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Arbeiten mit Textbörsen, aber richtig

Bloggen  |  Gast  |  , 11:11 Uhr  |  7 Kommentare

Freie Texter gibt es viele, man muss nur die Richtigen finden – wäre es doch nur so einfach! Wer hohe Ansprüche an seine Inhalte hat und mit günstigen Freelancern arbeitet, muss selber Initiative zeigen. Wie gelingt Masse mit Klasse und wie können Auftraggeber vermeiden, am Ende Text-Schrott aus der Content-Fabrik zu erhalten? Dieser Beitrag liefert Erkenntnisse aus der Praxis für die erfolgreiche Arbeit mit content.de, Textbroker und Co.

Kurzfristig in großem Umfang schreiben lassen

Die meisten Textbörsen bieten die Funktion der „Open Orders“. Wer auf einen Schlag viele Texte braucht, nutzt die Open Orders um möglichst viele Autoren gleichzeitig mit Aufträgen anzusprechen. Dabei kann der Massen-Upload via CSV-Datei helfen, um Zeit zu sparen. Vorgaben können multipliziert und direkt in einer Excel-Tabelle verwaltet werden. Hier kann der Auftraggeber auch übersichtlich über Qualitätsstufen und Umfang der Beiträge bestimmen und Vorlagen verwenden, um Aufträge immer wieder neu anzulegen. Auch Fristen zur Fertigstellung können per CSV-Funktion schnell und massenhaft festgelegt werden. Wer die passenden Kategorien kennt, legt hier auch gleich die richtigen Themengebiete für seine Text-Inhalte fest.

Tausende Autoren tummeln sich auf deutschsprachigen Content-Börsen. Viele schreiben dabei auch gern mal über Nacht, andere verrichten ihren Dienst strikt nach den üblichen Arbeitszeiten. Wer bereits eine Übersicht passender Autoren hat, weiß auch, wer noch in den späten Abendstunden liefern kann und bei wem der dringende Inhalt eher schlecht aufgehoben ist. Erfahrung und Kontaktarbeit zählen hier zu 100 Prozent. Wer der Börse nur flüchtige Besuche abstattet, wenn gerade wieder Not am Mann ist, hat wenig Orientierung bei der Auftragsvergabe.

Das perfekte Briefing gibt es nicht

Um mit externen Autoren erfolgreich zu arbeiten, muss vor allem die Kommunikation vor Auftragsbeginn stimmen. Briefing ist nicht gleich Briefing. Unterschiedliche Themen brauchen immer wieder neue Herangehensweisen in der Erstellung von Vorgaben. Wie gesagt, das gilt nur für den, der Wert auf die Textqualität legt. Dem sei geraten, selber zum Redakteur zu werden, wenn ein neuer Text vom meist anonymen Autor geschrieben werden soll. Mit einer eigenen Geschichte heranzugehen, gibt dem Schreiber Hilfestellung ab dem ersten Satz seines Textes. Die konkrete Idee eines Beitrags muss klar aus dem Briefing hervorgehen. Auf die Länge kommt es dabei nicht an – ganz im Gegenteil. Viele Texter schalten bei langen Briefings ab und legen – auf gut Glück – mit der Arbeit los. Es gilt schließlich, schnell zu sein. Ein prägnantes Briefing, das die besondere Idee des Beitrags in Kürze und unmissverständlich wiedergibt, ist die optimale Voraussetzung, damit der Text zum Erfolg wird. Dafür Unique Content ist der Leitspruch heutiger Textbörsen müssen Auftraggeber eigene Ideen entwickeln; wer das Denken abgibt, der darf nicht enttäuscht sein, wenn das Ergebnis einfallslos ist. Wer allerdings bereits den Autoren mit dem kleinen Konzept begeistert, kann sich eines motivierten Schreibers auf der anderen Seite gewiss sein.

Wer nachhaltig arbeiten will, tut gut daran, mit Textern einen direkten Draht aufzubauen. Wer sich versteht, kann besser auf die Wünsche und Anforderungen des anderen eingehen und professionell arbeiten. Wer als Autor nicht genau weiß, wohin der Auftraggeber mit seinem Beitrag will, schreibt automatisch ins Blaue hinein. Wenn der Autor zum Beispiel weiß, dass der Text für die Startseite eines Blogs rund um Gesetze und Recht gedacht ist, weiß er als guter Schreiber, in welche Richtung es gehen soll. Die blanke Vorgabe „Thema zu Recht in Deutschland“ lässt den Texter im Dunklen stochern. Mit Glück geht der Auftrag gut, mit Pech geht er in Revision oder muss selber umgeschrieben werden.

