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Twitter – Segen oder Fluch?

Internet  |   |  , 21:28 Uhr  |  9 Kommentare

In Geschichtsbüchern wird in einigen Jahren zu lesen sein, dass der Microblogging-Dienst Twitter den Weg zum entgültigen `Mitmachweb´ geebnet hat. Wo das WWW heute noch eine durch einige wenige Katalysatoren koordinierte Ansammlung von unterschiedlichen Inhalten darstellt, werden Informationen zukünftig nicht mehr durch Google und Co. sondern durch die Nutzer selbst verbreitet…

Der Begriff `Echtzeitinternet´ scheint sich für diese neue Art des Internets durchzusetzen. Anstatt dass Informationen durch die Algorithmen bekannter Suchmaschinen bewertet und zentral für alle zur Verfügung gestellt werden, werden sie in Echtzeit via Twitter oder Facebook publiziert und rasend schnell verbreitet.

Die Folgen für die bisherige Struktur des Internets wie auch für den User sind gewaltig. Wo Suchmaschinen bislang noch durch die Auswertung des Inhalts, deren Quelle sowie deren Resonanz für den Suchenden relevante von weniger relevanten Inhalten unterscheiden konnten, besteht das Echtzeitinternet aus einem undurchsichtigen Wust aus mehr oder minder interessanten Informationen mehr oder weniger vertrauendwürdiger Quellen.

Der bislang an bewusst gewählten bzw. übersichtlicht aufbereiteten Nachrichten gewöhnte User steht dem Echtzeitinternet oft ähnlich ratlos gegenüber wie die Betreiber bekannter Suchmaschinen. Twitter und Co. sorgen dafür, dass Informationen nicht länger als wertvoll und jederzeit verfügbar, sondern als belanglos und schnell vergänglich angesehen werden. Im Echtzeitinternet vermischen sich wichtige Meldungen über aktuelle politische Ereignisse mit belanglosen Äußerungen momentaner Befindlichkeiten und für die Allgemeinheit völlig uninteressanten Nachrichten einzelner Personen.

Hauptmerkmal des Echtzeitinternets ist die Dezentralisierung der Informationsquellen. Wo bislang in erster Linie die Suchmaschine Google für die Verwaltung von Informationen zuständig war, übernehmen dieses nun die User selbst. Das schneeballartige Verbreitungssystem von Twitter und Co. entmachtet die Vormachtstellung bekannter Suchmaschinen und beschert bislang z.B. von Google News abhängigen Webseiten neue Besucherströme.

Der sich diesem Strom ergebende User gelangt also nicht mehr nur bewusst z.B. über die gezielte Nutzung von Google an seine Informationen, sondern fortan auch durch die Masse geleitet über Twitter oder Facebook. Dort mehr oder weniger durch Zufall angekommen, konsumiert er die Information und begibt sich danach wieder in den Dschungel usergenerierter Informationen zurück.

So gerne ich mich auch an aktuellen Hypes wie z.B. Twitter beteilige, so kritisch muss man deren Entwicklung sehen. Wo einige die Dezentralisierung von bisherigen Informationsanbietern wie z.B. Google als Segen ansehen, wird diese meiner Meinung nach das Ende des Internets als echtes Informationsmedium bedeuten.

Genau wie eine Gesellschaft durch feste Strukturen bzw. Hierarchien gestützt werden muss, muss auch unsere Mediengesellschaft zukünftig von einigen wenigen, fundierten und verlässlichen Informationsquellen geprägt werden.

Sollte die Beliebtheit von Twitter und Co weiter so explodieren, werden bekannte Nachrichtenseiten schon bald die Zeiten mit Google wieder herbeisehnen. Das Echtzeitinternet wird dafür sorgen, dass ehemals wichtige Informationen zu einem `bunten Durchschnitt´ verkommen und in einigen Jahren tatsächlich wieder Geschichtsbücher zur Recherche herangezogen werden 😉

Gretus

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Kommentare zu Twitter – Segen oder Fluch?:

  1. […] Seo-United hat sich vor kurzem mit dem doch langsam sehr leidigen Thema Twitter beschäftigt. Viele Sehen die Entwicklung als Fluch andere jedoch als Segen. Genau darum geht es in dem Artikel, welche sehr interessant verfasst wurde. […]

  2. […] einigen Monaten jedoch verbreitet sich ein neuartiges Konstrukt namens Twitter was durchaus die Rolle eines Feindbilds übernehmen könnte. Denn Twitter frisst Links, […]

  3. rockpianist sagt:

    Twitter ist die blanke Zeitverschwendung. Weil ich noch halbwegs unbehelligt arbeiten möchte, kann ich darauf verzichten. Es gibt auch genügend andere Vertriebskanäle – rockpianist

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