SISTRIX Toolbox
SISTRIX Toolbox

Mehr erfahren
AdWords, KMU, wir machen den Unterschied!
Mehr erfahren

Umfrage zu Googles Autocomplete-Funktion

Google  |   |  , 11:26 Uhr  |  20 Kommentare

GoogleIn der neuen Website Boosting befasst sich der Rechtsanwalt Dr. Martin Bahr mit der interessanten Frage, ob Google für seine Autocomplete-Funktion haftbar gemacht werden kann. In der Vergangenheit gab es immer wieder Klagen von Personen, welche sich durch die von Google automatisiert gemachten Vervollständigungen von angefangenen Suchan-fragen in ihrem Ruf geschädigt sahen. Eines der bekanntesten Beispiele ist sicherlich Bettina Wullf, bei deren Eingabe des Namens immer noch ihrem Ruf nicht gerade förderliche Vorschläge erscheinen…

Betrachtet man die Rechtslage in Deutschland, reduziert sich der Streit um Googles Autocomplete-Funktion auf die Frage, ob die von Google bei Eingabe von Suchbegriffen gemachten Vervollständigungen als Inhalte von Google selbst (§ 7 Abs. 1 TMG) oder als fremde Inhalte (§ 10 TMG) angesehen werden müssen. Hier die entsprechenden Gesetzestexte:

§ 7 Abs. 1 TMG: Allgemeine Grundsätze – Diensteanbieter sind für eigene Informationen, die sie zur Nutzung bereithalten, nach den allgemeinen Gesetzen verantwortlich.

§ 10 TMG: Speicherung von Informationen – Diensteanbieter sind für fremde Informationen, die sie für einen Nutzer speichern, nicht verantwortlich […]

Im Prinzip sind die von Google im Zuge der Autocomplete-Funktion gemachten Vervollständigungen eine Mischung aus eigenen und fremden Inhalten. Google nutzt die Suchanfragen fremder Nutzer um mit Hilfe des eigenen Algorithmus Vorschläge daraus zu generieren. Die Nutzer der Google-Suche bestimmen durch ihr Verhalten welche Vorschläge derzeit am meisten gesucht werden, Google bereitet diese algorithmisch auf und zeigt sie entsprechend prominent bzw. lange an.

Um ein für alle Mal Klarheit in Streitfragen um Googles Autocomplete-Funktion zu erlangen, werden sich die Richter früher oder später entscheiden müssen, ob die von Google gemachten Vervollständigungen als eigene oder fremde Inhalte zu werten sind. Da wir selbst nicht wüssten, wie wir uns in dieser Frage entscheiden sollten, möchten wir mit folgender Umfrage einmal klären, wie das unsere Leser sehen:

Sind Googles Autocomplete-Vorschläge eigene oder fremde Inhalte?

  • Die Vorschläge sind fremde Inhalte, Google kann dafür nicht verantwortlich gemacht werden (48%, 79 Votes)
  • Die Vorschläge sind Googles Inhalte, Google muss auch rechtlich dafür gerade stehen (35%, 57 Votes)
  • Schwer zu sagen, ein eindeutige Zuordnung der Inhalte ist kaum möglich (18%, 29 Votes)

Total Voters: 165

Loading ... Loading ...

Wir würden uns freuen, wenn sich möglichst viele an unserer Umfrage beteiligen würden und wenn möglich auch in den Kommentaren kurz begründen, warum sie diese oder jene Antwort gewählt haben…

Eure SEO-united.de Blogger
Sie befinden sind hier: Umfrage zu Googles Autocomplete-Funktion

Kommentare zu Umfrage zu Googles Autocomplete-Funktion:

  1. Marc says:

    Das Ganze erledigt sich doch damit, dass von Frau Wulff gerade mal drei Ergebnisse entfernt wurden und es wohl keine Möglichkeit gibt, gegen den Rest vorzugehen. Und da die Vervollständigungen ja nur das wiedergeben, was die User suchen, kann Google ganz gelassen bleiben.

