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Unique Content – Vervielfältigung bedeutet das Ende von Vielfalt

Internet  |  Katharina  |  , 10:26 Uhr  |  14 Kommentare

Unique Content ist überall. Wann genau ist mein Content eigentlich einzigartig? Wie sichere ich die Individualität meiner Inhalte? Und was kann ich tun, wenn mich ein anderer kopiert?

Manchmal entspringt den eigenen Gedanken ganz unverhofft eine Spitzen-Idee. Man denkt nicht lange nach und setzt sie um. Mit Erfolg! Und plötzlich – man fing gerade erst an, sich so richtig zu freuen – findet man schon eine Kopie seines ganzen Stolzes. Kaum zu glauben, denkt man sich. Ist das nicht dreist? Darf der das überhaupt? Schämt er sich nicht, mir meine Idee zu klauen? Oder war das nur ein dummer Zufall? Unschwer zwischen den Zeilen zu lesen: Hier geht es um Duplicate Content.

Dass Abschreiben weniger Arbeit ist, als eine eigene Idee zu entwickeln, das kennen wir ja noch aus der Schule. Aber hat sich seitdem etwas an den Rahmenbedingungen geändert, nur weil kopierte Inhalte im Netz statt im Schulheft auftauchen? Wie streng sind die Regeln?

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Ist geklaut!

„Ihr Text stimmt in 237 Wörtern mit dieser Quelle überein: www.wikipedia.de. Textlänge gesamt: 250 Wörter.“ Dass hier etwas nicht stimmt, sieht nicht nur ein Plagiatsprüfprogramm wie Un.Co.Ver Pro. Textbroker setzt dieses hauseigene sowie zwei weitere Softwareprogramme ein, um die Lieferung von Unique Content sicherzustellen. Diese vergleichen innerhalb von Sekunden einen Text mit allen anderen Texten, die zu diesem Zeitpunkt im

Internet auffindbar sind und erkennen ihn so als individuell oder als Kopie. Ab welchem Grad an Übereinstimmung können wir sagen, ein Inhalt sei geklaut? Können wirklich 100 Leute zum selben Thema schreiben, ohne dass ein Text dem anderen gleicht?

„Schon wenn fünf aufeinander folgende Worte identisch mit einem anderen Text sind, ist das kein Zufall sondern eine Kopie“, weiß Paul Stüber, Entwickler von Un.Co.Ver Pro, aus Erfahrung. Ab 50 Prozent Übereinstimmung muss es sich um einen plagiierten Text handeln, finden die SEO-united.de Blogleser. Da jeder Mensch so individuell denkt, handelt und an Dinge herangeht, können zwei Individuen einfach keinen identischen Text liefern. Auch beim Singen, Zeichnen, Dichten – eben besonders bei allen Tätigkeiten, die künstlerischen Interpretationsfreiraum geben – kann es kein gleiches Ergebnis von unterschiedlichen Personen geben. Dass das Thema Urheberrecht ein brandaktuelles Thema ist, fand auch die Jury des Grimme Online Awards, die dem Wiki Guttenplag eine Sonderauszeichnung verlieh. Seitdem ein einst angesehener Verteidigungsminister mit seiner nicht ganz so uniquen Doktorarbeit Aufsehen erregte, haben dort Freiwillige schon auf 94 Prozent aller 393 Seiten Inhalte als Kopien identifiziert.

Was kann ich tun?

Kopierte Inhalte im Web nennt der Onliner Duplicate Content. Dass unter zwei URLs sehr ähnlicher Inhalt liegt, kann viele Ursachen haben und ist in drei Disziplinen besonders verwerflich:

1. Juristisch

Das geistige Eigentum ist gesetzlich geschützt. Wer einen Text oder Song, ein Gedicht oder eine andere kreative Leistung kopiert, verstößt gegen das Urheberrecht. Gegen einen geistigen Diebstahl kann der Urheber rechtlich vorgehen, wenn jemand absichtlich sein Geistesgut als dessen eigenes ausgibt. Als ersten Schritt empfiehlt sich eine freundliche Anfrage per E-Mail mit der Bitte um eine Erklärung. Von einer Abmahnung mit dem Hinweis auf sofortiges Entfernen der kopierten Inhalte (Unterlassung) bis hin zu Schadenersatz gibt es viele regulierende Gesetze. Im härtesten Fall kann der Plagiator sogar mit einer Haftstrafe belangt werden. Das passiert in der Realität allerdings selten. Wenn der Schaden groß ist, sollte man nicht zögern, sich Hilfe bei einem Fachjuristen für Medienrecht zu holen.

