die Diskussion bzgl. der übermittelten Daten kann ich nur teilweise nachvollziehen. Is mir eigentlich wurscht, ob Google weiß, wann ich wo das Spiel nutze.

  7. Aba Website sagt:

    Soweit schicker Beitrag, aber der Halbsatz „…„GEOcaching“ auf ein massenkompatibles Niveau hebt“ ist vollkommener Quark.

    – Geocaching IST massenkompatibel, spätestens seit die Smartphones GPS halbwegs vernünftig können und diverse DMO’s DEN Trend entdeckt haben
    – „Niveau“ im Kontext mit/zu Geocaching finde ich recht gewagt 😉
    – warum eigentlich GEOcaching? und warum in Anführung?

    Ingress und Geocaching haben m.E. nur sehr wenig miteinander zu tun. Ungefähr soviel wie 4Square und Schach. Ich hatte mich zu Beginn von Ingress auch zu der Aussage „Ingress ist wie Geocaching – nur ohne Aussteigen“ (in Anspielung auf die hier sehr gut für Auto-Farming erreichbaren Portale) hinreißen lassen. Aber das stimmt defacto nicht.

    • Nicole Website sagt:

      Hallo Aba,

      – GEOcaching ist nicht massenkompatibel, da die Zielgruppe zu spitz ist und die Informationen die man online dazu findet (und auch in Handy Apps) nicht besonders gut dargestellt sind – Ingress als Game mit Si-Fi-Hintergrund ist hier schon viel breiter.
      – Ich wollte GEOcaching damit nicht schlecht machen, sondern nur darauf hinweisen, dass es anders sein wird als GEOcaching, trotz der Parallelen
      – Weil das gezielte ansteuern von Punkten mir bisher nur von GEOcaching bekannt ist – fällt dir etwas vergleichbares ein? Die Anführungszeichen sind wegen des Eigennamens 😉

      Ich sehe schon gewisse Parallelen, aber ja: es ist natürlich nicht GEOcaching. Sonst würde das auch nicht funktionieren. Es ist wesentlich breiter.

      • Aba Website sagt:

        Hi,

        ich fürchte ja, der Diskurs führt jetzt zu nichts. Aber: Ingress ist derzeit nicht massenkompatibel (u.a. auch wegen der closed Beta 😉 – aber auch, weil es derzeit „zu nerdig“ ist.). Den Beleg, dass Geocaching für die Masse taugt, liefern ja etliche DMO jeden Tag. Und: 2 Millionen Caches nur auf geocaching.com – ich denke, das sagt alles.

        Ich habe nicht kritisiert, dass Du Geocaching schlecht gemacht hättest – hast Du ja nicht. Aber ich finde, dieser Halbsatz war etwas gedankenlos (las sich eher so, als musste Geocaching noch irgendwo in den Text…).

        Und ja, natürlich kenne ich weitere/vergleichbare Dinge, die den Nutzer gezielt Punkte ansteuern lassen. Nämlich überall da, wo dieser Vorgang mit Mehrwerten in Form von Punkten honoriert wird. Ob das Kind 4Square (zumindest meine Kontakte sehen das eher als Sport denn als irgendwas anderes), Local (hier ebenso – gibt halt Punkte) oder Foodspotting heißt. Für einige (etliche?) zählt nur die Position in der Highscore-Liste. Nichts mehr.

  8. Ben sagt:

    Hi Nicole,

    schöner Artikel zum Einstand und auch ein interessantes Thema. Ich bin auch extrem gespannt wie sich Ingress entwickeln wird. Wenn ich endlich meinen Zugang bekommen würde, wäre ich, zumindest als Gamer, etwas glücklicher 🙂

    Ich freue mich schon auf weitere Artikel von dir!

  9. Nils Website sagt:

    Ich bin auch jedes Mal wieder enttäuscht wenn ich die Community besuche. Das ist doch alles sehr übersichtlich was die Nutzer angeht. Wenn man sich jedoch mal etwas näher mit Google+ beschäftigt, wird man schnell merken, dass das Potential der Anwendungen um einiges höher ist als bei Facebook. Im Moment steht man mit dieser Meinung jedoch noch ziemlich alleine da…

  10. Hans-Eugen sagt:

    Netter Beitrag. Nur: wer so hochtrabende Redewendungen wie „final monetarisieren“ verwendet, sollte besser auch darauf achten, dass der Rest des Textes fehlerfrei ist. Sonst sieht das mal wieder aus wie gewollt – aber nicht gekonnt.

  11. Rene sagt:

    Wer einen Code haben will, kann dies bei Twitter probieren. Hatte innerhalb 10 Minuten einen erhalten: #FreeIngress

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