  2. Daniel says:

    Wenn eine Pro***tuierte sich als Wulff-Doppelgängerin anbietet, hat sie doch ein recht darauf, gefunden zu werden! Wenn Frau Wulff auf mehr saubere Präsenz im Web wertgelegt hätte, hätte es diese Vervollständigungen wohl nie gegeben, da es sicher nicht so viele Anhänger von Pro***tuierten mit dem Namen Bettina gibt, wie Suchanfragen zur echten Wulff. Nachdem aber einmal diese Kombination gezeigt wird, klickt sie wohl jeder mal aus Neugier…

    Bettina Wulff Bundespräsidentengattin
    Bettina Wulff Parteimitglied
    Bettina Wulff Vorsitzende
    Bettina Wulff Prominente
    Bettina Wulff Talkshow

    hätte ja ebenfalls angezeigt werden können, wenn entsprechender Content im Netz wäre…

    Zur Sache: Das Gericht sollte die algorhythmische Auswertung von Google verlangen, auf deren Basis diese Einträge entstanden sind sowie das erste Auftauchen als Vorschlag, was ja dann zu einem Push führte. Weigert sich Google, darf es künftig z.B. nur das häufigste nächste Wort im Rahmen der Auswertung von Webseiten anzeigen, und nicht mehr ganze Phrasen ergänzen, sofern diese nicht „gewhitelistet“ sind, ohne sich Ärger einzuhandeln. Gegen ihre Persönlichkeitsrechte verstößt das konkrete Beispiel keinesfalls.

  3. Sascha says:

    Die Google-Suche bietet definitiv schon generell keine eigenen Inhalte an.

    Denn der Algorithmus ist ja weder ein Inhalt, noch eine Information, sondern ledeglich die Funktion, die „fremde“ Inhalte‘ verarbeitet. Demnach bietet Google mit seine Auto-Complete-Funktion auch keine eigenen Informationen an, sondern nur fremde Inhalte und Informationen, und muss dementsprechend auch dafür nicht haften.

    • Gretus says:

      Hallo Sascha,

      meiner Meinung nach müsste Google aber dann den Algorithmus offenlegen. Einfach nur behaupten, man würde an den `fremden´ Daten selbst nichts machen, reicht nicht. Wenn, müsste Google es auch beweisen…

      Grüße

      Gretus

      • Sascha says:

        Hi Gretus,

        also generell ist es schwierig jetzt in dem Fall, wo es um Bettina Wullf geht, die Sache nach „Inhalten“ zu bewerten. Weil es ja speziell in diesem Fall hier um eine „Persönlichkeitsrechtsverletzung“ geht. Also muss man den Fall danach bewerten, ob eben diese angezeigten bzw. vorgeschlagenen Wörter überhaupt erstmal eine aussagekräftige Tatsachenbehauptung darstellen können – und wenn dann, von wem sie letztendlich stammt.

        Und da hat zum Beispiei jetzt zuletzt das OBERLANDESGERICHT KÖLN in einer Entscheidung, wo das Urteil erst jetzt letzten Monat veröffentlicht wurde, folgendes dazu entschieden gehabt:

        Das die Suchbegriffe, die automatisch und zusätzlich von Google vorgeschlagen werden, nicht zu einer Persönlichkeitsrechtsverletzung führen können, da sie keine eigene inhaltliche Äußerung des Suchmaschinenbetreibers selbst wären. Deshalb treffe einem Suchmaschinenbetreiber wie Google & Co. für mögliche eherverletzende angezeigte Begriffe auch grundsätzlich keine Haftung

        Die Richter verneinten auch deshalb eine Haftung von Google, denn dem durchschnittlichen User sei bewusst, dass es sich um keine Äußerungen des jeweiligen Suchmaschinenbetreibers handle, sondern vielmehr fremde Inhalte sind.

        Hier das komplette Urteil zum nachlesen…

        Gruss Sascha

1 2 3

Jetzt zu "Umfrage zu Googles Autocomplete-Funktion" kommentieren:




Ihre Agentur noch nicht dabei?


Ihre Agentur noch nicht dabei?