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Street View – Google fährt sich in die Krise

Google  |   |  , 11:16 Uhr  |  8 Kommentare

Aufgrund eines Ultimatums des Hamburger Datenschutzbeauftragten Johannes Casper, musste das Unternehmen Google Inc. nun doch einräumen, im Zuge seiner Kamerafahrten für Google Street View nicht nur W-Lan-Netze erfasst, sondern auch während der Vorbeifahrt über sie versendete Daten aufgezeichnet zu haben…

In einem diesbezüglichen Statement auf dem offiziellen Google Blog entschuldigt sich der Suchmaschinenbetreiber für diesen nach eigener Aussage schweren Fehler. Man habe gar nicht gewusst, dass die teilweise bereits im Jahre 2006 zunächst für ein ganz anderes Projekt programmierte Software zur Aufzeichnung der W-Lan-Netze auch Payload Data, also z.B. gerade über W-Lan versendete Webseiten oder E-Mail Adressen aufzeichnet und werde diese wenn auch nur bruchstückhaften Fragmente aufgezeichneter Daten unverzüglich löschen.

Da Google zunächst nicht einmal zugegeben hatte, überhaupt W-Lan-Netze zu erfassen und in einem voran-gegangenen Statement ausdrücklich verneint hatte, über diese gerade versendete Daten aufzuzeichnen, laufen Datenschützer nun Sturm gegen das Unternehmen.

Neben dem Vorwurf der Falschinformation, kritisieren Experten in erster Linie die unprofessionelle Vorgehensweise bei der Aufzeichnung der Daten bzw. der Programmierung der hierfür erforderlichen Software. Es dürfe einfach nicht sein, dass durch einen Fehler über Jahre hinweg irgendwelche Daten aufgezeichnet wurden, von denen Google zumindest nach eigener Aussage bis vor kurzem gar nichts wusste.

Die Kritik ist meiner Meinung nach gerechtfertigt. In Zeiten, in denen sich das Internet von einem Informationsmedium hin zu einem Kommunikationskanal entwickelt, kann es nicht sein, dass sich ein Unternehmen wie Google immer noch über kaum auffindbare Blogpost bzw. irgendwo gemachte Aussagen einiger Pressesprecher mitteilt. Die Art und Weise wie Google nach außen kommuniziert, macht leider immer noch den Anschein, als würde es dem Unternehmen weniger darum gehen, seine Nutzer aufzuklären als ihnen ein Image zu verkaufen. Dieses mag in den Anfangszeiten von Google noch `cool´ gewesen sein, ist in Anbetracht der heutigen Bedeutung des Unternehmens jedoch einfach nicht mehr tragbar.

Der andere Kritikpunkt zeigt Googles generelle Schwachstelle. Die Philosophie, einfach erst einmal zu machen und später erst zu schauen, was man mit den zumeist irgendwo und irgendwie gesammelten Informationen überhaupt anfangen kann, wird wahrscheinlich nicht dazu führen, dass sich alles zu einem großen Puzzle vereint, sondern dazu, dass das Kerngeschäft des Unternehmens weiter aufweicht, sich immer neue Fehler einschleichen und man am Ende weniger ein großes Google-Puzzle, als wie oben schon erwähnt, bruchstückhafte Fragmente irgendwelcher `Machenschaften´ in den Händen hält.

Google will nach eigenen Aussagen sämtliche Informationen dieser Welt koordinieren. Ich möchte meine Informationen ehrlich gesagt nur ungern einem Unternehmen anvertrauen, dass sich wie ein pubertierender Teenager präsentiert und manchmal gar nicht mehr weiß, wohin mit sich und seinen Starallüren…

Gretus

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