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Ist Google noch objektiv?

Google  |   |  , 16:53 Uhr  |  32 Kommentare

Auf benedelman.org hat Benjamin Endelmann kürzlich mit Hilfe eines einfachen Tricks nachweisen können, dass Google unter bestimmten Suchbegriffen dauerhaft Links zu eigenen Seiten einblendet, die Auslieferung der Ergebnisse also entgegen früherer Aussagen teilweise manuell beeinflusst…

Wo sich bei Anfügen eines Kommas die Ergebnisse unter einem Suchwort normalerweise kaum verändern, konnte er bei bestimmten Suchbegriffen nachweisen, dass sich die Ergebnisse der Suche mit angehängtem Komma so gravierend von den normalen Serps unterschieden haben, dass Google die Auslieferung eigener, immer an erster Stelle angezeigter Inhalte, fest so programmiert haben muss. Zahlreiche Beispiele finden sich angeblich unter den Topics für Google Health oder auch Google Finance.

Obwohl man mit beschriebener Methode einmal nachgucken kann, welche von Google eingeblendeten Inhalte wo überhaupt herkommen, ist das Ganze natürlich nicht neu. Um die Ergebnisse fortlaufend zu verbessern, blendet Google bekanntlich mittlerweile eine ganze Menge zusätzlicher Informationen in den Ergebnissen ein. Das Argument für deren Implementierung ist immer das gleiche. Warum soll ein Suchender den Kurs einer Aktie, den Preis eines Hotels oder die Definition eines Wortes umständlich suchen, wenn Google diese Informationen genauso gut auch selbst anzeigen kann?

Google´s Begründung klingt zunächst plausibel. Beachtet man jedoch die kürzlichen Entwicklungen des Unternehmens, z.B. den Launch von Boutiques.com oder das angebliche Kaufinteresse an Groupon, stellt sich die Frage, ob Google seiner Verpflichtung einer objektiven Suchmaschine mittlerweile noch gerecht wird?

Für die Nutzer einer Suchmaschine ist es immer (!) besser, die Ergebnisse direkt angezeigt und nicht umständlich erst suchen zu müssen. Google darf Veränderungen an seiner Suchmaschine meiner Meinung nach nicht nur mit dem resultierenden Mehrwert für die Nutzer rechtfertigen, sondern muss sie auch gegenüber den entstehenden Nachteilen für uns Webseitenbetreiber begründen können!

Die Inhalte von Millionen von Webseitenbetreiber haben es Google erst ermöglicht, dass deren Suchmaschine so ein Erfolg werden konnte. Es kann nicht sein, dass sich ein Unternehmen als Anbieter einer unabhängigen Suchmaschine das Vertrauen seiner Informationslieferanten erkauft um später dann selbst zum Anbieter dieser Informationen zu werden…

Gretus

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Kommentare zu Ist Google noch objektiv?:

  1. […] Da ich an Zufälle grundsätzlich nicht glaube, ist es für mich sicherlich kein Zufall dass ein Herr Benjamin Endelmann 2 Tage vor der Meldung “mit einigen Tricks” nachweist, dass Google nicht objektiv sein sollte […]

  2. Just sagt:

    Mal davon abgesehen dürfte es schwierig sein, gleichzeitig sowohl die Dienstleistung selbst als auch die Werbung (AdWords) zu verkaufen – immerhin das Stammgeschäft, das man damit beschädigt. Im Extremfall sucht die Werbung sich dann andere Kanäle – ob Google das recht sein kann?

    Allerdings bin ich nur ein kleiner Ahnungsloser in diesem Umfeld – also einfach gar nicht ignorieren^^

  3. Henry Website sagt:

    Ich kann mir nicht vorstellen dass Google seine Vormachtstellung mit programmierte Suchergebnisse riskiert. Das würde ein gigantischer Skandal sein, der die Marke Google zerstören könnte.

  4. Rainer Meyer Website sagt:

    Hallo Gretus, ich habe mich nur am Widerspruch des letzen Kommentars von SvenS gestört, der zwar nicht bei Google gelistet wird, gleichwohl aber mit AdWords viele Erfolge einfährt.

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