Das geht aber weiter: wer einzigartige Inhalte von der Textbörse erwartet, muss dem Briefing eine eigene Identität geben. Auftraggeber sollten dem Autoren möglichst viel Arbeit abnehmen durch konkrete Vorgaben und detaillierte Eindrücke, was vom Beitrag erwartet wird. Wer zählt zum Publikum des Beitrags? Welche Aspekte des Themas sollen besonders hervorgehoben werden? Welche Quellen sollen berücksichtigt werden? Soll eine Meinung im Text vertreten werden? Und besonders: Was soll nicht geschrieben und vermieden werden? Im Vertrauensverhältnis kann dem Autoren auch das Medium genannt werden, auf dem der Beitrag erscheinen soll. Alternativ können Beispiele dienen, an denen sich der Freelancer orientieren soll.

Autorensuche und Verwaltung

Funktionen wie das „Schwarze Brett“ der content.de AG eignen sich, wenn Fachautoren benötigt werden. Hier können Auftraggeber schon recht genau darstellen, für welche Themen neuer Content benötigt wird. Interessierte Autoren sehen im Texterbereich die Meldung und können sich dem Auftraggeber vorstellen. Das macht vor allem dann Sinn, wenn mehrere Artikel zu ähnlichen Themen geplant sind oder ein größeres Projekt wie etwa ein ePaper ansteht. Dieser Weg eignet sich also auch, um langfristig Autoren für eine engere Zusammenarbeit zu finden.

Wer Themen in die Börse einstellt, kann auch mit Open Orders – optimaler Weise in der jeweils richtigen Kategorie – neue Texter finden. Die Kategorien spielen vor allem deshalb eine Rolle, weil jeder Autor nur eine bestimmte Auswahl an Themenbereichen abdeckt. Spezialisten findet man so mit Sicherheit, es können aber auch schwarze Schafe dabei sein. Wer seine Aufträge im Anschluss gegenliest, wird immer den ein oder anderen begnadeten und fachlich versierten Schreiber finden. Über die Funktion „merken“ kann dieser in den engeren Kreis der Autoren Die Börsen gehen mit der Zeit. Auch Übersetzungen von der Stange werden immer beliebter aufgenommen werden, mit denen man bereits Erfahrungen gesammelt hat. Das kann soweit gehen, dass man Autoren mit wiederholt hervorragenden Leistungen gänzlich freigibt und die Texter dieser Auftragnehmer automatisch akzeptieren lässt.

Texter haben verschiedene Qualitäten. Der eine hat einen Stil, der persönlich besonders gut gefällt; der andere liefert besonders schnell und zuverlässig; ein weiterer kennt sich mit relevanten Themen besonders gut aus und schreibt auch gerne mal 50-100 Wörter über das Ziel hinaus. Kandidaten dieser Güteklasse finden Auftraggeber meist über längere Zeit, durch aufmerksame Qualitätskontrolle und vor allem Open Orders. Dann steht, wenn der Wortpreis des Autors passt, auch einer Direct Order nichts mehr im Wege. So kann es kommen, dass etwa die eigenen Redakteure mit der Zeit ihre Lieblingstexter finden und zielsicher Aufträge direkt in die Textbörse geben können. Wer einen hochwertigen Autoren-Pool aufgebaut hat, trifft die richtigen Entscheidungen bei der Vergabe unterschiedlichster Themen. Über die Notiz-Funktion können Autoren auch als besonders geeignet für bestimmte Branchen und Bereiche gemerkt werden. Datenpflege und Kommunikation sind essentiell, um richtig zu planen und selber weniger Zeit mit Anpassungen zu verbringen.

Alte Muster aufbrechen

Auch die Arbeit mit einer Textbörse ist mehr als nur eine lästige Pflicht und Auslagerung bei niedrigen Kosten. Sie ist eine kraftvolle Möglichkeit, um die Qualität eigener Inhalte auch bei wachsendem Volumen beizubehalten oder zu steigern.

Checkliste für die Arbeit mit Textbörsen:

  • Briefing individuell gestalten
  • Zielgruppe nennen
  • Seite für Veröffentlichung einbeziehen
  • Verwertbare Quellen zur Recherche liefern
  • Realistische Fristen setzen
  • Eigene Ideen liefern mit eigener Vorabrecherche
  • Möglichkeiten der Autorenverwaltung nutzen wie Schwarzes Brett, Autorengruppen und Direct Orders
  • Massenuploads nicht rein aus Effizienzgründen nutzen
  • Direkten Kontakt mit Textern pflegen
  • Sympathie bei Autoren wecken
  • Qualitätsstufen auch mit thematischen Ansprüchen abgleichen

Arbeit sollte dabei nicht weggeschoben, sondern gezielt angeleitet und gleichzeitig ausgelagert werden. Dann können Textbörsen hervorragende Instrumente sein, um eigene Ansprüche an Inhalte realistisch zu gestalten und den eigenen redaktionellen Wirkungsgrad zu erhöhen.

