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Was bleibt wenn Suchmaschinen Zensur betreiben?

Internet  |   |  , 11:05 Uhr  |  5 Kommentare

GoogleDas kürzlich vom Hamburger Landgericht zugunsten Max Mosley gefällte Urteil wirft die Frage nach einer Filtersoftware auf, mit welcher die Betreiber bekannter Such-maschinen die von ihnen im Web gefundenen Bilder nach möglicherweise die Rechte der darauf abgebildeten Personen verletzenden Anzeichen durchsuchen, um ent-sprechende Bilder dann nicht mehr in ihrer Suche anzuzeigen…

Was war passiert?

Der 73-jährige Max Mosley hatte das Unternehmen Google Inc. verklagt, da in deren Suchergebnissen Bilder einer Sexparty aufgetaucht waren, auf welcher der Ex-Motorsportchef in eindeutigen Posen bei irgendwelchen Sexsspielen mit Prostituierten zu erkennen war. Max Mosley hat den Gerichtsprozess nun in erster Instanz gewonnen, die vom ihm beanstandeten Bilder sind bereits nicht mehr direkt bei Google zu finden.

Die Folgen für die Google-Suche

Schaut man sich die normalen Google-Ergebnisse zum Suchbegriff `Max Mosley´ an, wird deutlich, wie kompliziert alleine schon das Thema der allgemeinen Zensur im Internet ist: Während die von Max Mosley beanstandeten Bilder zwar nicht mehr direkt von Google in ihrer Suche angezeigt werden, sind deren Ergebnisse voll mit weiterführenden Links zu anderen Webseiten, auf welchen diese immer noch frei verfügbar sind. Um den Prozess der ständigen Weiterverbreitung der Bilder von Max Mosleys Sexparty zu stoppen, müssten sämtliche Suchmaschinen bei der Eingabe seines Namens schlussendlich gar keine (!) Suchergebnisse mehr anzeigen, was wiederum dazu führen würde, dass sich andere, womöglich ebenfalls Max Mosley heißende Personen, von Google und Co. benachteiligt sehen würden.

Max Mosley bei Google

Was würde eine Software ändern?

Was das Thema einer Filtersoftware für Bilder betrifft, so ist diese bei sämtlichen bekannten Such-maschinen bereits seit Jahren schon im Einsatz. Eine derartige Software untersucht im Idealfall, in welchem kontextuellen Zusammenhang jedes einzelne im Web gefundene Bild mit bestimmten Webseiten, Personen und Begriffen steht und versucht dann, anhand der Farbe einzelner Pixel sowie deren Abgrenzung zu anderen Bildern zu erkennen, was genau auf einem Bild abgebildet ist und inwieweit eine Gefahr besteht, dass genau dieses Bild gegen die Rechte der darauf abgebildeten Personen verstößt.

Miley Cyrus bei Google

Obiges Beispiel der gezielten Suche nach Bildern der US-amerikanischen Sängerin `Miley Cyrus´ zeigt, dass es für die Betreiber bekannter Suchmaschinen ohne manuelle Prüfung der täglich zu Hunderten von Millionen im Internet veröffentlichten Bilder kaum möglich ist, jedes einzelne, irgendwelche Rechte Dritter verletzende Bild mit Hilfe einer simplen Software zu erkennen. Um den Prozess der ständigen Weiter-verbreitung derartiger Bilder zu stoppen, müsste die Justierung dieser Filtersoftware so eingestellt werden, das am Ende tatsächlich entweder gar keine (!) oder ausschließlich identische (?) Bilder von Suchma-schinen angezeigt werden würden.

Was bliebe dann noch?

Reduziert man die Diskussion der Zensur im Internet zunächst einmal nur auf Suchmaschinen, so würde dieses bedeuten, dass sämtliche bekannte Suchmaschinen gar keine Bilder mehr anzeigen dürften und bei der Suche nach Personen bestimmte Personen bevorzugen bzw. benachteiligen würden. Die Suche im Internet würde sich damit ausschließlich auf Dinge des alltäglichen Lebens beschränken, wobei es auch hier nahezu unmöglich wäre, diese ohne einen Zusammenhang mit irgendwelchen Bildern bzw. Personen sinnvoll als Ergebnis einer Suche darzustellen.

Zensur im Internet

Obgleich wahrscheinlich keiner möchte, dass er im Zusammenhang mit Bildern einer Sexparty mit Prostituierten bei Google und Co. zu finden ist, war das Urteil des Hamburger Landgerichts womöglich eine Fehlentscheidung. Sofern Suchmaschinen auch weiterhin lediglich ein mög-lichst objektives Abbild der aktuellen Geschehnisse im Internet darstellen sollen, kann es deren Betreibern auf lange Sicht nicht zugemutet werden, sämtliche der von ihnen im Web gefundenen Inhalte manuell bzw. maschinell komplett fehlerfrei zu überprüfen…

Eure SEO-united.de Blogger
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Kommentare zu Was bleibt wenn Suchmaschinen Zensur betreiben?:

  1. Soad says:

    Interessante Seite. Habt einen Email-Abonnenten mehr.

  2. PR Wochenrückblick KW5 – popularity-reference.de says:

    […] Was bleibt wenn Suchmaschinen Zensur betreiben? Mit dieser Frage beschäftigte sich die Agentur für Suchmaschinenoptimierung SEO-united.de, die ein Urteil vom Hamburger Landgericht einmal unter einem anderen Gesichtspunkt beleuchtete. […]

  3. Tom Ras says:

    Das ist ja für den Herrn Mosley mal richtig peinlich :-) Ich frag mich aber auch, wie man eine Filtersoftware programmieren will, die es allen recht macht.

    Bin mal gespannt, wo das endet.

    LG

  4. Peter says:

    Ich denke, so lange Gerichte darüber entscheiden, was legal oder nicht legal ist, ist nichts einzuwenden. Immerhin muss jeder Mensch die Chance haben sich juristisch zu wehren. Das Thema sollte man von der anderen Seite aufrollen: Wer kann denn überwachen, ob Google wirklich so neutral ist? Mit einem Update fallen ganze Geschäftsmodelle den eigenen Zielen von Google zum Opfer. Da mache ich mir mehr Sorgen.

    • Gretus says:

      Hallo Peter,

      klar, man kann es immer drehen und wenden wie man will/wie man es braucht. Ein Problem zum Beispiel könnte sein, dass selbst Gerichte teilweise nicht mehr wissen, was in bestimmten Fällen juristisch gesehen das Richtige ist und deswegen womöglich auch weitgreifende Fehlentscheidungen treffen. Inwieweit z.B. die Betreiber von Google dazu bereit sind, ihre ganze Suche immer wieder den Urteilen einzelner Gerichte anzupassen, steht in den Sternen. Ich persönlich hätte irgendwann keine Lust mehr dazu und würde mich auf andere Bereiche konzentrieren…

      Grüße

      Gretus

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