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Mein Freund, der Twitter-Bot

Social Media | | 25.01.2012, 16:28 | 2 Kommentare

Mitglieder der Forschergruppe webecologyproject.org konnten mit Hilfe eines Experiments nachweisen, dass geschickt programmierte Bots innerhalb sozialer Netzwerke nicht nur Schaden anrichten können, sondern die Vernetzung unter menschlichen Nutzern dort sogar fördern…

In einer Anordnung beobachteten sie 2700 Twitter-Nutzer, die sie in Zufallsgruppen von jeweils 300 Nutzern unterteilten [...] Jeder Bot war so programmiert, dass er Nachrichten einfach nur retweeten, aber auch Menschen “vorstellen” konnte. Dies geschah, indem die Software auf eine Nachricht antwortete und in der Antwort einen anderen Nutzer erwähnte [...] Im Durchschnitt bekam jeder Bot 62 Follower und erhielt 33 Tweets, die ihn erwähnten oder direkt ansprachen.

Soweit das zu erwartende Ergebnis des Experiments. Durch automatisches Retweeten der Mitteilungen menschlicher Nutzer war es den Bots also möglich, im Durchschnitt 62 Follower zu generieren. Nun aber das Kuriose an der Geschichte:

Vor allem aber änderte sich die Kommunikation innerhalb der Gruppen, sobald die Bots mit im Spiel waren. Gegenüber dem Kontrollzeitraum nahm die Anzahl neuer Follow-Vorgänge zwischen den Gruppenmitgliedern um 43 Prozent zu. Eine Gruppe stach allerdings mit einer Zunahme von 355 Prozent heraus.

Dadurch, dass die Bots nicht nur darauf programmiert waren, lediglich den Text eines Tweets zu retweeten, sondern immer auch einen beliebigen (?) Namen eines anderen Nutzers in ihren Mitteilungen zu erwähnen, konnte die Vernetzung der menschlichen Nutzer untereinander (!) um 43 Prozent gesteigert werden.

Menschliche Vernetzung mit und ohne Twitter-Bots

In obiger Grafik sehen wir die letztendliche Vernetzung der menschlichen Nutzer, links mit dem Einsatz von Bots, rechts ohne deren Einsatz. Schön ist zu erkennen, dass die Linien (Beziehungen) zwischen den blauen Punkten (menschliche Accounts) mit dem Einsatz von Bots etwas ausgeprägter sind.

Die bis zu diesem Zeitpunkt zu Millionen bei Facebook, Twitter und Co. rumschwirrenden Bots sind lediglich darauf ausgelegt, über das Sammeln eigener Follower bzw. das Versenden irgendwelcher ominösen Links selbst Profit zu machen. Die Wissenschaftler vom Web Ecology Project haben gezeigt, dass dieses nicht zwingend so sein muss.

Roboter machen nur das was man ihnen sagt. Sagt man ihnen, ganz uneigennützig zu agieren, stellen sie für das friedliche Zusammenleben innerhalb sozialer Netzwerke womöglich sogar eine Chance dar…

Gretus

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Kommentare zu diesem Beitrag:

  1. Markus Website sagt:

    Kann selber nur bestätigen, dass es auch sinnvolle Bots gibt. Ich folge beispielsweise einem Bot, der automatisch alles mit dem Hashtag meines Landkreises retweetet. Somit erhält man doch einige Informationen, welchen einem ansonsten vermutlich entgangen wäre.

    Nervig sind allerdings alle Bots, die einfach nur irgendwas retweeten, einem automatisch folgen oder unzählige Zitate verbreiten.

  2. Max Adler Website sagt:

    Die “friedlichen” Bots agieren quasi wi Nachrichtenmaschinen. So lange keine Affiliate-Links und Geld verdienen im Internet-Links dabei sind, hab ich auch nichts dageben. Angenehme Zeitgenossen diese kleinen Bots. :-)

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  • Steffen: Hallo, ich bin mal gespannt wie lange der Abwärtstrend von Google noch...
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