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Matt Cutts – Wir befinden uns in einer SEO-Übergangsphase

Google  |   |  , 15:00 Uhr  |  41 Kommentare

Da es immer wieder spannend ist, welche Details Matt Cutts bei seiner alljährlich an-lässlich der SMX Advanced stattfindenden Q&A Session mit Danny Sullivan über die Pläne Googles verrät, haben wir von SEO-united.de uns im Folgenden einmal die Mühe gemacht, die wichtigsten Passagen der Session ins Deutsche zu übersetzen…

In dem Interview erfahrt Ihr, warum Links immer mehr an Bedeutung verlieren, warum Ihr Eure Seite auch für mobile Endgeräte optimieren solltet und warum das Userverhalten einer Webseite nach wie vor kein wesentlicher Rankingfaktor ist:

D. Sullivan: Was ist los mit Panda? Es hieß, dass es keine offiziellen Bestätigungen der Updates mehr geben wird. Wie viele Updates hat es seitdem gegeben?

M. Cutts: Wir hatten vor etwa anderthalb Monaten eins. Seitdem haben wir kein Update mehr durchgeführt, weil wir das Einsetzen eines neuen Signals unter-suchen, das dazu beitragen könnte, manche Leute aus dem `Graubereich´ wieder herauszuholen.

Das erste Panda Update war wirklich groß. Wenn man mehr macht, werden die Updates kleiner und irgendwann zum Dauerzustand, bei dem man die Daten fortlaufend in den Index befördert. In einem durchschnittlichen Monat kann man damit rechnen, dass wir an etwa zehn Tagen neue Panda-Daten einspielen – das entspricht einem Drittel eines Monats, an dem Panda stattfindet.

D. Sullivan: Also sind wir irgendwo bei 26?

M. Cutts: Ungefähr.

D. Sullivan: Warum werden nicht einfach Updates gemacht und angekündigt?

M. Cutts: Das haben wir früher mal gemacht. Bis zum Ende des Jahres waren die Leute bei etwa 53 Updates, können wir jetzt aufhören darüber zu sprechen?

Wir machen mehr als 500 Algorithmus-Änderungen im Jahr. Es ist immer schwierig einzuschätzen, was man mitteilen soll. Bei Penguin 2.0 wussten wir, dass eine Menge Leute davon betroffen sein würden, deshalb wollten wir es bekannt machen.

D. Sullivan: Wir haben da draußen jede Menge Tools, die versuchen Prognosen zu erstellen. Wir fragen nach und ihr sagt uns, dass manchmal etwas passiert und manchmal nicht. Spinnen diese Tools?

M. Cutts: Es ist nicht so, dass diese Tools spinnen, aber es gibt viele Verzerrungen bei den Auswertungen. Wir führen eine Änderung ein, die etwa drei bis fünf Prozent der Anfragen betreffen wird, was nicht viel ist, aber in den Black-Hat Foren sprechen die Leute dann schon darüber.

D. Sullivan: Was ist mit dem Penguin 2.0 Update?

M. Cutts: Penguin 1.0 betraft ganze Webseiten. Penguin 2.0 kann auch Aus-wirkungen auf einzelne Unterseiten haben. Die Änderung, die wir vor ein paar Stunden auf den Markt gebracht haben, zielt auf solche Sachen wie Kleinkredite auf google.co.uk ab, und in ein paar Wochen werden wir noch mehr dieser Dinge einführen.

D. Sullivan: In Bezug auf Links hatten wir ein ständiges Auf und Ab. Ich habe sie mal als die fossile Energie unter den Rankingsignalen bezeichnet. Bei dem Tool zum Entwerten von Links dachte ich, dass gleich mein Kopf explodiert – ich habe am Dienstag für einen Link auf Search Engine Land eine Linkentfernungs-anfrage bekommen. Warum entwertet ihr nicht einfach selbst alle kaputten Links?

M. Cutts: Ein SEO hat mich mal gefragt, warum er all diese durcheinander geratenen Links von irgend-welchen anderen Leuten aufräumen muss. Ich habe ihm entgegnet, dass es so etwas wie eine einmalige Marktkorrektur ist. Jeder sollte nachlesen, welche was Danny im letzten Jahr bei der SMX Advanced darüber gesagt hat, dass man Qualitätslinks haben wollen sollte, nicht einfach nur irgendwelche Links.

Wir befinden uns in einer SEO-Übergangsphase, aber wir bewegen uns auf eine gesündere Welt zu, in der es mit jedem Jahr schwieriger sein wird zu spammen. Das Entwertungstool ist dazu da, um Leuten beim Aufräumen zu helfen, wenn sie minderwertige Links nicht selbst entfernt bekommen.

D. Sullivan: Jetzt sind Links abgewertet worden?

M. Cutts: Das ist jetzt definitiv der Fall, verglichen mit vor sechs bis sieben Jahren gehen jetzt weniger Leute davon aus, dass sie Links kaufen müssen, um erfolgreich zu sein. Es kostet große Mühe, wenn eine Webseite wirklich toll sein soll. Das war schon immer unsere Absicht.

