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Die Online Marketing Rockstars 2014

Internet  |   |  , 10:07 Uhr  |  7 Kommentare

Online Marketing RockstarsWas für ein Event! Wenn das (Zalan-)Bo im Bademantel auf der Bühne sitzt und neben Fettes Brot ein ganzer Haufen an hochkarätigen Speakern aus der internationalen Onlinebranche über die Bühne tänzeln, dann bist du auf der Online Marketing Rockstars. Das noch junge Event gehört schon jetzt zu den Top-Events in Hamburg: Für nur einen einzigen Tag voll Online Marketing, reisten vergangenen Freitag Gäste aus ganz Deutschland an…

Die Location

Die Online Marketing Rockstars fanden dieses Jahr erstmalig im Musical-Theater von “Der König der Löwen” direkt am Hamburger Hafen statt. Die Location strotzte, auch Dank des Blickes auf die Hamburger Landungsbrücken und die Speicherstadt, vor hanseatischem Flair und bot eine tolle Kulisse. Die Anreise konnte entweder per Auto oder aber auch mit der Fähre von den Landungsbrücken aus erfolgen.

Online Marketing Rockstars 2014

Ich als echte Hamburgerin fuhr natürlich mit dem Auto ;) Das sicherte mir am Einlass die paar ent-scheidenden Minuten: Ohne Gedränge konnte ich mein Badge abholen und meine Jacke an der Garderobe abgeben, ehe ich die Location dann näher erkundete.

Die Sponsoren hatten viele schöne Stände, die mit Gewinnspielen und kleinen Give-Aways die Gäste lockten, ohne jedoch zu aufdringlich dabei zu sein. Schnell bildeten sich hier und da Menschentrauben um z.B. die 3D-Rennen von Audi zu verfolgen.

Leider war die Location so gigantisch, dass, obwohl viele bekannte Gesichter vor Ort waren, sich alles so ungünstig verteilte, dass ich bis zum Ende der Veranstaltung nicht alle Leute gesehen hatte von denen ich wusste, dass sie da sind. Tipp für’s nächste Mal: Längere Pausen für mehr Networking und hierfür am besten einen zentralen, stilleren Ort!

Die Panels

Nach einer kurzen Orientierung und dem ersten Getränk ging es dann in den ersten Vortrag, gehalten von Jonah Peretti, seines Zeichens Gründer von buzzfeed.com. Jonah erzählt vor allem über die Entstehung von Buzzfeed, als zum Beispiel plötzlich gewisse Posts von ihm viral wurden. So viral übrigens, dass er in verschiedene TV-Shows eingeladen wurde – ohne zu wissen warum! Doch im Kern seiner Aussage ging es Jonah darum, zu zeigen wie man auch ohne Banner (die mag er nämlich nicht) Geld über ein Online-Magazin verdienen kann. Zentraler Bestandteil war hier übrigens das Thema YouTube und eine ganz besondere Art von Gastartikeln (Stichwort: Produktinszinierung).

Online Marketing Rockstars 2014

Direkt weiter ging es dann mit Ben Edelmann von der Harvard Business School. Dieser überraschte vor allen Dingen mit viel Witz. Er berichtete von seinen Erfahrungen im Online Marketing und überraschte mit einem Chart zum Thema Adwords-Brandbidding: Die Auswertung von ebay ergab, dass man, sobald man Brandbidding stoppt, den Traffic den man sonst darüber generierte, auf die organischen Zugriffe aufschlagen kann. Das liegt natürlich daran, das die AdWords-Anzeigen wegfallen, das organische Ergebnis nach oben rutscht, und der Sucher ja sowieso genau weiß wo er hin will. Er wird also auch nicht einfach zu einer anderen Seite wechseln. Insgesamt erinnerte mich der Vortrag ein wenig an diesen komischen Artikel zum Google Monopoly ;-)

Online Marketing Rockstars 2014

Als dritter Speaker im ersten Drittel ging dann Christoph Schäfer als erster deutscher Speaker an den Start. Völlig kontrovers zu dem Vortrag von Jonah, wollte Christoph zeigen, das Display nicht tot ist, sondern sich nur ein wenig verändert. Hierbei hat er allerdings nicht dem ersten Speaker widersprochen: Die Zahlen aus dem klassischen Display-Marketing locken niemanden mehr hinterm Ofen hervor. Interessante Märkte gibt es trotzdem: Facebook ist ein großer Wachstumsmarkt und pusht derzeit die Anzeigen in die Timeline der User, was natürlich dann auch für eine gute Sichtbarkeit sorgt. Das Thema Mobile ist zwar ein Trendthema, aber für den User doch meistens sehr störend und muss daher ausführlich getestet werden.

Online Marketing Rockstars 2014

Und nun kam er – der Vortrag auf den alle SEOs im Publikum gewartet haben: Rand Fishkin von moz! Held meiner Kindheit ;) Ich habe mir von diesem Vortrag wirklich viel erhofft – einen schönen Ausblick auf 2014 versprach mir die Überschrift. An den TED-Talk von Marcus Tandler anknüpfend? Leider nein.

