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Bing It On – Braucht es eine Google-Alternative?

Internet  |   |  , 09:12 Uhr  |  13 Kommentare

Google vs. BingDa Tatsache, dass nahezu sämtliche bekannte Suchmaschinen die von ihren Nutzern eingegebenen Suchanfragen nicht nur über einen Zeitraum von mehreren Monaten (?) speichern, sondern sie zusätzlich auch dafür verwenden, um jeden einzelnen Nutzer auf Schritt und Tritt mit personalisierten Ergebnissen zu verfolgen, wirft eine interessante Frage auf: Wäre es in Anbetracht nicht selten auch intimer Suchanfragen nicht ratsam, bei heiklen Themen wie z.B. Gesundheit eine zweite bzw. eine `Alternativ-Suchmaschine´ zu verwenden?

Schaut man sich die Verteilung der beliebtesten Suchmaschinen in den USA an, scheinen die Internet-nutzer dort bereits begriffen zu haben, dass es aufgrund der ständigen Verfolgung durch personalisierte Ergebnisse ratsam ist, seine Suchaktivitäten auf gleich mehrere Anbieter zu verteilen. Wohingegen die Suchmaschine Google in Deutschland zu 90% (?) den Markt beherrscht, hat sich in den USA daneben auch die Suchmaschine Bing mit mittlerweile ca. 30% Anteil (Yahoo verwendet die Bing-Suche) am Markt etablieren können.

Suchmaschinenverteilung in den USA

via seo-handbuch.de

Um das Problem einer den Nutzer auf Schritt und Tritt verfolgenden Personalisierung der Ergebnisse von Suchmaschinen näher zu beleuchten, sollte man zunächst einmal begreifen, was mit Personalisierung überhaupt gemeint ist. Hier die diesbezügliche Erklärung von Google:

Durch die Personalisierung Ihrer Ergebnisse auf Grundlage Ihres Suchverlaufs hoffen wir, Ihnen die nützlichsten, relevantesten Inhalte für Ihre Suche zu liefern. Die Personalisierung anhand Ihres Suchverlaufs ist nur eine der Möglichkeiten, die wir nutzen, um Ihnen personalisiertere Suchergebnisse anzuzeigen. (Quelle)

Was auf den Hilfe-Seiten von Google als `nützlicher´ Service beschrieben wird, gestaltet sich in der Praxis problematisch: Anhand von für bestimmte Themen im Vorfeld klar definierten Zeiträumen (bei einer Grippe z.B. 14 Tage) verändern sich die Ergebnisse von Google und Co. in Abhängigkeit der dort eingegebener Suchanfragen (z.B. Was tun bei Schnupfen?) auf für bestimmte Themen im Vorfeld klar definierte Art (bei einer Grippe z.B. um einen `Durchdringungsfaktor´ von 25%) und verführen den Nutzer somit, (unbewusst) immer weiter in das Thema abzutauchen.

Grippe

via fotolia.com

Das Gleiche gilt für andere Themen, wie z.B. der Suche nach einem Auto: Haben Google und Co. erst einmal begriffen, dass man als Nutzer auf der Suche nach einem ganz bestimmten Auto ist, verändern sich die Ergebnisse und die in den Ergebnissen angezeigte Werbung auf derart `geheimnisvolle´ Art, dass man selbst Wochen nach dem Autokauf noch mit personalisierten Ergebnissen über irgendwelche Automarken konfrontiert wird.

Winterreifen

via fahrschule-123.de

Geht man von der Tatsache aus, dass Suchmaschinen ihren Nutzern hauptsächlich bei für sie selbst `lukrativen´ Themen (Shopping usw.) den höchstmöglichen Durchdringungsfaktor an personalisierten Ergebnissen liefern – ausschließlich Shopping-Ergebnisse würden den Nutzer wiederum abschrecken – und ihnen damit nicht nur während der Phase ihrer Kaufentscheidung, sondern auch noch weit darüber hinaus, mit am Ende völlig `nutzlosen´ (Werbe-)Informationen auf die Nerven gehen, stellt sich die Frage, ob man für bestimmte Themen bzw. Suchanfragen nicht einfach eine andere Suchmaschine verwenden sollte?

Schaut man sich die fünf Arten der hauptsächlich in Suchmaschinen eingegebenen Anfragen einmal etwas genauer an, so wird klar, dass eine Entscheidung, bei welchen Themen bzw. Anfragen konkret man auf eine `Alternativ-Suchmaschine´ wechseln sollte, gar nicht einfach ist:

  • Casual Search: Suchen nur zum Zeitvertreib (z.B. Suche nach eigenem Namen)
  • Conversational Search: Suche nach zu einer vorherigen Anfrage ergänzenden Informationen (z.B. „Wie teuer ist das?“ nach Suche von „iPhone 5S“)
  • Informational Search: Suche nach Informationen zu einem konkreten Thema (z.B. „Wetter Hamburg“)
  • Navigational Search: Suche nach konkreten Webseiten (z.B. Eingabe von „Amazon“)
  • Transactional Search: Suche nach Produkten inkl. Handlungsabsicht (z.B. „iPhone 5S kaufen“)

Egal, ob man gerade eine Grippe hat, sich ein Auto kaufen möchte oder nach einem iPhone sucht, Google speichert sämtliche der von jedem einzelnen Nutzer gemachten Anfragen, um daraus das Potential einer für beide Seiten `lukrativen´ Personalisierung der Ergebnisse zu errechnen.

Möchte man sichergehen, dass sich diese Personalisierung nicht irgendwann zu seinen eigenen `Ungunsten´ verändert und man bei der Suche nach z.B. dem Wetter plötzlich Informationen über die neue A-Klasse oder Viren der Gruppe IV `geliefert´ bekommt, sollte man bei bestimmten Themen bzw. Suchanfragen entweder vorsichtig sein oder gar eine alternative Suchmaschine verwenden…

Weiterführende Informationen

Gretus
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Kommentare zu Bing It On – Braucht es eine Google-Alternative?:

  1. Julian says:

    Bing hat doch mehr Anteile als ich dachte…

  2. Markus says:

    Da jeder User davon betroffen ist, sollte man sich mit keiner Maßnahme 100% sicher fühlen. Cookie´s löschen oder der “Inkognito-Modus” ist zwar eine Möglichkeit, aber reicht es aus? Mit Sicherheit nicht, bei jeder Sitzung bleibt so immer das Gefühl der Überwachung, schade eigentlich…

  3. Aweber says:

    Was ist denn bitte ein „Sitzungsende“ ? ;)

  4. Safferthal says:

    Reicht es nicht aus, wenn man „Google Deutschland Private Web Search“ in seinem Feuerfuchs installiert. Obendrein lösche ich sowieso automatisch mit dem Plugin BetterPrivacy alle Cookies, inkl. Super-Cookies, nach jedem Sitzungsende.

  5. Armin says:

    Interessante Frage! Für meine Recherche nutze ich seit längerem bereits den „Inkognito-Modus“, allerdings von Chrome. Stellt sich daher die Frage wie viel liest Google davon mit? Cookie frei ist der „Inkognito-Modus“ ja, aber für Google wäre es ein leichtes die Daten zu kombinieren (auf dem anderen Chrome-Fenster bin ich schließlich eingeloggt)! Müsste man mal einen Browser-Techie fragen…

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