SISTRIX Toolbox
SISTRIX Toolbox

Mehr erfahren
Brands, KMU, wir machen den Unterschied!
Mehr erfahren

Interview mit einem Google Spam-Fighter

Google  |   |  , 10:05 Uhr  |  13 Kommentare

Q & AIm dem kürzlich auf searchenginejournal.com veröffentlichten Artikel `SEO Link Building Q&A with an Ex-Google Webspam Team Member´ hat der ehemalige Google-Mitarbeiter Andre Weyher einige interessante Insights über seine frühere Tätigkeit im Spam-Team von Matt Cutts preisgegeben. Andre Weyher beschreibt, wie Google Blog-Netzwerke er-kennt, dass das Penguine Update auch Onpage-Faktoren berücksichtigt und sich SEO zukünftig ändern muss. Hier eine deutsche Übersetzung der entsprechenden Passagen:

Frage: Auf welche Art und Weise legt Google fest, wann eine Webseite auf der Grundlage ihres Linkprofils manuell abgestraft wird?

A. Weyher: Das ist eine sehr gute Frage. Selbstverständlich liegen dabei einige Prinzipien zugrunde, die auch intern geheimgehalten werden, im Grunde genommen jedoch, ist der Prozess ziemlich einfach. Immer wieder sehe ich leute, die versuchen das Backlink-Profil einer Webseite sehr mathematisch zu analysieren. Wenn man sich über irgendwas nicht genau im Klaren ist, ist dieses zweifelsohne eine Möglichkeit, es ist jedoch ebenso wichtig, die eigene Erfahrung und Intuition dabei mit einfließen zu lassen. Bei der Beurteilung des Linkprofils einer Webseite schaut sich der Mitarbeiter des Spam-Teama die Qualität der verlinkenden Seiten an und welche Linktexte dabei verwendet wurden. Falls sich das Linkprofil und die verwendeten Linktexte nicht wie bei einem `echten´ Profil darstellen, kann es zu einem manuellen Eingriff kommen.

Nehmen wir das Beispiel eine Webseite aus dem Tourismus-Bereich. Falls 100.000 Links auf diese Seite verweisen und davon 90.000 einen Linktext wie `Billigflüge´ oder `Flug buchen´ verwenden, würde dieses sofort Verdacht erregen, denn wenn die Links natürlichen Ursprungs wären, würde die Verteilung anders aussehen. Auch die Qualität der Seite, von der die Links kommen, ist von zentraler Bedeutung. Handelt es sich um eine Autorität oder existiert die Seite nur, weil dort Links untergebracht sind?

Frage: Wie bestimmt Googles Penguine-Algorithmus, welche Domains abgestraft werden?

A. Weyher: Es ist zunächst einmal wichtig zu begreifen, dass das Betroffensein bzw. die so genannte `Abstrafung´ vom Penguine-Update nicht gleich bedeutet, dass man auch eine Penalty erhalten hat. Zunächst einmal führt dieses nämlich nur zu einer neuen, niedrigeren Einordnung innerhalb des Rankings in den Suchergebnissen. Eine Penalty dagegen ist weitreichender. Penguine ist ein großes, sehr kompliziertes und ständig erweitertes Update, dessen genaue Funktionsweise nur sehr wenige Leute kennen.

Es steht sicher fest, dass der Algorithmus vor allem dafür entwickelt wurde, die populärsten Blackhat-Techniken zu bekämpfen. Vor Penguine hätte sehr vieles manuell bearbeitet werden müssen, doch da diese Prozesse nun automatisiert ablaufen, wird es für Spammer immer schwieriger, Techniken, die noch vor einiger Zeit gut funktionierten, auch weiterhin erfolgreich einzusetzen. Penguine zielt zu allererst darauf ab, die Rankings von Seiten mit sehr vielen dubiosen Backlinks herabzusetzen, schaut jedoch auch auf Spam-Techniken auf der Seite selbst, beispielsweise Keyword-Stuffing oder der übertriebenen Optimierung von Tags und internen Verlinkungen.

Frage: Auf welche Art und Weise erkennt Google Blog-Netzwerke und/oder Bad Neighbourhood?

