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Droht die nächste Internetblase?

Internet  |   |  , 09:42 Uhr  |  48 Kommentare

Internetblase50 Milliarden für Facebook, 15 Milliarden für Groupon oder 10 Milliarden US-Dollar für Twitter, der Wert bekannter Internetfirmen schnellt in die Höhe wie niemals zuvor. Nach Eric Schmidt von Google hat nun auch Carol Bartz von Yahoo! vor einer Internetblase gewarnt, da die meisten der Einschätzungen kaum mehr etwas mit dem tatsächlichen Umsatz der jeweiligen Unternehmen zu tun haben…

Tatsächlich genießen oben genannte Unternehmen bei ihrer Werteinschätzung millardenschwere Vorschusslorberen. Wo die Gutschein-Plattform Groupon mit einem momentanen Jahresumsatz von ca. 1 Milliarde US-Dollar noch relativ vorsichtig bewertet wurde, geht die Bewertung des sozialen Netzwerkes Facebook (Jahresumsatz ca. 2 Milliarden US-Dollar) und des Microblogging-Dienstes Twitter (Jahresumsatz ca. 500 Millionen US-Dollar) weit über die ansonsten üblichen Schätzungen hinaus.

Beim Vergleich des jährlichen Umsatzes und des momentan gehandelten Wertes stellt sich in der Tat die Frage, ob eingangs genannte Firmen nicht wirklich gnadenlos überbewertet werden? Ist es beispielsweise eine Webseite wie twitter.com wert, dass Kaufinteressenten wie Facebook oder Google das 222-Fache ihres derzeit gemachten Umsatzes dafür bezahlen wollen?

Über die Antwort auf diese Frage streiten selbst die Experten. Entscheidend hierbei ist meiner Meinung nach nicht, welche Internetfirma es letztendlich schafft, durch die Übernahme anderer Unternehmen die Informationshoheit im Internet gewinnt, sondern ob das `Geschäftsmodell Internet´ in seiner grundlegenden Struktur auch in einigen Jahren noch funktionieren wird?

Besagtes Geschäftsmodell wird darauf hinauslaufen, dass sich Unternehmen wie Google oder Facebook die Bereitstellung ihrer Informationen bzw. Dienstleistungen in allen Situationen unseres realen Lebens in irgendeiner Form bezahlen lassen werden. Dieses kann direkt, z.B. durch Werbung, im Vorfeld, z.B. durch Abonnements oder rückwirkend, z.B. durch Gutscheine geschehen.

Dass beschriebene Geschäftsmodelle unterschiedlich gut funktionieren, zeigt sich bereits jetzt. Setze beispielsweise Google bis vor Kurzem noch hauptsächlich auf die Auslieferung von Onlinewerbung, versuchen nun sowohl Facebook als auch Google z.B. durch den Verkauf von Gutscheinen nicht nur online, sondern auch offline Geld zu verdienen.

Entscheidung für die Frage, ob sich die bei der Einschätzung von Internetfirmen gemachten Vorschusslorbeeren am Ende auch wieder auszahlen wird sein, inwieweit der zukünftige Nutzer des Internets bereit sein wird, sich bewusst an den online bzw. immer öfter auch offline generierten Umsätzen zu beteiligen.

Der Internetnutzer von morgen wird genau wissen, an welchen Stellen seines Handels irgendwelche Gelder (Provisionen usw.) fließen und immer öfter versuchen, diesen Geldfluss zu umgehen. Anstatt z.B. einen Einkaufsgutschein via Facebook anzunehmen, werden viele einfach direkt in das jeweilige Geschäft gehen und den Einkauf ohne Facebook abwickeln.

Die Annahme, man könne im Internet funktionierende Prozesse der Umsatzgenerierung einfach auf das reale Leben übertragen, wird sich als falsch heraus stellen. Die Blase Internet wird an der Grenze zum wahren Leben zerplatzen, die meisten Vorschusslorbeeren sich als fehlinvestiert erweisen…

Gretus

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Kommentare zu Droht die nächste Internetblase?:

  1. Raymond Appels says:

    Mag alles sein, der korrekte und realistische Wert am Markt wird sich immer finden, wie bei jede andere Blase. Ob dieses hier eine Blase ist oder nicht, würde ich mir aber nicht sagen lassen von einem Kauf-Interessent oder von ein Unternehmen, das gerade an der Börse will.