Rand sprach über die vielen vergangenen Updates, wie schwer es deswegen die SEOs haben, dass alles ja so schnelllebig ist und SEOs in Inhouse-Positionen eigentlich die Rolle eines Online Marketers einnehmen müssten, welcher die breite Marketingpalette bedienen kann, aber eben auch etwas mehr Ahnung von SEO hat.

Leider gab es außer dem ganzen Bauchgepinsel (oh, wir SEOs haben es schon wirklich schwer – ein echter sch**** Job ;) ) kein wirkliches Takeaway für mich. Die Folien zum Vortrag findet ihr dennoch hier.

Online Marketing Rockstars 2014

Nach einer wirklich sehr kurzen Kaffeepause, in der wir uns kurz bis zur Getränketheke durchgekämpft hatten, ging es weiter mit Florian Heinemann (Project-A) und Danuta Florczyk (Tectumedia GmbH).

Beide wollten die besten Online Marketing Tools 2014 präsentieren, verquatschten sich aber gleich am Anfang so stark, dass ich mir kein einziges der Tools merken konnte. Generell handelte es sich auch nicht um Online Marketing Tools, sondern um SEM-Tools, insbesondere Display. Ich schätze Florian Heinemann sehr für seinen Unternehmergeist und sein Know-How, aber hier war mir zu wenig Inhalt. Auch das “Verabschieden” von der Bühne (weiter zur Keynote der Social Media Week) mit der Aussage, man müsse die doch etwas wichtigere Keynote jetzt halten gehen und hätte deswegen keine Zeit für Fragen, wirkte eher unverschämt, was aber auch an dem extrem nach hinten gerutschten Zeitplan liegen konnte (1 Stunde im Verzug).

Es folgte ein Beitrag von Elvir Omerbegovic, ganz abseits vom klassischem Online Marketing. Elvir hat sein eigenes Label und betreut dort zumeist Rapper, wie z.B. Kollegah, aber auch den bekannteren Popkünstler Casper. Wie er vorgeht, um seine Bands auch im Internet (vor allen Dingen Social Media) zu positionieren, erzählte er an einigen amüsanten Geschichten. Wichtig war hier zum einen der YouTube-Kanal, aber auch in der Öffentlichkeit zu provozieren um die deutsche Presse auf den Künstler aufmerksam zu machen.

Vor der Lunch-Pause betrat dann Michael Trautmann die Bühne und hielt den für mich interessantesten Vortrag des Tages. Michael kommt aus dem klassischen Marketing und hat eigentlich nichts mit Online zu tun. Trotzdem “bewies” er mit Bezug auf eine Studie der Princeton-Universität und Google Trends, dass klassische Marketer noch von den Online-Marketern sterben werden. Seine eigentliche Aussage war aber: Pull-Marketing statt immer nur Push und stärker daran arbeiten, mieses Targeting zu vermeiden.

Online Marketing Rockstars 2014

Eigentlich sollte jetzt der Lunch starten, jedoch betritt ein reichlich zerzaustes Bo die Bühne und erzählte, dass er wegen der Online Marketing Rockstars nicht ausschlafen konnte und wie ungewohnt das sei. Ein paar Minuten später hüpfte er singend/rappend im Bademantel und mit Badelatschen über die Bühne und verabschiedete das Publikum in die Lunchpause.

Online Marketing Rockstars 2014

Der Lunch war eher übersichtlich, die Fischbrötchen von PR schon lange weg als ich es endlich wieder unten zum Wagen schaffte. Hier sollte für nächstes Jahr auf jeden Fall geschraubt werden. Aber nagut: Es geht um Inhalte und nicht um das Essen, nicht wahr!?

Nach der Mittagspause ging es weiter mit Ben Huh von Cheezburger.com und failblog.com. Ben versuchte in seinem Vortrag zu erklären, wie man virale Inhalte “produziert”. Wichtiger Kernpunkt ist, wenig über-raschend, das Thema emotional aufzuladen. Inhalte müssen lustig, einzigartig und charmant sein, damit diese geteilt werden und entsprechend viral werden können. Außerdem: Virale Inhalte müssen über alle Devices erreichbar sein, sonst führt dies schnell zu Frustrationen.

Online Marketing Rockstars 2014

Es folgte erneut ein deutscher Vortrag von Cornelius Rost, Geschäftsführer bei Qeep, welcher aufzeigte, dass ein mobiles Wachstum ohne App schon fast keinen Sinn mehr macht. Dies begründete er mit der schlechten Lesezeichen-Funktion in mobilen Browsern, ewig langen URLs und noch viel längeren Lade-zeiten. Wichtig ist es hierfür allerdings, die App im Appstore entsprechend zu positionieren, z.B. durch Title, Beschreibung und Bewertungen. Die App sollte zudem auf der Homepage wie auch in Mobile-Anzeigen entsprechend immer auch beworben werden.

