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Summertime Spas – Googles Versuch, soziale Werbung als lustig zu verkaufen

Google  |   |  , 09:45 Uhr  |  14 Kommentare

Google LogoDas hätte wohl kaum jemand erwartet: Wie unter `Aktualisierung der Nutzungs-bedingungen´ nachzulesen, möchte der Suchmaschinenbetreiber Google seine angemeldeten Nutzer nun auch noch dazu `verwenden´, um im Kampf um die zukünftige Vormachtstellung im Internet gegen das `Facebook-Bing-Klout-Konsortium´ weiter Boden gutzumachen. Sofern sie entsprechende Funktion nicht deaktivieren, müssen die Inhaber eines Google-Accounts demnächst damit rechnen, dass ihr Name, ihr Bild sowie die von ihnen gemachten Aktivitäten (Downloads, Bewertungen usw.) dafür verwendet werden, um Werbeanzeigen von Google noch `klickfreudiger´ zu gestalten…

Die Mitglieder des sozialen Netzwerks Google+ wurden unlängst per E-Mail darüber informiert, dass ihre dort veröffentlichten Informationen zukünftig auch dafür verwendet werden können, um Inhalte dort noch besser auffindbar zu machen. Hier die entsprechende Passage aus der E-Mail:

Google+ soll Ihre Inhalte besser auffindbar machen – zum Beispiel, indem in einem bestimmten Kontext relevante Inhalte oder Aktivitäten angezeigt werden, wenn sie für andere Nutzer interessant sein könnten. Diese Empfehlungen heißen bei Google „soziale Empfehlungen“. Die geänderten Nutzungsbedingungen stellen klarer dar, wie Name, Bild und Aktivitäten Ihrer Seite in sozialen Empfehlungen angezeigt werden können. Wenn Ihre Seite beispielsweise einer anderen öffentlich folgt, kann Google diese Beziehung zusammen mit dem Namen und Bild Ihrer Seite anzeigen lassen, wenn diese Information für andere wichtig und hilfreich sein könnte. Das schließt auch Werbeanzeigen ein.

Soweit, so gut. Liest man sich den Text der von Google an die Mitglieder seines hauseigenen sozialen Netzwerks verschickten E-Mail durch, könnte man meinen, dass die darin erwähnte Änderung der Nutzungsbedingungen mir und den mittlerweile ca. 500 Millionen (?) anderen Google+-Nutzern einen echten Mehrwert bietet: Google+ will meine Inhalte noch besser auffindbar machen bzw. anderen Nutzern mit meinem Namen oder meinetwegen auch Bild in wichtigen Situationen irgendwie `behilflich´ sein, das ist doch super oder nicht!?

Googles soziale Empfehlungen

Nicht mehr so super wird es, wenn man sich auf die Suche danach begibt, was Google mit dem Satz `Das schließt auch Werbeanzeigen ein.´ meint. Da auf den Seiten von Google+ (bislang noch) keine Werbung angezeigt wird, muss dieser Satz eigentlich dann bedeuten, dass Google entweder vorhat, zukünftig dort auch Werbung zu zeigen, sich der Satz auf Werbung außerhalb des sozialen Netzwerks Google+ bezieht oder Werbung bei Google im `Allgemeinen´ damit gemeint ist. Schauen wir uns mal an, was auf der von Google in der E-Mail an mich erwähnten Webseite mit `weiteren Informationen´ dazu zu finden ist. Dort steht:

Über die Einstellung Soziale Empfehlungen können Sie festlegen, ob Ihr Bild und Ihr Name in Anzeigen erscheinen soll.

Folgt man dem von Google bei `Soziale Empfehlungen´ gemachten Verweis, landet man auf der Seite https://plus.google.com/settings/endorsements?hl=de. Dort wird neben der Anzeige einiger Beispiele für soziale Empfehlungen (siehe oben) folgende Aussage getätigt:

Hier sind einige Beispiele für soziale Empfehlungen auf Google. Das Beispiel „Summertime Spas“ unten zeigt eine soziale Empfehlung in einer Anzeige […] Die Einstellung betrifft nur Aktionen, die Google innerhalb von Anzeigen einblendet; das Beispiel „Summertime Spas“ oben zeigt eine soziale Empfehlung in einer Anzeige in der Google-Suche.