Mich hat ein Black Hat SEO angeschrieben und erzählt, dass sie nicht mehr weitermachen können, weil es kein tragfähiges Einkommen mehr ist. Unsere Richtlinien sind immer irgendwie stabil gewesen – mache eine tolle Webseite, so dass die Leute auch dahin verlinken wollen. Jetzt führen wir Tools ein, um das auch umzusetzen.

D. Sullivan: Wie wissen wir, welche Links noch zählen?

M. Cutts: Dein Vortrag auf der SMX Advanced letztes Jahr war gut. Ein Pressemitteilungslink – da zahlt man $100 für einen Link. Dieser Link sollte nicht zählen. Aber eine gute Webseite, die auch Links verdient, ist das, was wir wollen. Eine bestimmte Art von Links wird weiterhin Bestand haben und eine bestimmte Art nicht.

D. Sullivan: Gib uns ein kurzes Update in Bezug auf Penalties aus und wie sie aktuell funktionieren.

M. Cutts: Bei dem Empfang gestern Abend wusste es einer der Anwesenden nicht, deshalb muss ich es wiederholen: Es gibt etwa 500 Algorithmus-Updates im Jahr, und darüber informieren wir Webmaster nicht. Aber falls wir von Hand direkt so eingegriffen haben, dass eure Webseite direkt davon betroffen ist, werdet ihr fast immer auch eine Nachricht über die Google Webmaster Tools darüber erhalten.

Eine Sache, die jetzt neu ist, ist, dass wir das Einfügen von Beispiel-URLs testen – wenn wir eine Benachrichtigung über manuelle Eingriffe versenden, werden wir ein, zwei oder auch drei Beispiel-URLs einfügen, um zu zeigen, was nicht in Ordnung ist.

D. Sullivan: Welches ist die härteste Penalty?

M. Cutts: Wenn eine Domain völlig grauenhaft ist und wir denken, dass sie keine Eigenschaften hat, die das wettmachen kann, könnten wir Penalties auf `unbefristet´ setzen, bis die Domain expired.

D. Sullivan: Wenn sie expired, geht ihr noch einmal hin und schaut sie euch an?

M. Cutts: Derzeit erlöschen die Penalties dann automatisch. Wenn alles andere unverändert ist, kehren die Rankings wieder zurück. Wir gehen bei Google davon aus, dass unsere Maßnahmen gegen Spam mittlerweile so gut sind, dass eine Domain, die dann erneut gegen die Richtlinien verstößt, erneut auch wieder bestraft wird.

D. Sullivan: Googles News bezüglich Smartphones?

M. Cutts: Man muss wirklich über Mobilgeräte nachdenken. Wir fangen gerade damit an, sehr darüber nach-zudenken. Uns sind einige Probleme aufgefallen:

  • Wenn jede URL einer Webseite auf eine einzige Mobil-URL umgeleitet wird.
  • Endlosschleifen, d.h. wenn der Googlebot von der mobilen Version einer Seite zur Desktop-Version hin und her geschickt wird.
  • Auf der Google I/O gab es eine Veranstaltung über mobile Webseiten – es gab Empfehlungen zu dessen Ladegeschwindigkeit. Wir haben das schon früher über Desktop-Seiten gesagt, wir könnten dasselbe jetzt über mobile Seiten sagen.

D. Sullivan: Wann wird es eingeführt werden?

M. Cutts: Es ist genehmigt worden. Ich weiß nicht, wann es eingeführt wird.

D. Sullivan: Jetzt kommen wir zu den Publikumsfragen. Warum gebt ihr einer Webseite nicht einfach eine Liste mit all deren Backlinks?

M. Cutts: Wir kümmern uns darum, aber das ist momentan noch Zukunftsmusik. Ihr könnt euch vorstellen, dass die Daten von manchen Leuten auf die falsche Art und Weise genutzt werden könnten.

D. Sullivan: Vor zwei Jahren meintet ihr, man solle sich keine Sorgen wegen `not provided´ machen, weil dies nur eine einstellige Anzahl von Anfragen betreffen werde.

M. Cutts: Diese Frage möchte ich gerne beantworten. Lasst uns sagen, dass mit den 10% nur die Suchen auf Englisch und nur bei Google.com gemeint waren. Als ich damals einstellig sagte, meinte der gerade zur Verfügung stehende PR-Mensch: `Neeeeeeeeeeeeeein´.

Wir hatten damals Recht, aber wir haben mit dem Rollout immer weiter gemacht. In Anbetracht dessen, was in den letzten zehn Tagen in Sachen Datenschutz passiert ist, finde ich es völlig in Ordnung, die Suchbegriffe nicht länger öffentlich zu machen.