Gidon Wagner, wortliga.de
Gidon Wagner ist Online-Journalist und Geschäftsführer der WORTLIGA GmbH. Das Redaktionsbüro betreut Unternehmen redaktionell und strategisch mit Fachbeiträgen, Öffentlichkeitsarbeit sowie der Pflege von Blogs und Online-Magazinen.
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Kommentare zu Arbeiten mit Textbörsen, aber richtig:

  1. Sebastian says:

    Nicht jeder der schreiben kann, kann auch texten.

    Ich bin studierter Linguist B.A. und seit mehr als zwei Jahren erfolgreich freier Texter mit Agenturerfahrungen. In meiner Zeit als freier Texter haben mich ab und zu Leute nach Möglichkeiten gefragt, viele Wörter für wenig Geld zu bekommen. Wie man wenig definiert, das liegt wohl, wie so vieles, im Auge des Betrachters. Aber anscheinend haben einige „Texter“ durch ihre Preise so manchen Kunden verzogen.

    Die Textbörsen sind ja noch hoch bezahlt, wenn man sich die Angebote in anderen Portalen ansieht. Wie verzweifelt einige Schreiberlinge sein müssen, zeigt sich an Offerten bei machdudas.de oder sogar myhammer! Ich habe in einem Texterforum von Preisen weit unter 0,01€/Wort gelesen! Nur Textgeneratoren sind billiger.
    Auch die Abnehmer solchen Textmülls müssen gleichwohl sehr verzweifelt sein, wenn sie auf ihren Websites so etwas veröffentlichen.

    Ich habe mittlerweile Preise, die derartige Interessenten gleich von vorn herein auszusieben scheinen, denn Anfragen dieser zeitverschwenderischen Art habe ich seit langem nicht mehr bekommen. Ich kenne aber mittlerweile beide Seiten, die des Autoren und die des Kunden von anderen Autoren. Nach einem halben Jahr erst hatte ich zwei externe Texterinnen gefunden, mit denen man mehrere Aufträge lang zusammen arbeiten kann. Davor las ich zum Beispiel die typischen SEO-Texter-Phrasen wie „Wer [Keyword A], der [Keyword B]…“, „Ob nun [Keyword A] oder [Keyword B]…“. Viel kreativer waren sie dagegen mit ihren Ausreden, warum Aufträge nicht rechtzeitig erledigt wurden – sogar vor Terrorismus schreckte einer nicht zurück!

    Daher weiß ich: Wirklich gute TexterInnen zu finden, ist wirklich nicht so einfach. Daher bin ich gut optimiert und meine Kunden finden mich – Texter, SEO Texter, Online Redakteur… Die letzten Google-Updates haben doch einmal mehr bestätigt, dass man mit Texten aus dem Discount wahrscheinlich zukünftig nicht weiterkommt. Daher lieber ins Fachgeschäft, da zahlt man mehr, das zahlt sich dann aber auch aus!

  2. Chacko says:

    Also Texte für einen Apple (oh Appel) und ein Ei sind so gesehen wohl eher für Webkatalogeinträge u.ä. sinnvoll – wo also Keywords keine große Rolle spielen. Soll deine Seite aber ansprechenden Unique Content haben und die Keyworddichte passen wird wohl mehr als nur ein Appel und ein Ei notwendig sein.

    Und es ist doch lästig ständig unique Texte zu basteln was ja sogar die kleinsten Webkataloge denen das bisher völlig egal war nun auch verlangen. Für Sie richtig – für den Linkwert dann früher oder später vielleicht sogar auch. Da ist es schon günstiger diese Texte extern unter gewissen Regeln zu beschaffen als einen teuren Angestellten im Marketingbereich darum zu bitten mehrere (mindestens 200 Zeichen manchmal 2000 Zeichen lange) Texte zu basteln. Der einen Stundenlohn hat der dem einer solchen Agentur weit übersteigt.

    Sollte man sich aber für sein Aushängeschild – gerade als großes oder wenigstens mittelgroßes Unternehmen – nicht doch selbst Gedanken machen, und vielleicht dann mal jemand cleveres drauf gucken lassen, sich einigen und auch wohl fühlen mit dem was auf der Home Seite steht?