Neben der Tatsache, dass man sich an dieser Stelle der `Klickkette´ überlegen muss, warum sich die Betreiber von Google nicht ein anderes Beispiel als `Summertime Spas´ (nicht Spaß, sondern die Mehrzahl von Spa (?), was mir persönlich mal wieder überhaupt nicht klar war 😀 ) ausgesucht haben, um ihre `sozialen´ Empfehlungen näher zu erläutern, steht dort nun endlich aber auch geschrieben, was mit dem in der E-Mail von Google genannten Satz `Das schließt auch Werbeanzeigen ein.´ gemeint ist:

Sämtliche 500 Millionen Nutzer des sozialen Netzwerks Google+ müssen damit rechnen, dass ihr Name, ihr Bild sowie die von ihnen gemachten Aktivitäten (Downloads, Bewertungen usw.) demnächst auch außerhalb (!) von Google+, nämlich in der Google-Suche angezeigt werden. Auf Ähnliches deutet auch der (rechtlich) entscheidende Text an der Stelle hin, wo man, wie immer bei gravierenden Änderungen irgend-welcher Nutzungsbedingungen, als Nutzer sein berühmtes `Häkchen´ machen muss:

Zustimmung zu Googles sozialen Empfehlungen

Obgleich sich die Betreiber von Google bezüglich der Kommunikation mit uns Nutzern enorm verbessert haben – immerhin bekommt man bei milliardenschweren Änderungen der Nutzungs-bedingungen jetzt sogar eine personalisierte Mail von Google – ist es immer wieder amüsant zu beobachten, wie Internetriesen wie Google oder auch Facebook bezüglich einer Änderung der Handhabe von Nutzerdaten um den heißen Brei herumreden. Hier deswegen die wichtigsten Seiten in Bezug auf Googles Änderung der Nutzungsbedingungen in Bezug auf soziale Empfehlungen noch einmal im Überblick:

Gretus
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Kommentare zu Summertime Spas – Googles Versuch, soziale Werbung als lustig zu verkaufen:

  1. […] Man dient jetzt also Werbefigur für das Produkt oder Unternehmen. Da wäre es doch wirklich einmal interessant zu wissen ob diese durch Google+ unterstützten Ads teurer sind […]

  2. Martin Website sagt:

    Naja, finde die Neuerung von Google nicht lustig, außer wenn Google sich einmal selbst abschalten würde – dann hätten viele Nutzer im Netz keine Suchmaschine mehr ^^

  3. Klaus Website sagt:

    Summertime Spas Tiger aus dem Google Zoo. 🙂

    Wenn ein Bild oder eine Anzeige von mir, in Verbindung mit G+ gezeigt wird, hab ich das große Glück, dass es eh keinem aufällt. Wenn das passieren sollte, würde ich den Beitrag bestimmt liken und sharen. Allerdings, wenn Google anfängt mit Bildern von mir Werbung zu machen, ich es entweder ein Zeichen, dass ich es mit einer meiner genialen Ideen, auf die Sonnenseite des Lebens geschafft habe, oder aber, dass Ende der Welt ist ziemlich Nahe.

    Ich warte auf den Tag, an denen mir morgens ein paar Informationen zugesteckt werden, die mir dann Abends von der Spätschicht wieder entlockt werden können. Sowas wie einen Mehrwert, kann ich meinen Spionen ja leider nicht bieten. Ich frage mich manchmal, ob es die pure Langeweile ist, die mich so interessant wirken lässt? Könnte man nicht einen Cookiedesigner engagieren, der jedem so eine Art abenteuerliches Leben in die Privatsphäre zaubern können? Dabei denke ich auch an die arme Sau, die mich ggf. mal ausspionierem muss.

    Falls schon jemand dabei ist, ein auf meine Bedürfnisse maßgeschneidertes Produkt für zu entwickeln, hier ein Tipp von mir: Es geht Bargeld oder irgendwas aus Gold. Auf keinen Fall was, wo ich schon wieder lachen muss.

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