Ein Vortrag bei dem ich des öfteren Schmunzeln musste, war der von Carsten Kramber, Marketingdirektor beim BVB. Auch Carsten sprach immer wieder davon, das man sein Produkt emotional aufladen müsse um eine nachhaltige Marke aufzubauen. Das ist bei einem Fußball-Verein natürlich leicht gesagt. Dennoch hat der BVB hier interessante Ansätze: Auch außerhalb der Spielzeit soll der Fan Teil des Vereins sein. Dies wird über Apps und Social Media realisiert. Und für die Zukunft? Real Time Advertising parallel zum Spiel auf dem Second Screen!

Mit einer kleinen Studie im Gepäck rückten Niko Putz und Adrian Oettl von cash4webmasters an. Für ihren Test kauften die beiden für knapp 15 € 70.000 Klicks – mit entsprechendem Resultat: keine Sales! Der einzige Paid-Traffic, der in Ihren Augen Sinn macht, ist das Thema Cashback als Alternative zum Couponing. Doch was soll man tun statt den Traffic billig einzukaufen? Eine interessante, aber etwas negativ behaftete Methode sind hier die Layer Ads, welche, laut Aussage von Niko und Adrian, eine CTR von 7% und eine Conversion von immerhin 4,5% haben. Bei einem CPC von 3,6 Cent durchaus lohnens-wert.

Companies to Watch

Es folgte der “3 Companies to Watch”-Slot, den es auch die vergangenen Jahre schon gab und welcher drei Start-ups mit großem Potenzial vorstellte. Dieses Jahr dabei:

Die eigentlich eingeplante Kaffeepause fiel leider flach – allerdings war das, was da als “Entschuldigung” um die Ecke kam tatsächlich lohnend. Denn auf der Bühne standen plötzlich die 3 Jungs von Fettes Brot. Neben ihren Hits spielten diese auch einen ihrer neuen Songs:

Gefühlt war die Aufmerksamkeitsspanne an dieser Stelle schon stark dem Ende zugeneigt und eine Kaffee-pause wäre eigentlich dringend notwendig gewesen.

Die Panel-Diskussion

Anschließend folgte die Panel-Diskussion. Das Panel hat zwar Tradition, war mir aber dieses Jahr zu flach. Diese “Pause” hätte man in meinem Augen sinnvoller füllen können. Thema war eine Aussicht auf das Thema Big Data und Online Marketing. Teilnehmer waren:

Im Anschluss an das Panel wurden die Gewinne aus den Sponsoren-Gewinnspielen verlost. Es folgte dann der letzte Vortrag, der meiner Meinung nach auch zu den Top-Vorträgen des Tages gehört. Speaker war John Battelle (Wired, “The Search”-Autor, “TechWeb”-Veranstalter und CEO von Federate Media). Er sprach davon, wie sich das gesamte Internet in Zukunft weiter in unseren Alttag integrieren wird. John Thesen in einem Satz: Alltag und digitale Identitäten werden sich mehr verbinden als so manchem lieb ist und Banner werden zum wichtigsten Artefakt unserer Zeit werden, da diese die Infrastruktur für jede andere Werbemöglichkeit gelegt haben.

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Fazit

Was Pausen und Essen angeht, sollten die Veranstalter über eine kleine Reorganisation nach-denken und statt auf vernünftige Pausen lieber auf das ein oder andere Panel verzichten. Der “Stress” der zum Ende hin aufkam, war auch für Zuschauer deutlich spürbar, die Aufmerksam-keitsspanne eher gering und auch die Speaker wirkten teilweise doch eher gehetzt auf mich.

Die Online Marketing Rockstars ist und bleibt trotzdem eine der besten Konferenzen in Nord-deutschland. Obwohl es “Frontalunterricht” war, waren fast alle Slots inspirierend und ich als Besucher hatte tatsächlich das Gefühl, etwas mitnehmen zu können. Ich freue mich schon auf das nächste Jahr Online Marketing Rockstars!

Nicole
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Kommentare zu Die Online Marketing Rockstars 2014:

  1. Uli says:

    @Thomas: Ich bin ein Anhänger der großen Blogs mit vielen Artikeln und habe so auch schon gute Sichtbarkeit auf einem Blog und Platz 2 mit dem Haupt-Keyword erreicht, wenngleich ich nun wieder weggerutscht bin. Mir ist unklar, wie das ohne ausreichend ortimierten Content gehen soll. Hast Du da Hinweise? Kannst Dich auch gerne auf der Webpage direkt bei mir melden…

  2. Thomas says:

    Interessante Seite. Aber leider wird keiner der Rockstars verraten, wie Traffic wirklich funktioniert. Mittlerweile habe ich herausbekommen, dass es keinen riesigen Blog braucht, um in die Top 10 zu kommen und eine hohe Sichtbarkeit im Netz zu erlangen. Analysen bestimmter Websites beweisen das. Aber was ist dann der „heilige Gral“?

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