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Google Book Search: Schöne neue Welt

Google  |   |  , 17:21 Uhr  |  1 Kommentar

Aldous Huxley beschreibt in seinem 1932 erschienener Roman `Schöne neue Welt´, eine Gesellschaft, die jegliches Interesse an ihrer Kultur verloren hat und von nur wenigen Kontrolleuren regiert wird…

Das Buch ist, wie unzählige andere, mittlerweile nur noch ein einzelnes kleines Mosaiksteinchen im World Wide Web. Das Unternehmen Google Inc. verfolgt mit seinem Service `Google Book Search´ ein klares Ziel. Durch die Digitalisierung Millionen Bücher soll die Entstehung von neuem Wissen enorm beschleunigt werden. Zukünftig soll jeder Teilnehmer des WWW die Möglichkeit haben, in ihm bislang nicht zugänglichen Büchern zu lesen und aus ihnen zu lernen. Darüber hinaus kann jeder Teilnehmer selbst komplett neue Inhalte generieren, indem er vorhandene Texte zerlegt, durch Links miteinander verknüpft oder auch markiert.

Immer mehr Bibliotheken schließen sich Google an und stellen ihre über Jahrhunderte gesammelten Werke zur Verfügung. Die Bibliotheken der Universitäten Harvard, Oxford und Stanford, die New York Public Library und auch die Bayrische Staatsbibliothek sind nur einige der vielen Namen bekannter Häuser.

Wie auch in der von Huxley beschriebenen Welt, trügt jedoch der Schein, diese würden lediglich ihre Sammlungen zur Verfügung stellen, weil sie mit der Ideologie des Riesenkonzerns konform gehen. Es ist vielmehr so, dass unzählige alte Bücher zu verfallen drohen. Der Zahn der Zeit macht auch an beschriebnem Papier nicht halt. Aus diesem Grund haben die bekannten Bibliotheken schon längst selbst damit begonnen, ihre Bücher zu digitalisieren. Doch wie immer fehlt das Geld. Die für eine qualitativ hochwertige digitale Kopie erforderlichen Scangeräte sind kaum zu bezahlen…

Google Inc. hat Geld. Das Unternehmen bietet ausgewählten Bibliotheken an, die Digitalisierung zu übernehmen. Bibliothekare, die bisher fast ausschließlich auf Spenden angewiesen waren, erhalten nun für jedes Buch eine digitale Kopie. Einzige Bedingung ist, dass im gleichem Atemzug eine zweite Kopie direkt auf die Rechner des Unternehmens wandert und fortan für alle Nutzer der Suchmaschine Google zur Verfügung steht…

Nie zuvor wurde ein Service des Unternehmens Google so kontrovers diskutiert. Sowohl die Sache an sich, als auch die Vorgehensweise sind mehr als umstritten. Google fesselt die Bibliotheken mit Knebelverträgen, setzt sich rigoros über bestehende Copyrechte hinweg und liefert den Bibliotheken qualitativ minderwertige Kopien. Diese werden nicht etwa mit eigens entwickelten Scangeräten automatisiert, sondern manuell in Akkordarbeit hergestellt. In der Nähe jeder an dem Projekt beteiligten Bibliothek hat Google einen eigenen Gebäudekomplex angemietet, in welchem die Bücher von hunderten Hilfskräften per Hand eingescannt werden. Die Gebäude sind streng bewacht, die Fenster zugeklebt. Getreu der Google Firmenphilosophie `better start before you think´ wurde nicht lange geplant, sondern erst einmal angefangen…

Was sich in anderen Bereichen als erfolgreiches Konzept erwiesen hat, könnte mit der Google Book Search das erste Mal an seine Grenzen stoßen. Experten befürchten, vor allen Dingen die Gewichtung auf vorwiegend englischsprachige Bücher, aber auch eine eventuelle digitale Dekadenz bzw. ein `Informationsoverkill´ der Internetnutzer würden das Projekt schon jetzt zum Scheitern verurteilen…

Es bleibt abzuwarten, ob sich die Google Book Search irgendwann gegen das normale Buch durchsetzen kann. Eines ist aber schon jetzt sicher. Die von Aldous Huxley beschriebene `Schöne neue Welt´ ist keine Zukunftsvision mehr. Sie ist längst Vergangenheit und bereits abgespeichert

Gretus

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Kommentare zu Google Book Search: Schöne neue Welt:

  1. Benny says:

    Das mit der Digitalisierung ist schon in Ordnung, wie will es Google aber schaffen das ganze Wissen der Menschheit, ins WWW reinzukloppen. Für mich unvorstellbar. Gut, wie waren die Aussagen vor 30 Jahren mit den Computern. Es wird nie die Zeit kommen, da jeder Haushalt einen Computer braucht. Die maximale Größe der Festplatte wird sich bei 4 MB einpendeln.
    Dies waren Aussagen von B. Gates und Steve J.

    Wo sind wir heute, wo das WWW startete das war im Jahr 1989, damals konnte sich keiner vorstellen was es alles verwirklichen und für Möglichkeiten schafft. Das ist jetzt fasst schon 20 Jahre her. Und heute, kann man es sich nicht mehr wegdenken.

    Das einzige was grober Betrug ist, ist die Copyrights Verletzung an den Autoren und Verlegern. In einem anderen Bericht habe ich gelesen, das Google erst Werke digitalisiert die frei geworden sind.

    Großer Vorteil ist, das Menschen die an die Werke nicht kommen, Entwicklungsländer u.s.w.
    Diese Werke nun zugänglich gemacht werden.

    Mein Fazit ist, wenn ich Input brauche, lese ich immer noch Bücher. Die kann ich immer und überall mitnehmen. Und man sollte sich nicht so auf die Digitale Welt verlassen.

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