A. Weyher: Suchmaschinen nutzen spezielle Finger- bzw. Footprints um Netzwerke von Webseiten zu identifizieren. Wenn eine bestimmte Webseite Techniken nutzt, die laut unseren Richtlinien nicht erlaubt sind, ist es nur wahrscheinlich, dass andere Seiten des gleichen Betreibers diese auch verwenden. Die für das Aufspüren von Netzwerken verwendeten Techniken sind sehr ausgeklügelt und strafen oftmals gleich dann alle betroffenen Seiten als Ganzes ab. Leider darf ich zu den eingesetzten Techiken nicht näher ins Detail gehen, sie sind jedoch sehr professionell und können wirklich alles aufspüren!

Frage: Welches sind die größten Irrtümer oder Mythen, die Du bezüglich schlechter Links oder der Abstrafung von Linkprofilen innerhalb der SEO-Community gehört hast!

A. Weyher: Darüber könnte ich locker ein ganzes Buch schreiben! SEO ist ein ungeschützter Begriff, jeder kann sich so nennen. Alleine deswegen gibt es fast so viele Meinungen wie es SEOs gibt. Um nur ein paar der Irrtümer, auf die ich während meiner Laufbahn gestoßen bin, zu nennen: `Verzeichnisse sind allesamt schlecht´ oder `alles mit einem schlechten PageRank wird von Google als Spam erkannt´. Angesichts solcher Binsenweisheiten brechen viele Leute in Panik aus. Einer der gefährlichsten Trugschlüsse, die mir begegnet sind, ist die Ansicht, dass ein teures Tool zum automatisierten Linkaufbau zwangsläufig auch gut sein muss.

Google hat unmissverständlich klargemacht, dass Links ein Zeichen der Freiwilligkeit sein sollen, ein Votum des Vertrauens wenn man so will. Sämtliche Verlinkungen bei denen irgendwie Geld geflossen ist stellen für Google keine Qualität dar, wer sich dessen bedient geht definitiv ein Risiko ein!

Frage: Wie können sich SEOs auf zukünftige, das Linkprofil bezogene Algorithmus-Updates vor-bereiten?

A. Weyher: Es ist natürlich schwer zu sagen, was genau die Zukunft bringen wird, man kann jedoch davon ausgehen, dass Google im Kampf gegen das, was derzeit schon bekämpft wird, immer effektiver vorgehen wird. Bei den Leuten, die mit ihren Spam-Techniken derzeit noch durchkommen, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis Google einen Weg findet, auch diese aufzuspüren und abzustrafen. Die beste Strategie sich gegen zukünftige Updates zu wappnen, ist eine gesunde Mischung bestehend aus einer cleveren Onpage-Optimierung bzw. der Verbesserung der internen Verlinkung auf der einen Seite und einem auf Freundschaft basierendem Linkbuilding auf der anderen Seite. Dieses bedeutet, dass die Links einer Webseite von authentischen Quellen kommen sollten. Die inhaltliche Relevanz der verlinkenden Seiten mit dem eigenen Seiteninhalt ist das Allerwichtigste!

Eure SEO-united.de Blogger
Sie befinden sind hier: Interview mit einem Google Spam-Fighter

Kommentare zu Interview mit einem Google Spam-Fighter:

  1. Dominik Website sagt:

    Eigentlich nicht viel neues. Wer heute immer noch zu 90% mit seinen Top-Lieblings-Keywords verlinkt, dem ist eh nicht mehr zu helfen…

  2. Sascha Website sagt:

    Das Interview behält eigentlich keine wesentlichen unbekannten Informationen. Jeder der viel im Internet unterwegs ist und die Google-Suche benutzt wird feststellen wie erfolgreich black-hat SEO betrieben wird. Auch das mit der Abstraffung von verlinkten Seiten kann ich irgendwie nicht so ganz glauben.

1 2 3

Jetzt zu "Interview mit einem Google Spam-Fighter" kommentieren:

Loading Disqus Comments ...

Ihre Agentur noch nicht dabei?

Ihr Job noch nicht dabei?

Ihr Beitrag noch nicht dabei?