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Google als Drogenkurier

Google  |   |  , 18:11 Uhr  |  31 Kommentare

Nachdem ich gestern eine Reportage über den Onlinehandel mit `illegalen´ Räuchermischungen im TV gesehen habe, war ich gerade doch sehr erstaunt, dass Google diesem Handel zumeist mit synthetischen Canabinoiden versetzen Mischungen sämtliche Türen und Tore öffnet…

Der Handel mit den offiziell als Raumduft, Kräutermischung oder Badesalz deklarierten Drogen stellt eine Lücke im deutschen Rechtssystem dar. Chemiker international agierender Unternehmen stellen immer wieder neue Abwandlungen synthetischer Canbinoide her, mit denen dann bis zum Verbot `offiziell´ gehandelt werden darf. Wird einer dieser Stoffe verboten, haben besagte Unternehmen längst einen neuen entwickelt. Wo besagte Mischungen z.B. bis vor Kurzem noch unter dem Namen `Spice´ gehandelt wurden, heißen sie nun einfach `Sweed´.

Wie man an obiger Grafik erkennen, sind die Suchanfragen nach `Räuchermischungen´ in den letzten Monaten sprungartig angestiegen. Gibt man z.B. `Spice´ oder `Sweed´ bei Google ein, wird man über die von Google gemachten Suchvorschläge direkt auf Seiten zum Thema `Spice kaufen´ oder `Sweed kaufen´ weitergeleitet.

Die Ergebnisseiten nach der Eingabe von `Räuchermischungen´ oder den aktuell kursierenden Namen (BLAZE, LAVA Red, OMG usw.) teilweise erhebliche Nebenwirkungen hervorrufender Mischungen gleichen einem Drogenmarktplatz. Nicht nur, dass offensichtliche Verkäufer der in der Regel von Jugendlichen zum Rauchen verwendeter Mittel ungehindert in den normalen Ergebnissen auftauchen, Google scheint entsprechenden Anbietern auch die Schaltung von Werbeanzeigen bzw. Google AdWords zu erlauben:

Wer sich die meisten der oben auf dem Screenshot gelisteten bzw. beworbenen Webseiten einmal genauer anschaut, der wird schnell feststellen, dass es sich nicht um Anbieter zum Verkauf normaler Räuchermischungen handelt.

Laut der Reportage im TV, hat sich der Onlinehandel mit synthetisch versetzen und als Räuchermischung getarnter Mittel zu einem Millionengeschäft entwickelt. Ob es die Aufgabe einer Suchmaschine ist, beschriebener Lücke in unserem Rechtssystem durch ein Verbot entgegenzuwirken, mag jeder für sich selbst entscheiden. Momentan ist es so, dass Google an diesem Millionengeschäft noch fleißig mitverdient…

Gretus

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Kommentare zu Google als Drogenkurier:

  1. Mathuseo sagt:

    Die Möglichkeit durch Google in die SERPs zu diesen Begriffen einzugreifen um die schwarzen Schafe herauszufiltern mag man für Gut oder Schlecht heißen. Doch bevor man von Verbot spricht, mal eine ganz andere Idee: Wie wäre es mit einer Art „Warnung“ die User darauf hinzuweißen, dass es sich bei den Ergebnissen um Präperate handelt, die den Drogen ähnlich sind. Bitte nicht schlagen, ich weiß, weniger Raucher gibt es auch nicht seit dem es auf den Packungen steht, aber Verbote machen es doch meist noch vieeel interessanter.

  2. Pinopank Website sagt:

    Gretus, sie haben da ein wenig falsch recherchiert.

    1: Wird nicht an Jugendlichen unter 18 verkauft und die Räuchermischungen werden nicht zum Konsumieren verkauft (es wird im Gegenteil noch darauf hingewiesen diese Produkte nicht oral per Inhalation einzunehmen)
    2: Es gibt vielmehr Probleme mit dem Alkohol, denn die Toten sind hier zu finden.

    Canabis ist immer noch illegal und somit ist doch klar das es Ersatz geben muss und dies am besten online geschieht. Grundrecht auf Rausch, entkriminalisiert die Endverbraucher, legalisiert Canabis und das Problem löst sich auf Natürliche Art und Weise.

  3. Tanja sagt:

    Schön das hier soviel diskutiert wird ob Google das, oder das oder doch das machen sollte. Eine Maßnahme zur Prävention und weitere Maßnahme zur Vertreibung von gesundheitsschädlichen Substanzen (Drogen, Alkohol, Zigaretten etc.) wären viel sinnvoller. Aber solange es intelligenzlose Menschen gibt wird das Problem Drogen und Sucht immer geben. „Jeder Mensch muß wissen was er mit seinen Körper macht“ ja genau, durch Leute die sowas sagen werd ich nie Arbeitslos werden weil ich mich um das bischen Mensch kümmern darf das da übrigbleibt.

  4. Jimbo sagt:

    Meiner Meinung nach vernachlässigt der Staat seine Aufgabe die BürgerInnen zu schützen. Häufig können synthetische Cannabinoide mehrere Quartale auf den Markt bestehen bis diese Verboten werden. Hier bemüht sich der Staat zu wenig.

    Würde man das BtmG jede 3 Monate „aktualisieren“, dann würden den Verkäufern in kürzester Zeit die synthetischen Stoffe ausgehen. Desweiteren ist klar, dass die Räuchermischungen als Ersatz für Cannabis agieren und dabei starke Nebenwirkungen aufweisen. Dies sollte als Pro für die Cannabisentkriminalisierung in Deutschland gelten, da dann keiner mehr auf Räuchermischungen mehr angewiesen wäre.

    Da Hanf ja in Deutschland als Nutzpflanze schon angebaut werden darf, wäre das auch kein größerer Schaden für die Kunstfaserindustrie 😀

    PS.: Drogen hat es schon immer gegeben und wird es auch immer geben.
    PPS.: „Keine Macht den Drogen“ sponsored by einer großen deutschen Brauerei.

  5. Fred sagt:

    Du stellst das leider falsch dar, Google HAT solche Anzeigen zugelassen, neue werden aber nicht mehr zugelassen, nur alte können weiterhin verwendet werden.

    Google unternimmt also etwas, wenn auch nicht viel 😉

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