2. aus Suchmaschinensicht

Wenn durch Suchanfragen verschiedene Seiten zum selben Inhalt führen, bewertet Google die Website mit der höheren Autorität wie gewohnt. Nicht zwingend wird also die Kopie schlechter bewertet sondern mit ein bisschen Pech sogar das Original.

  • Aufpassen muss man auch bei Duplicate Content auf einer Domain. Selbst wenn sich nicht nur der Text sondern gleich der ganze Aufbau, Metabereich und die Struktur auf allen Unterseiten einer Webpräsenz gleichen, kann Google die Site im Ranking vernachlässigen. Um eine unfreiwillige Herabstufung meiner Site zu verhindern, kann ich der Suchmaschine mit dem Canonical Link oder Canonical Tag zeigen, welche die „Original“-Seite ist. Die Verwendung dieses Tags bietet sich immer dann an, wenn die Erreichbarkeit über verschiedene URLs nötig ist. Ein konkretes Beispiel dafür sind spezielle Druckversionen einer Webseite.
  • Liegen ähnliche Seiten irgendwo im Netz, gibt es weniger Konflikte für die Suchmaschine. Das zeigt sich durch die gute Position einiger Blogs, die dasselbe aktuelle Tagesgeschehen veröffentlichen wie gleichzeitig viele andere Medien. Hier können allerdings viele andere Faktoren auch eine Rolle für gutes Ranking spielen.
  • Wenn man eine Seite neu anlegt, die inhaltlich der Seite gleicht, die sie ersetzen soll, empfiehlt sich eine Weiterleitung (301) statt doppelter Seitenführung. Dabei sollten unbedingt alle internen Verlinkungen überprüft und aktualisiert werden. Wenn diese nach wie vor auf die alte Site zeigen, kann das der Indizierung nachhaltig schaden.
  • Nicht nur bei selbst und absichtlich duplizierten Seiten sollte man aufpassen: Auch Text ohne die passenden Überschriften oder sehr ähnlicher Text auf mehreren Unterseiten kann problematisch werden, wenn er nicht klar gekennzeichnet ist. Besonders hinsichtlich Googles Panda-Update empfiehlt es sich, jeglichen Duplicate Content auf seinen Seiten zu vermeiden. Mit Programmen wie Screaming Frog kann jeder seine Websites auf doppelten Quellcode sowie doppelte und fehlerhafte Verlinkung prüfen und optimieren. Wenn Google Unterseiten mit identischen oder sehr ähnlichen Inhalten „ignorieren“ soll, tragen sie nicht zur Indizierung bei. Dazu passt man den Quellcode z.B. auf NoIndex und Follow an.

3. Moralisch

Doppelter Content verstößt also gegen geltendes Recht, ist selten Zufall und sorgt zumindest für einen schlechten Ruf, selbst wenn nicht in jedem Fall für eine schlechtere Suchmaschinenposition. Am größten ist aber das moralische Dilemma. Kopieren ist peinlich, nicht nur, wenn man erwischt wird. Sich mit fremden Federn zu schmücken, lässt nicht direkt auf eine zuverlässige Arbeitsweise schließen und wirft ein schlechtes Licht auf das Gesamtprojekt.

Lieber was eigenes

Nutze einfach immer so viel Unique Content wie möglich. Vermeide Kopien auf deinen Seiten, selbst wenn es nicht illegal ist sich selbst zu kopieren. Eine zuverlässige Software zum Aufspüren von Plagiaten ist neben Un.Co.Ver Pro auch die Weblösung Copyscape, für die man pro Abfrage bezahlt. Für kleinere Textteile genügt aber auch eine Eingabe in Standardsuchmaschinen.

Dass jemand einfach den Content „entführt“, kann man selten verhindern. Bei eindeutigem Nachweis auf Plagiat bleibt jedenfalls immer noch der Rechtsweg. Eine strafrechtliche Verfolgung kostet viel Mühe und Zeit, meistens auch nicht wenig Geld. Ob der Aufwand sich lohnt, kann nur jeder selbst entscheiden.

