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Gutachter erklärt Google für unzurechnungsfähig!

Google  |   |  , 13:20 Uhr  |  10 Kommentare

Logo Europäischer GerichtshofDer Generalanwalt des Europäischen Gerichtshof Niilo Jääskinen hat ein Gutachten veröffentlicht, welches die Diskussion um den Datenschutz im Internet gehörig durch-einanderbringen könnte. Der finnische Anwalt ist zu dem Entschluss gekommen, dass man die Betreiber von Suchmaschinen nicht für die von ihnen angezeigten Links zu Drittseiten verantwortlich machen kann und Datenschutzbehörden demzufolge auch kein Recht (!) haben, die Löschung bestimmter Inhalte bei Google und Co. einzufordern…

An internet search engine service provider, whose search engine locates information published or included on the internet by third parties, indexes it automatically, stores it temporarily and finally makes it available to internet users according to a particular order of preference, ‚processes‘ personal data […]

However, the internet search engine service provider cannot be considered as ‚controller‘ of the processing of such personal data […] The rights to erasure and blocking of data, […] do not confer on the data subject a right to address himself to a search engine service provider in order to prevent indexing of the information relating to him personally, published legally on third parties‘ web pages, invoking his wish that such information should not be known to internet users when he considers that it might be prejudicial to him or he wishes it to be consigned to oblivion. (Quelle)

Das heute erst veröffentlichte Gutachten wurde aufgrund einer noch laufenden Klage eines spanischen Unternehmers gegen den Internetkonzern Google Inc. vorm Europäischen Gerichtshof erstellt. Der Spanier will Google gerichtlich dazu zwingen, einen Zeitungsartikel, in dem 1998 über die Insolvenz seines Unter-nehmens berichtet wurde, aus dem Index zu entfernen.

Sollte der Europäische Gerichtshof dem Gutachten Jääskinens folgen, wären Google und Co. zumindest nach europäischem Recht in Sachen Datenschutz zunächst einmal fein raus. Da es aus unserer Sicht fraglich ist, ob Suchmaschinen und andere lediglich die Informationen Dritter bereitstellende Internetdienste nicht zumindest eine `Mitverantwortung´ gegenüber den von ihnen verwalteten Inhalten haben, möchten wir dieses in einer Umfrage klären:

Sind Suchmaschinen für die von ihnen bereitgestellten Inhalte mitverantwortlich?

  • Nein, Google und Co. sind für die von ihnen bereitgestellten Inhalte Dritter nicht mitverantwortlich (43%, 86 Votes)
  • Ja, Google und Co. müssen eine Löschung datenschutzrechtlich bedenklicher Inhalte möglich machen (37%, 74 Votes)
  • Schwer zu sagen, zumindest nach einiger Zeit sollte es möglich sein, bestimmte Inhalte in Suchmaschinen zu löschen (21%, 42 Votes)

Total Voters: 202

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Wir würden uns freuen, wenn sich möglichst viele an unserer Umfrage beteiligen würden. Was meint Ihr, sollte Google den Verweis zu dem bereits 15 Jahren alten Zeitungsartikel über die Insolvenz des Spaniers aus den SERPs entfernen oder nicht?

Eure SEO-united.de Blogger
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Kommentare zu Gutachter erklärt Google für unzurechnungsfähig!:

  1. Oliver Paul says:

    Sehe das analog zu den Verlinkungen auf Websites. Stichwort: Haftungsausschluss

    Man muss denke ich auch dazu sagen, dass es hier um das „Wohl“ eines Einzelnen geht! Daher denke ich, dass sich ein Vergleich mit Google-Zensuren hier nicht anbietet.

    –> meiner Meinung nach darf in diesem Fall das Suchergebniss gerne so bestehen bleiben!

    OT-Gedanken: Warum eine Insolvenz in Europa immer als ein so unglaublich schwerwiegendes Versagen empfunden wird, verstehe ich nicht. Hat´s halt nicht geklappt. Heißt doch nicht zwangsläufig, dass ich komplett versagt habe…

  2. Fabian says:

    Google und die Suchmaschinen sind mit zu verantworten, besonders die Datenkrake Google, die garantiert nicht nur den Content bereitstellt. Die Suchmaschinen müssen sich der Verantwortung stellen, vor allem wenn sie illegale Inhalte anzeigen, eine Nutzungsbedingung in Hinsicht darauf sollte als ungültig erklärt werden.

    Es ist Beihilfe zu einer Straftat, bei der der Helfer den Täter unterschreiben lässt, das er nichts damit zu tun hat. Wenn ich als Stadtführer einen Rundgang mit Dieben mache, denen zeige wo sie gut einbrechen können, denen aber einen Wisch gebe, dass ich nicht dafür zur Verantwortung gezogen werden kann, dann möchte ich ein Gericht sehen, das mich freispricht.

  3. Martin says:

    Also vielleicht nicht verantwortlich für den Link zu einem Artikel, aber Suchmaschinen sollten dann zumindest so aktuell sein, dass gelöschte Inhalte auch aus dem Index verschwinden. Die Crwaling-Geschwindigkeit liegt in ihrem Machtbereich, also mehr Crawler, damit eine Deindexierug auch aus dem Cache sehr zeitnah passiert.

