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Hassmartin – Der Tag danach

Internet  |   |  , 10:38 Uhr  |  28 Kommentare

Was das mittlerweile in Echtzeit funktionierende Internet auch bedeuten kann, durfte gestern Abend der 24-jährige Herausforderer Hans-Martin S. bei Schlag den Raab erfahren. Der Pharmazie-Praktikant aus Oldenburg konnte am Ende des Abends zwar mit 500.000 Euro nach Hause gehen, war zwischenzeitlich jedoch zur neuen Hassfigur bei Twitter, Facebook und Co. avanciert…

Wäre der Herausforderer von Stefan Raab aufgrund seiner Überheblichkeit nicht tatsächlich so unsympathisch, könnte man den gestrigen Abend auch als Paradebeispiel einer erfolgreichen Social Media Kampagne verbuchen. Ein angehender Apotheker mit einem IQ weit über normal, einem Wortschatz weit unter normal und einer Arroganz die seinesgleichen sucht in einer für die Zielgruppe relevanten Live-Sendung im TV platziert, schreit förmlich danach kommentiert zu werden.

Es ist zwar nichts Neues, dass insbesondere TV-Ereignisse gerne per Twitter und Co. kommentiert werden, neu für mich war jedoch die Dynamik und zum Teil auch Härte, mit welcher der Kandidat von allen Seiten angegriffen wurde. Schnell gab es einen `Hassmartin´ Twitter-Account, eine Facebook-Gruppe, unzählige Blogbeiträge und Videos

Nun werden einige sagen, wer derart provokant im TV auftritt, braucht sich über entsprechende Resonanz nicht zu wundern, dieses stimmt zumindest in Bezug auf soziale Plattformen wie Twitter und Facebook jedoch nur bedingt.

Fakt ist, dass insbesondere Twitter hierzulande immer noch von einigen wenigen, zumeist mit kommerziellen Interessenten behafteten Usern dominiert wird. Das durch Twitter erzeugte Meinungsbild ist also nicht ein natürlich gewachsenes Abbild der Realität, sondern eine in erster Linie durch kommerziell ausgerichtete Aktionen verzerrte Stimmungsmache.

Fast schon bedenklich finde ich die Schnelligkeit, mit welcher insbesondere bei Twitter entstandene `Hypes´ wieder vorbei sind. Wo wichtige Ereignisse im realen Leben auch im Nachhinein noch reflektiert und diskutiert werden, werden sie im Echtzeitinternet innerhalb weniger Stunden vollkommen ausgeschlachtet und vergessen.

Mehr als bedenklich sind zudem die Reaktionen herkömmlicher Medien auf Ereignisse wie am gestrigen Abend. Anstatt den journalistischen Auftrag darin zu sehen, ein durch `Massenhysterie´ entstandenes Meinungsbild zu relativieren bzw. kritisch zu hinterfragen, wird letztendlich auf den Zug aufgesprungen und geschickt formuliert mit draufgehauen.

Am Morgen danach sollte sich jeder einzelne Twitter-User einmal fragen, ob ein paar Hundert Besucher oder der Verkauf einiger T-Shirts es wert waren, einen noch jungen Menschen medial abzuschlachten. Herkömmliche Medien sollten zudem endlich damit aufhören, Twitter und Co. als das Non-plus-Ultra zu verkaufen und jegliche Möglichkeit zu nutzen, darüber zu berichten.

Journalisten haben in Zeiten des Echtzeitinternets dafür zu sorgen, einen objektiven Gegenpol zu den oft lediglich kommerziell ausgerichteten viralen Kampagnen via Twitter und Co. zu bilden. Wenn ich irgendwann bei der FAZ den gleichen Unsinn lesen muss wie bei Twitter, dann werde ich hierfür bestimmt nicht auch noch zahlen. Nicht einmal, wenn ich 500.000 Euro hätte…

Gretus

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Kommentare zu Hassmartin – Der Tag danach:

  1. 5×2= PODCAST #06 LIEBLINKS says:

    […] Hassmartin […]

  2. karl arsch says:

    Leute die den Typen „hassen“ wissen anscheinend nicht was Hass wirklich ist und vergeuden damit ihre Zeit. Zeit vergeudet habe ich auch am Samstag beim Schlag den Raab gucken. Bis zum Armbrustschießen (ca. die Hälfte) habe ich mir das angetan und kann nicht sagen dass „HassMartin“ mir besonders negativ aufgefallen ist. Nur weil er nicht arschkriecherisch Raab gratuliert und faule Witze gerissen hat wie so manch anderer Kanditat vor ihm wird er gleich von den Onlinemedien zerissen. Auf mich hat der Kandidat einen ehrgeizigen und abgeklärten Eindruck gemacht.

    Allein weil die gesamte Online-Welt, die Twitter-Community und all die anderen Heuchler den Typen nicht mögen finde ich ihn gut. Ich mag diese Schweinebande ja auch nicht. :)

  3. Hans says:

    Er ist und bleibt ein arrogantes Arschloch. Das Geld wird ihm keine große Freude bereiten, wenn alle negativ über ihn denken. Klar machen Menschen Fehler. Aber das hätte ihm schon während der Sendung auffallen müssen. Nein er macht wie ein arrogantes Arschloch weiter und wird immer unausstehlicher.

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