Wenn die eigenen Ideen und Inhalte so gut sind, dass jemand Drittes denkt, er könne es selbst gar nicht besser machen, darf man sich wohl auch ein bisschen geschmeichelt fühlen. Eine Kopie ist für den Erfinder auch eine Form von Anerkennung. Und für den Kopierer ist es zumindest blamabel, ob ihm juristische Konsequenzen drohen oder nicht. Abschließend mit schlauen Worten eines sehr weisen alten Herrn möchte ich das unterstreichen:

„Über Plagiate sollte man sich nicht ärgern. Sie sind wahrscheinlich die aufrichtigsten aller Komplimente.“ Theodor Fontane (1819-98), deutscher Erzähler

Katharina, textbroker.de

Über den Autor:

Ich bin Content und Community Manager bei Textbroker in Mainz. Mit meinem Diplom als Online-Journalistin bin ich bestens auf alle Anforderungen in der Unternehmenskommunikation – vor allem in Online-Medien – vorbereitet. Textbroker vermittelt auf seinem Online-Marktplatz freiberuflichen Autoren und textsuchenden Auftraggebern Aufträge und individuelle Texte jeder Art. Tausende Autoren schreiben für registrierte Auftraggeber. SEO-Texte, Reiseberichte, Produktbeschreibungen, Pressemitteilungen, Blogartikel – für jeden Text haben wir den richtigen Autor.
Katharina Bellinger, XING
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Kommentare zu Unique Content – Vervielfältigung bedeutet das Ende von Vielfalt:

  1. Jens Hensgen says:

    Ich habe für einen Appel und nen Ei (bislang gerade mal 19,-€) super Erfahrungen mit PlagScan gemacht und auch schon direkt Kopien von meinen Produktbeschreibungen gefunden. Wie da oben schon Fontane sagte – ich freue mich ja auch, dass meine Texte so hochqualitativ beurteilt werden, dass man sie kopiert. Aber im Gegensatz zum Theodor muss ich davon meine Brötchen kaufen.

  2. Byron says:

    Die Zahl der „großen“ Plagiats-Meister ist in eigentlichem jedem Schaffensbereich erstaunlich groß, zum Beispiel unter den Singenden. Dabei bleibt der Federnklau nie unbemerkt – mal zur großen Freude des Zuhörers (wenn die Charakterstimme dem Imitat keinen Platz lässt), oft zu seinem Leidwesen (wenn der Stimmcharakter nicht genug Charakterstimme zulässt). Das Individuum kann sich zwar eine kreischbunte Maske aufsetzen, meist unterstreicht diese jedoch erst seine Individualität, kitzelt den auf den ersten Blick mit bloßem Auge nicht zu sehenden Unterscheid heraus. Mit den Worten von Gerhard Uhlenbruck gesagt (Huch, Plagiat!) „ An Karneval maskiert man sich, damit man die Maske fallen lassen kann.“ Ihr Schreibenden, Singenden, Malenden, wie auch immer Kreativen – bewahrt euch euer Ureigenstes, am schönsten scheitert man doch immer noch als man selbst! In diesem Sinne – ein fröhliches Helau! :)

  3. dr_ksp says:

    Selbst wenn man die Texte selbst geschrieben hat, lohnt sich auf jeden Fall, eigene Webprojekte regelmäßig mit copyscape und co. zu prüfen. Da kann man sofort sehen, ob Texte geklaut wurden… Dann kann man im Zweifelsfall sofort die entsprechenden Maßnahmen ergreifen.

  4. Sebi says:

    Über das Thema hab ich mir auch schon Gedanken gemacht. Der Nutzen, den User aus tynt ziehen, scheint ja echt enorm zu sein :-)

    • Gretus says:

      Hallo Sebi,

      das ist die Frage. Hat schon jemand positive Erfahrungen mit dem Plugin gemacht, sprich werden dadurch tatsächlich einige geklaute Inhalte mit einem redaktionellen Hinweis ausgestattet? Ich kenne mich mit dem ganzen Kram nicht aus, weiß nicht wie viele tatsächlich automatisiert Content übernehmen…

      Grüße

      Gretus

  5. Laszlo says:

    Meine Frage wäre: Ist es vernünftig, dass man sein Internet-Projekt in den verschiedenen Web-Katalogen überall mit möglichst einmaligem Text beschreiben muss? Ist es nicht stark übertrieben, dass ich mein Projekt in einigen Sätzen auf 100 verschiedene Weise beschreiben muss, wo doch über die selbe Site auch überall die selbe Beschreibung logisch wäre, da sie meist sowieso nicht von den gleichen Besuchern gelesen wird?

    • Gretus says:

      Hallo Laszlo,

      allgemeine Webkataloge haben in Zeiten von Suchmaschinen ihren Sinn verloren, ich würde mit einer Eintragung generell vorsichtig sein. Solltest Du Deine Seite doch in einige ausgewählte, am Besten dem Thema Deiner Seite entsprechende, Kataloge eintragen, dann mach Dir doch auch die Mühe kurz eine unique Beschreibung zu verfassen…

      Grüße

      Gretus

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