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Gefangen im Social Web

Internet  |   |  , 19:11 Uhr  |  13 Kommentare

Unsere Medienlandschaft steht vor großen Veränderungen. Wo bis vor kurzem noch einige wenige Printmedien, Radio- und TV-Sender den Informationsfluss in Deutschland fest unter Kontrolle hatten, kann mittlerweile jeder, z.B. als Blogger oder via Twitter, Teil dieser Landschaft werden und im World Wide Web seine Meinung kundtun…

Insbesondere die Onlineableger bekannter Zeitungen versuchen momentan alles, um die sinkenden Verkaufszahlen ihrer Printausgaben wieder wett zu machen. Neben Experimenten mit Paid Content, also kostenpflichtigen Angeboten, wird gemeinschaftlich versucht, die zumindest bislang noch existierende mediale Dominanz dafür zu nutzen, sich auch im WWW einen Vormachtstellung zu verschaffen. Bekannte Suchmaschinen, allen voran der Suchmaschinenriese Google, werden gegeneinander ausgespielt und notfalls mit rechtlichen Schritten dazu genötigt, einer bevorzugten Behandlung gewisser Informationsquellen zuzustimmen.

Dem womöglich schon bald nicht mehr kostenlosen und durch die bevorzugte Behandlung gewisser Anbietung nicht länger unzensiertem Internet gegenüber steht das Social Web, d.h. unzählige Nutzer von Diensten wie Twitter oder Facebook, welche sich gemeinschaftlich für ein auch weiterhin kostenloses und unzensiertes Internet aussprechen und, sei es in ihren Weblogs oder einfach nur via Kurznachricht, die momentanen Machenschaften von Herren wie Hubert Burda oder Rupert Murdoch kritisieren und deren eigentliche Intention, nämlich die Wahrung der Kontrolle des Informationsflusses sowie die Sicherung vergangener Umsatzzahlen längst erkannt haben.

Auf den ersten Blick könnte man an dieser Stelle behaupten, dass die Konfrontation von auf der einen Seite weiter auf eine Sonderstellung beharrenden etablierten Medien, und auf der anderen Seite, einer auf ihr Recht auf freie Meinungsäußerung sowie einer gleichberechtigten Behandlung pochenden Social Web Gemeinde im Zuge der Veränderungen des World Wide Webs zu einem am Ende für beide Seiten akzeptablen Ergebnis führen wird, genauer betrachtet jedoch wird das Social Web zumindest nach Stand der momentanen Entwicklung den Kampf gegen die herkömmlichen Medien verlieren und sich deren beugen müssen.

Grund für diese Anmache ist die Tatsache, dass sich die Mitglieder des Social Webs offensichtlich noch immer nicht geschafft haben, sich dem Einfluss herkömmlicher Medien zu entziehen und durch ihre Aktivitäten unbewusst dazu beitragen, dass deren Sonderstellung weiter gestärkt wird.

Anstatt sich gegenseitig zu unterstützen, lesenswerte Beiträge anderer Mitglieder zu supporten und nicht zuletzt im WWW auch zu verlinken, unterstützen viele Mitglieder des Social Webs noch immer in erster Linie die herkömmlichen Medien, referieren deren Artikel und linken lieber auf eine bekannte Nachrichtenseite als auf die Webseite eines Bekannten aus dem Social Web.

Wenn sich der mangelnde gegenseitige Support der Mitglieder der Social Web Gemeinde nicht bereits in naher Zukunft ändert, wage ich an dieser Stelle die Behauptung, dass das Social Web irgendwann sterben wird.

In diesem Beitrag erwähnte Herren werden nicht davor zurück schrecken, ihre wirtschaftlichen Interessen auch auf Kosten der Freiheit des World Wide Webs weiter durchzusetzen und die Orientierungslosigkeit einer noch immer von bestimmten Medien geprägten Internetgemeinde gnadenlos ausnutzen, um auch weiterhin die Kontrolle zu behalten…

Gretus

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