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Bloggen vs. Journalismus

Bloggen  |   |  , 11:16 Uhr  |  8 Kommentare

Aufgrund eines kürzlich hier abgegebenen Kommentars, sehe ich mich veranlasst, einmal zu erläutern, was Bloggen für mich bedeutet und damit zu verdeutlichen, warum wir hierzulande in einer tiefen `Linkkrise´ stecken…

In besagtem Kommentar wird uns `Copy-Paste-Journalismus´ vorgeworfen, da wir eine Meldung über die Meldepflicht für Webseitenbetreiber vorbehaltlos von der Netzzeitung übernommen haben, ohne selbst zu recherchieren bzw. eigene Informationen einzuholen.

Dieses ist nicht das erste Mal, dass der Begriff Journalismus in Zusammenhang mit unserem Blog gefallen ist. Die Entwicklung, d.h. dass sich offensichtlich immer mehr Blogger als Journalisten begreifen, ist meiner Meinung nach einer der Hauptgründe, warum wir hierzulande in einer tiefen Linkkrise stecken, d.h. Blogger sich immer weniger untereinander verlinken.

Mit dem Begriff Journalismus ist laut Wikipedia die publizistische Arbeit bei Printmedien, im TV bzw. Rundfunk oder bei Onlinemedien gemeint. Journalismus trägt zur Meinungsbildung bei, er wird daher oft auch als vierte Gewalt des Staates bezeichnet. Ein Weblog dagegen ist ein Medium zur Darstellung von Aspekten des eigenen Lebens und von Meinungen zu oft spezifischen Themen. Es dient neben dem Austausch von Informationen, Gedanken und Erfahrungen auch der Kommunikation der Blogger bzw. Leser untereinander.

Meiner Ansicht nach kann und sollte man Bloggen nicht mit dem herkömmlichen Journalismus in einen Topf werfen. Wo hingegen die herkömmlichen Medien in Zuge unserer Informationsgesellschaft immer mehr auch eine meinungsbildende Funktion einnehmen, sollte die Blogszene dazu dienen, die diesbezügliche Resonanz der breiten Masse wider zu spiegeln bzw. ein Stimmungsbild der normalen Bevölkerung zu generieren.

Im Grunde genommen ist es also genau der uns vorgeworfene `Copy-Paste-Jouirnalismus´ welcher die Blogszene so interessant und wichtig macht. Die Technik der Blogs, d.h. deren Aktualität und Verknüpfungsmöglichkeiten, ermöglichen es dem Leser, sich neben meinungsbildenden Artikeln der herkömmlichen Presse, alternative Informationen des Ottonormalverbrauchers einzuholen und sich damit nach und nach ein eigenes Meinungbild zu verschaffen.

Im Idealfall läuft die Meinungsbildung oder besser -findung innerhalb der Blogszene also tatsächlich so ab, das zunächst eine Meldung aus der herkömmlichen Presse kopiert und damit zur Diskussion gestellt wird. Durch Kommentare, Trackbacks usw. hat der Leser nun die Möglichkeit, sich schnell und einfach über die Glaubwürdigkeit bzw. die Resonanz auf diese Nachricht zu informieren. Andere Blogger können die Nachricht entweder zitieren, ergänzen, kritisieren oder auch widerlegen.
 
Am Ende dieses Prozesses steht dem Leser neben Informationen herkömmlicher Medien ein Geflecht aus ganz unterschiedlichen Meinungen zur Verfügung, aus welchen er die für sich relevanten Informationen extrahieren kann. Kurz gesagt, herkömmliche Medien werden konsumiert, Weblogs erarbeitet. Blogger nun auf die Stufe von Journalisten setzen zu wollen, ist für meine Begriffe der falsche Ansatz und mit ein Grund, warum die Blogszene hierzulande nicht richtig gedeiht.

Bloggen ist keine journalistische Tätigkeit, sondern ein gemeinsamer Prozess, dem Leser eine alternative Informationsquelle bieten zu können. Als Blogger sollte man sich nie zu schade sein, eine Meldung aufzugreifen, über andere Beiträge zu berichten und diese zu verlinken. Wenn jeder lediglich kritisiert und die ultimative Informationsquelle ausschließlich im eigenen Blog sieht, wird Bloggen nie das werden was es sein könnte ;-)

Gretus

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Kommentare zu Bloggen vs. Journalismus:

  1. Simon says:

    Das hat doch niemand gesagt. Aber es ist utopisch anzunehmen, dass man alleine mehr neues zur Sprache bringen kann, als der Rest seiner Bloggemeinschaft (ich hasse das Wort „Blogosohäre“).

    Ich denke man sollte da einfach unterscheiden. Es gibt verschiedene Arten von Blogartikeln. Manche legen eben Wert auf das, eben angesprochene, „zum Nachdenken anregen“, andere wollen vielleicht News liefern, wieder andere hauptsächlich Erklärungen liefern. Ist doch schön, denn das ergänzt sich doch wunderbar.

    Die Links kommen dann für die eigentlichen Ersteller der Inhalte aus Blogartikeln, die anderen kriegen Trackbacks und alle bekommen sie die Commentlinks.

    Nofollow macht das natürlich zunichte.

  2. Elradon says:

    Aber, wenn ich ständig nur auf andere Blogs verweise und kaum neue Aspekte finde, würd ich meinem Blog die Daseinsberechtigung absprechen. Denn einfach nur Einträge von anderen auf dem eigenen Blog zu kommentieren, ist doch nicht der Sinn eines Blogs?

  3. Alex says:

    Moin,

    auch wenn’s etwas off-topic ist, aber da das Thema auf Links kam: Links erkennen die Leuten aber nur, wenn die Links auch aussehen wie Links. Oft sehen aber Links genauso aus wie Überschriften oder es wird normaler Text unterstrichen dargestellt. Dass damit (noch) unerfahrene Internetuser nicht klar kommen und dies z.B. einer der Gründe für hohe Absprungraten ist, ist m.E. nicht weiter verwunderlich, scheinen aber noch nicht alle Webseiten-Ersteller erkannt zu haben.

    Gruß, Alex

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