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Das Ende von Yahoo!

Internet  |   |  , 10:32 Uhr  |  6 Kommentare

Wer meint, die leitenden Köpfe des Softwarekonzerns Microsoft würden nach dem geplatzten Deal mit Yahoo! und deren kürzlich verkündeten Kooperation mit Google nachts nicht mehr schlafen könnten, täuscht sich mit hoher Wahrscheinlichkeit…

Bill Gates und Steve Balmer von Microsoft sowie die beiden Google Gründer Larry Page und Sergey Brin wechseln nicht etwa die Straßenseite, wenn sie sich über den Weg laufen. Ganz im Gegenteil, als ehemalige Studienkollegen und mittlerweile einflussreichsten Menschen weltweit, dürften sie längst über den Punkt hinweg sein, wo man aufgrund einer augenscheinlichen Niederlage nicht mehr in den Schlaf findet.

Microsoft hatte zum Jahresbeginn ein weiteres Mal verkündet, Yahoo! kaufen zu wollen. Trotz eines im Vergleich zum derzeitigen Aktienwert völlig überhöhten Preises, hatte Yahoo! das Angebot abgelehnt. Anschließend hatte Microsoft gedroht, Yahoo! feindlich übernehmen zu wollen, das heißt einen Großteil der auf dem freien Markt erhältlichen Aktien aufzukaufen. Vor einigen Tagen nun hat Yahoo! eine mögliche Kooperation mit Microsoft endgültig ausgeschlossen und im gleichen Atemzug verkündet, dass das Unternehmen fortan mit Google kooperiere.

Wer die Machtverhältnisse zwischen Microsoft, Google und Yahoo! nicht kennt, könnte nun schnell glauben, Google hätte durch seine angebotene Zusammenarbeit den ewigen Bösewicht Microsoft ein weiteres Mal das Fürchten gelernt. Betrachtet man sich die Unternehmen jedoch etwas genauer, wird schnell klar, dass dieses keineswegs der Fall ist.

Fakt ist, es geht hier um den milliardenschweren Markt der Onlinewerbung und den ständigen Querelen mit den Kartellbehörden. Allein Google konnte im vergangenen Jahr mehr als 15 Milliarden US Dollar durch Onlinewerbung einnehmen, Yahoo! immerhin noch über 5 Milliarden. Microsoft dagegen ist führend in der Herstellung betriebsorientierter Software, verdient damit ebenfalls Milliarden.

Die wahren Bigplayer in diesem Dreierkampf sind Google und Microsoft. Der Status von Microsoft als Softwarelieferant  sowie der von Google als führende Suchmaschine sind gefestigt. Lediglich die Stellung von Yahoo!, in den vereinigten Staaten immerhin noch mit 20% am Suchmaschinenmarkt beteiligt, scheint etwas unklar.

Mircrosoft ist mit seinen Übernahmeversuch von Yahoo! zwar auf den ersten Blick gescheitert, hat deren Unternehmensführung jedoch zu einer Entscheidung gezwungen. Herausgekommen ist ein Deal mit Google, dem vormals größten Konkurrenten im Bereich Internetsuche.

Das Schicksal als ewiger Zweiter ist mit dieser kürzlich verkündeten Kooperation endgültig besiegelt. Google würde sich an einem möglicherweise an den Kartellämtern scheiternden Übernahmeversuch nie die Finger verbrennen wollen, hätte den Konkurrenten Yahoo! jedoch gerne aus dem Weg geräumt.

In dem zwischen Google und Yahoo! kürzlich gemachten Abkommen wurde vereinbart, dass Yahoo! zukünftig neben seinen eigenen auch Google Anzeigen in deren Suchergebnissen schalten darf bzw. muss, einer langsamen `Googlesierung´ steht also nichts mehr im Weg. Des Weiteren wurde festgelegt, dass Yahoo im Falle einer kompletten Übernahme durch ein anderes Unternehmen eine nicht unerhebliche Strafe an Google abtreten muss. Auch sonst beinhaltet das Abkommen zahlreiche Klauseln, welche Yahoo! an Google binden.

Aus Sicht der Kartellämter, welche für einen fairen Wettbewerb sorgen sollen, stehen die drei hier genannten Unternehmen schon lange unter genauer Beobachtung. Eine Übernahme von Yahoo! durch den Softwarekonzern Microsoft ist wahrscheinlich noch die fairste der ohnehin unfairen Alternativen eines möglichen Zusammenschlusses.

Kurioserweise wurde genau dieser Alternative mit der Kooperation von Google und Yahoo! eine weitere Tür geöffnet. Im dem Abkommen existiert eine Klausel, welche besagt, wenn Microsoft Yahoo! übernehmen sollte, fällt die weiter oben genannte Strafe nicht an. Im Klartext bedeutet dieses, dass Yahoo! für Microsoft so billig ist wie für kein anderes Unternehmen.

Gut anzunehmen also, dass Bill Gates und Co. dieser Tage besonders gut schlafen können. Yahoo! ist von Google dingfest gemacht worden und steht nun früher oder später zur Übernahme bereit…

Gretus

Sie befinden sind hier: Das Ende von Yahoo!

Kommentare zu Das Ende von Yahoo!:

  1. Kristof says:

    Ich bin ja auch mal gespannt ob die Kartellwächter so agieren werden wie bei Microsoft oder ob sie nun genauer hinsehen werden. Auf jeden Fall bleibt die Sache sehr interessant.

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