    Mache behaupten auch das Google kein Potential mehr hat an der Börse, andere wiederum, dass seine große Expansion kommt. Es gibt Marketer, die Dinge großreden, bei einigen klappt es, bei anderen nicht. Andere Marketer sind verhalten oder reden die nach Möglichkeit Dinge sogar kaputt.

    Liebe Grüße
    Raymond

    P.S.: für den Admin: Ein bisschen Code am „Kommentieren“-Button, wenn die Summe noch nicht eingetragen wurde, muss nicht unbedingt schaden :-)

  2. Mißfeldt says:

    Also Stimmungs-technisch sind 2000 und 2010 absolut vergleichbar.

  3. Michael Gehlert says:

    @Raymond Appels „… und daraus lässt sich auch einen realen Wert errechnen“ ? der in 2000 /2001 seine notwendige Korrektur erfuhr!

    Vor dem Platzen einer Internetblase scheint es nach dem 2001 BigBang nach wie vor auch in 2011 massenhaft Wunschgedankenblasen von sog. Onlinemarkteers zu geben, welche eindeutig als marktbedrohlich zu erkennende Entwicklungen mit „dem kontakt zu potentiellen Kunden“, begründen, bzw. rechtfertigen wollen. „DEN“ Onlinekunden oder „DEN NUTZER“ gibt es nicht (mehr). Deutlich mehr Differenzierung wäre mehr als angebracht. Dass es durchaus Nutzer und Kunden gibt auf welche die getroffenen Aussagen zutreffen ist unstrittig. Aber daraus eine Legitimation der derzeitigen Bewertungen abzuleiten ist schlichtweg „rosa“ gesehen – auch ohne dazugehörige Brille.

    Selbst eindeutige Warnungen von Marktmotoren*, hier exemplarisch Google*, scheint man gern zu übersehen und zu überhören – Ist auch klar, solange das Geld der anderen verbrannt wird.

    Da ich die Entwicklung vor zehn Jahren sehr intensiv erfuhr und miterlebte, wie damals reihenweise börsennotierte Unternehmen der o.a. Wunschgedankenblasen-Argumentation folgten frage ich mich – wird der natürliche Lerneffekt eigentlich immer durch Gier neutralisiert? Kinder die sich die Finger am Herd verbrennen, sind da offenbar lernfähiger – wohl weil bei Kindern materielle Gier nicht, bzw. noch kaum vorhanden ist.

    Weiterhin fröhliches Blubbern in der Blase
    wünscht der ReNoSeo

  4. Markus Bauer says:

    Überbewertet? Gute Frage, wobei bei den noch relativ jungen Unternehmen nicht nur der aktuelle (absolute) Umsatz, sondern auch die Geschwindigkeit des bisherigen Umsatz- und Gewinnwachstums ein wichtiges Bewertungskriterium ist.

    Ich denke, es ist oben nur als Beispiel gedacht, aber trotzdem zur Sicherheit: Facebook verlangt (zumindest bisher) keine Provision auf die im Rahmen von Facebook Deals eingestellten bzw. eingelösten Gutscheine – weder vom Verbraucher (User), noch vom Anbieter eines Coupons.

    Groupon verlangt vom Anbieter dagegen um die 50% Provision für die Vermittlungs- bzw. Vermarktungsleistung, Google Offers soll den Anbieter weniger kosten. Details hier…

  5. Raymond Appels says:

    Mag sein, dass die Zahlen total überbewertet sind. Trotzdem ist der Kontakt zum potentiellen Kunde vorhanden und daraus lässt sich auch einen realen Wert errechnen. Jeder Nutzer einer Dienstleistung in den Social Media weiß, dass er Werbung oder irgend einer Gegenleistung akzeptieren muss, wenn eine Dienstleistung kostenlos angeboten wird. Die Kernfrage, ob ein Nutzer dieses akzeptiert, ist in diesem Zusammenhang eher darin zu suchen, ob der Nutzer SELBST einen MEHRWERT erhält. So lange das der Fall ist, wird es ihm völlig egal sein, ob jemand daran verdient.

    Liebe Grüße
    Raymond

    • Gretus says:

      Hallo,

      das Problem werden die fehlenden Kontrollmöglichkeiten im realen Leben generierter Onlineumsätze sein. Im Internet lässt sich jeder Klick und damit jedes geflossene Geld leicht nachvollziehen. Im normalen Leben wird entsprechend jedoch keiner dazu bereit sein, sich auf Schritt und Tritt überwachen zu lassen…

      Grüße

      Gretus

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