  3. Chris v Hermsdorff says:

    Als die erste Dotcom-Blase Anfang des Jahrtausends platzte, strömten Herrscharen von Online-Nerds auf den schreibenden Markt und nannten sich fortan Texter. Hatten sie zuvor in wild-hemmungsloser Form und unter Missachtung (mangels Kenntnis, zugeben) jeglicher Marketing-Logik noch verbalen Salat auf die Webseiten ihrer Kunden geschrieben, wollten sie nun auf einmal als Markenkommunikationsspezialisten wahrgenommen werden. Warum ich das schreibe? Nun, weil daraus (am Beispiel der Werbebranche ein wenig weiter dekliniert) heute ein Sumpf an Auftragsschreibern geworden ist, die sich Texter nennen (dürfen) und ihre Dienste über diverse Plattformen (welch Ironie, man denke an meine einleitenden Worte) anieten können. In Anspruch genommen werden diese dann bisweilen auch von mittelständischen Unternehmen, die eigentlich mehr bräuchten als sie auf diesen Plattformen finden. Know-how im Bereich der Markenführung z.B. Oder auch nur Basiskenntnisse im Dialog-Marketing.

    Und dann? Dann finden sie einen Texter, der mehr durch Kondition im monetären Sinne oder bezogen auf sein Output überzeugt. Das wird allzu oft gleichgesetzt mit „Werbung“. Liest sich vielleicht sogar schön. Mehr aber auch nicht. Die Idee, via Auftragsbörsen an notwendiges Know-how zu kommen, ist trotzdem nicht schlecht. Ebenso ist es lobenswert, bestimmte Prämissen für die Zusammenarbeit zu formulieren. Gleichwohl … das Urproblem wird damit nicht beseitigt. Dass sich nämlich Greti und Pleti mit der 2+ in Deutsch oder 14 schmissigen Artikeln in der Schülerzeitung plötzlich auf einer Bühne tummeln können, auf der sie nichts zu suchen haben. Und das auf Seiten der Auftraggeber dadurch mehr und mehr das Bewusstsein dafür verwässert wird, was sie eigentlich brauchen.

    Ich jedenfalls würde es begrüßen, wenn man sich auf Seiten der Börsenbereiber mehr Gedanken über eine Verifizierung des Qualifikation der sich dort Anbietenden denn um die Frage nach dem „wie arbeitet man zusammen?“ Gedanken macht. Die bescheidene Meinung eines Werbers, der seit 28 Jahren u.a. textet. Insofern also zu vernachlässigen, weil mit Begriffen wie Neid und Missgunst oder auch Alterstarrsinn zu erklären.

  4. In Textbörsen gibt es viele billige Hobby-Texter und -Redakteure! Und Papier ist geduldig! Doch wie sieht es mit der Text-Qualität aus? Muss auf einer Firmenwebsite einfach nur ein Text stehen, der halbwegs vernünftig aussieht? Oder genügt ein nichtssagender Seotext mit der richtigen Keywords-Verteilung? Warum zahlen erfolgreiche Unternehmen für die Onpage-Optimierung monatlich 4- oder 5-stellige Beträge? Wieso geben manche Unternehmen für einen Website-Relaunch 6-stellige Beträge aus? Und weshalb führen andere Unternehmen aufwändige Usability-Tests durch? Und wieso bezahlen Direktmarketing-Unternehmen für einen Mailingtext Tausende? Warum machen das diese Unternehmen, wenn es Textbörsen gibt, wo man für ’nen Appel und ein Ei tolle Texte bekommt?

    Meiner Meinung helfen einige flotte Formulierungen Unternehmen, die erfolgreich sein möchten, nicht weiter. Wer möchte sich schon bei einem Hobby-Operateur unters Messer legen? Welche Firma lässt sich bei einem wichtigen Rechtsstreit von einem Jurastudenten im ersten Semester vertreten? Webseiten sind ein hervorragendes und preisgünstiges Medium, um den Firmen- und Verkaufserfolg nachhaltig zu steigern. Zielgruppen-Analyse, Keywords-Analyse, Wettbewerbs-Analyse, die Berücksichtigung der Corporate Identity, von Image und Produktpositionierungen, von USP, Kundennutzen, Wettbewerbsvorteilen etc. sind nur einige Faktoren, die deutlich machen, dass über Nacht zusammenformulierte Billigtexte sich nur selten rechnen dürften, weil dadurch mögliche Unternehmens-Chancen und Mehr-Umsätze nicht realisiert werden können.

  5. Hi,

    ich denke, es spricht grundsätzlich nichts dagegen, Texte extern in Auftrag zu geben, so lange sicher gestellt ist, dass die Qualität stimmt und keine Dubletten geschaffen werden. Die genannten Kriterien und Vorgehensweisen können dabei mit Sicherheit eine Hilfe sein.

    Meines Erachtens ein guter und nützlicher Beitrag – vielen Dank.

    Gruß,
    Christian

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