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Kann eine Suchmaschine eine Meinung haben?

Internet  |   |  , 16:45 Uhr  |  16 Kommentare

Google LogoDa haben wir es also nun: Um sich im gerichtlichen Schlagabtausch mit Staranwältin Beth Wilkinson gebührend in Stellung zu bringen, hat Google nun seine Sicht der Dinge bezüglich einer womöglichen marktbeherrschenden Stellung im Bereich Intersuche dargelegt. Google wird bekanntlich von der amerikanischen Kartellbehörde Federal Trade Commission (FTC) beschuldigt, bei der Auslieferung der Suchergebnisse nicht ganz objektiv zu verfahren und eigene Inhalte teilweise zu bevorzugen…

Anstatt Beispiele einer womöglichen Bevorzugung eigener Inhalte in den Suchergebnissen einzeln zu widerlegen, hat sich Google eine andere Strategie überlegt, den Prozess mit der FTC zu gewinnen: Eine von einem Juraprofessor erstellte Studie soll beweisen – Achtung, jetzt kommt´s – dass Suchergebnisse eine Art `Meinung´ darstellen, welche auf die Einschätzung der Suchmaschine beruhe, was für den Nutzer am relevantesten ist. Mit anderen Worten: Die Ergebnisse von Google stellen Gockels Meinung dar und sind damit durch das Gesetzt auf freie Meinungsäußerung geschützt :-D

Google, Microsoft’s Bing, and Yahoo! Search exercise editorial judgment about what constitutes useful information and convey that information – which is to say, they speak – to their users. In this respect, they are analogous to newspapers and book publishers that convey a wide range of information from news stories and selected columns by outside contributors to stock listings, movie listings, bestseller lists, and restaurant guides. And all of these speakers are shielded by the First Amendment, which blocks the government from dictating what is presented by the speakers or the manner in which it is presented.

Das muss man sich einmal vor Augen führen: Der Juraprofessor Eugene Volokh weist im Zuge seiner Studie `First Amendment Protection for Search Engine Search Results´ (PDF) darauf hin, dass man Suchmaschinen als Medienunternehmen begreifen muss, die juristisch ähnlich wie Verlage behandelt werden sollten. Als Medienunternehmen stünde Google das Recht zu, im Zuge der freien Meinungs-äußerung bestimmte Inhalte bzw. Informationen aus den Resultaten ihrer Suchergebnisse beliebig zu entfernen bzw. auch zu bevorzugen.

Welche Strategie sich die für ihre aggressiv geführten Prozesse bekannte Staranwältin Beth Wilkonson überlegt hat, um die in meinen Augen doch sehr ungewöhnliche Argumentation von Google zu widerlegen, steht noch nicht fest. Fest steht, dass Google – sollten sie den Prozess mit der FTC tatsächlich gewinnen – urplötzlich ein `Recht´ darauf hätte, alles in den Serps (nicht) zu zeigen was sie (nicht) wollen. Klingt fast wie eine Verschwörung oder?

Gretus

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Kommentare zu Kann eine Suchmaschine eine Meinung haben?:

  1. Melanie says:

    Also, dumm sind die ja nicht! Aber ich finde es trotzdem nicht okay, dass ein so großes Medium wie Google Meinungsmache betreiben darf. Ich google viele Sachen, wenn es um das Wohl meines Kindes geht, da kann es doch eigentlich nicht sein, dass Google mir sagt, was da am besten ist, wenn ich verschiedene Meinungen dazu hören möchte…

  2. Claudia says:

    Also dumm sind die ja nicht. Aber, ich fine trotzdem, dass es ein Unding ist, dass Google Meinungsmache betreiben kann. Es ist doch immerhin ein öffentliches Medium, oder nicht??

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