    • Oink says:

      Wozu? Der Seitenbetreiber kann sehr schnell ohne Probleme Seiten aus dem Index mit den Webmastertools kicken. Liegt alles am Ende am Seitenbetreiber und nicht an Google.

  4. Sebastian2K13 says:

    Google ist ein Unternehmen und kein wohlwollenden Samariterbund! Wenn ich Textauszüge Dritter 1zu1 für ein Buch sammle für deren Wortlaut und Inhalt ich nicht verantwortlich bin, dann können diese Dritten trotzdem darüber bestimmen, ob ich die Textauszüge in meinem Buch aufnehme oder nicht! Selbst wenn ich das Buch kostenlos anbiete!

    Ständig diese Diskussion über FREMDE Inhalte Dritter, die Google sammelt und als Service anbietet. Klar macht es unser Leben leichter ABER die Inhalte gehören nicht Google, also können die, deren Inhalte es sind, auch darüber bestimmen, ob Google sie auflistet oder nicht!

    Schließlich erhält Google durch das Anzeigen von Suchergebnissen auch Werbeplatz für Adwords ergo machen Sie mit Suchergebnissen und Infoschnipseln Dritter auch noch Geld.

    • Gretus says:

      Hallo Sebastian,

      ob Google mit den Inhalten Geld verdient oder nicht, ist aus meiner Sicht zweitrangig. Stellt die suchwortspezifische Relevanzbewertung von Inhalten bereits eine `Meinung´ dar oder nicht? Die Richter werden wahrscheinlich `Nein´ urteilen, es bleibt jedoch das `ungute´ Gefühl, dass eigentlich jeder weiß, dass Google irgendwie doch auch schon einen Einfluss auf unser aller Weltbild hat…

      Grüße

      Gretus

    • Rainer Safferthal says:

      ABER die Inhalte gehören nicht Google, also können die, deren Inhalte es sind, auch darüber bestimmen, ob Google sie auflistet oder nicht!

      Wem gehört denn ein solcher Inhalt: „Der Spanier will Google gerichtlich dazu zwingen, einen Zeitungsartikel, in dem 1998 über die Insolvenz seines Unternehmens berichtet wurde, aus dem Index zu entfernen.“

      Der Zeitung oder dem Insolvenzer? Fällt so eine Insolvenz unter Persönlichkeitsrecht und darf nicht archiviert werden? Muss die Zeitung etwa weltweit beschlagnahmt werden und aus allen Archiven entfernt werden?

      Kann also in Zukunft jeder Unangenehmes aus seiner Vergangenheit löschen lassen? Der türkische Po***star S. K. hat ja auch schon diverses von Bild.de und/oder der gedruckten Ausgabe löschen lassen.

      • Gretus says:

        Hallo Rainer,

        Du sprichst ein generelles Problem in Bezug auf den Datenschutz im Internet an, nämlich die `Vergänglichkeit´ der Informationen. In der Realität ist es so, dass ich einen direkten Einfluss darauf habe, wie lange `meine´ Daten bestehen bleiben. Habe ich lediglich eine belanglose Info, kritzel ich sie auf einen Notizblog. Möchte ich der Nachwelt etwas Wichtiges mitteilen, verfasse ich dagegen womöglich ein Buch…

        Im Internet hat alles den gleichen `Informationswert´. Egal ob ein Pinnwandeintrag auf Facebook oder die Doktorarbeit im PDF-Format, alles wird auf irgendwelchen Medien gespeichert und bleibt für die Ewigkeit erhalten. Ob das so gut ist?

        Man muss sich doch auch mal in die Lage des Klägers hineinversetzen. Guck Dir unsere Bettina Wulff an, die musste ihre Klamotten bei `ebay´ verkaufen, damit das Wort `escort´ nicht mehr in den Suggestions auftaucht :-D

        Grüße

        Gretus

  5. Nick Zwar says:

    Als „Such“maschine macht Google genau das: das Internet indexieren und den Inhalt auffindbar machen. Wenn es berechtigte Einwände gegen bestimmte Inhalte gibt – wie z.B. ein 15 Jahre alter Zeitungsartikel – dann kann man eben versuchen, diesen Inhalt aus dem Netz nehmen zu lassen. Man kann sich ja z.B. direkt an die Zeitung oder den Webseitenbetreiber wenden. Google selbst zeigt nur, was da ist. Das sollte eine Suchmaschine auch möglichst ohne Zensur und Einflussnahme machen können.

    • Gretus says:

      Hallo Nick,

      nun wissen wir aber alle, dass Google und Co. Informationen nicht einfach nur auflisten, sondern diese auch `bewerten´ und teilweise sogar `zensieren´. Derartige Diskussionen laufen immer wieder auf die gleiche Frage hinaus: Sind Suchmaschinen in ihrer heutigen Funktionsweise `meinungsbildend´ und damit womöglich auch rechtlich verantwortlich oder stellen sie nach wie vor lediglich das Meinungsbild der Allgemeinheit dar?

      Grüße

      Gretus

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