D. Sullivan: Warum bekommen wir über die Webmaster-Tools Zugang zu unseren ganzen Daten statt nur zu denen in einem des Zeitfensters von 90 Tagen?

M. Cutts: Die Leute die dieses wollen, können ihre Daten einfach regelmäßig downloaden und selbst archivieren.

D. Sullivan: Warum ist Panda sehr brand-fokussiert?

M. Cutts: Panda ist nicht brand-fokussiert.

D. Sullivan: Warum nicht?

M. Cutts: Wir schauen uns alle Daten an, die wir haben. Wir zielen dabei nicht explizit auf Brands ab.

D. Sullivan: Vorhin hast du Affiliates und Black Hats in einem Atemzug genannt. Betrachtet Google Affiliates als Spammer?

M. Cutts: Das hat mir gleich, nachdem ich es gesagt hatte, schon leid getan. Es gibt viele gute Affiliates, die tatsächlich auch etwas Nützliches beitragen. Aber volumenmäßig sehen wir mehr Affiliates, die nichts beitragen. Hipmunk ist ein Beispiel für eine Affiliate-Seite, die wirklich auch einen Mehrwert bietet.

D. Sullivan: Eine Frage zu schnellen bzw. langsamen Webseiten.

M. Cutts: Dafür, dass man eine schnelle Seite hat, bekommt man keinen Bonus. Seiten, die Ausreißer sind in dem Sinn, dass sie langsam sind, werden niedriger eingestuft. Wenn alles andere gleich ist, bekommt eine Seite, die zu langsam ist, eine niedrigere Einstufung.

D. Sullivan: Frage ach dem Einfluss von Facebook-Daten auf das Ranking, bezugnehmend auf Eric Enges Präsentation vor ein paar Stunden über die Auswirkungen von Facebook-Daten auf das Ranking.

M. Cutts: Ich mag Eric, aber ich stimme mit seinen Schlussfolgerungen nicht überein. Facebook und Google kommen normalerweise nicht gut miteinander aus. Wir können nicht so viele Seiten durchsuchen und wir haben keinen Extra-Feed für `Likes´.

D. Sullivan: Gibt es unterschiedliche Rankingfaktoren für unterschiedliche Branchen?

M. Cutts: Wir haben uns bereits mit themenspezifischen Rankings beschäftigt. Das Problem ist, dass dieses nicht wirklich skalierbar ist. Es läuft eine begrenzte Menge dieser Geschichten – wenn man beispielsweise einen ziemlich zugespamten Bereich hat, wo man sagt, dass man hier eine etwas andere Bewertung macht.

Worin wir besser sind, ist herauszufinden, wer in den jeweiligen Kategorien wie z.B. Gesundheit die wirklichen Autoritäten sind. Wenn wir das herausfinden können, bekommen diese Seiten ein höheres Ranking.

D. Sullivan: Wie viele verschiedene Kategorien gibt es?

M. Cutts: Sehr viele.

D. Sullivan: Was ist mit der Bounce-Rate?

M. Cutts: Die Antwort ist die gleiche wie im letzten Jahr: Soweit mir bekannt ist, betrachten wir das nicht als Signal.

Lasst es uns `Userverhalten´ im Allgemeinen nennen. Ich habe erhebliche Zweifel an dessen Tauglichkeit als Signal. Ich befürchte, dass die Leute das zum Spammen nutzen würden.

D. Sullivan: Ist das der Grund, warum ihr Google +1´s nicht nutzt?

M. Cutts: Ja, genau aus diesem Grund. Sie können zu dürftig sein. Sie können unzuverlässig sein. Deshalb halte ich mich zurück, wenn ich danach gefragt werde.

D. Sullivan: Was ist die am meisten überschätzte Sache im Zusammenhang mit SEO?

M. Cutts: Kurzfristige gesehen die Signale aus sozialen Netzwerken. Langfristig gesehen jedoch, mag dies anders aussehen.

D. Sullivan: Die am meisten unterschätzte Sache?

M. Cutts: Design und User Experience. Man sollte sich die Mühe machen, seine Seite etwas aufzupo-lieren.

D. Sullivan: Was war die größte Überraschung im Laufe des letzten Jahres?

M. Cutts: Der Versuch herauszufinden, was die Leute interessiert und was nicht.

Eure SEO-united.de Blogger
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Kommentare zu Matt Cutts – Wir befinden uns in einer SEO-Übergangsphase:

  1. Kokoserde, Google-Spam und SEO-Bullshit-BINGO sagt:

    […] Nach dem Lesen des Interviews (deutsch hier) war mir schon auf der DMEXCO die Idee gekommen, daß ein Matt Cutts SEO Bullshit-BINGO überfällig ist […]

  2. Thomas Wiegand Website sagt:

    Ach ist es immer erfrischend ihm zuzuhören. Man weiß nachher meist immer schon was man vorher wusste. Bis auf die Sache mit den Usersignalen – ´na ob das so stimmt.

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