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Webdesign under Construction

Internet  |  Alex Sczakiel  |  , 10:49 Uhr  |  21 Kommentare

Es gibt immer noch Webdesigner deren Arbeitsmethoden sich seit 1998 nicht verändert haben. Bei gutem Wein und traditionellem Handwerk mag Tradition und Alter von Wert sein, viele Webdesigner in 2010 machen sich allerdings nicht nur lächerlich, sondern schaden durch zum Teil extrem veraltete Techniken auch ihren Kunden…

Es sieht immer noch schlimm aus

Es gab einmal eine Zeit in der ich meine Layouts via HTML Tabellen, Frames und Flash-Menüs entwickelt habe. Da diese Zeiten für mich jedoch schon lange vorbei sind und ich mich in einem Umfeld bewege wo man ordentliche Webseiten gewohnt ist, habe ich wohl vergessen was es sonst noch so im Internet gibt.

In letzter Zeit, gerade heute wieder, treten Kunden mit ihren nagelneuen Flash oder iFrame-Konstruktionen direkt vom Webdesigner auf mich zu und interessieren sich für mehr Besucher über Suchmaschinen und Social Media. Auf einigen dieser Systeme ist SEO schlichtweg unmöglich, die Seiten werden niemals relevante Besucher über eine Suchmaschine generieren ohne das ganze Projekt von vorne neu zu gestalten. Der Kunde, der sich durch eine Webpräsenz viele Besucher aus dem Internet verspricht, ist im Grunde einem Schwindel zum Opfer gefallen, denn viele Webdesigner verkaufen immer noch wunderschöne Webseiten die klassische Plakatwerbung und TV-Spots bräuchten um wahrgenommen zu werden.

Wer nicht gefunden oder nicht richtig verlinkt werden kann, ist nicht vernetzt und befindet sich mit seiner Webseite im Grunde nicht im Internet. So gesehen grenzt die so genannte Dienstleistung einiger professioneller Agenturen für Webdesign fast schon an Betrug. Es gibt insbesondere drei Dinge für die es im Jahre 2010 keinen Platz mehr gibt, die mich persönlich ärgern und die jeder Entwickler tunlichst unterlassen sollte.

Under Construction

Ein Flash-Objekt ist keine Webseite

Wer seine komplette Webseite in Flash entwickelt, hat in den Augen der Suchmaschinen keine Unterseiten, keine Menüstruktur und überhaupt keine Inhalte. Genauso wenig kann ein bestimmter Inhalt auf dieser Domain direkt angelinkt werden, da die verschiedenen Inhalte keine eigenen URLs haben. Zwar hat sich Google dem Problem angenommen und versucht nun auch Flash-Seiten auszulesen, aber das geht nur wenn eine Flash-Datei korrekt angelegt wird und auch dann nur mehr schlecht als recht.

Flash bietet Designern tolle Möglichkeiten Dinge zu tun die sonst nicht möglich wären. Anstatt aber wirklich etwas Neues zu versuchen, werden viel zu oft Flashmenüs gebaut die man auch hätte mit CSS oder beispielsweise Ajax verwirklichen können. Die Möglichkeiten die Flash wirklich bietet, werden nur selten genutzt.

Unser Tipp kann nur sein, Webseiten in HTML zu entwickeln. In eine HTML Seite lassen sich problemlos auch Flash-Elemente einfügen, quasi als bessere Bilder. Eine Webseite die zu 100% aus Flash besteht, ist für meine Begriffe keine Webseite.

Framesets und iFrames gehören verboten

Mit einem Frameset wird eine Webseite in mehrere Bereiche aufgeteilt. So hat man früher z.b. Sidebar und Content getrennt dargestellt. Der Content konnte weiter nach unten gescrollt werden, ohne dass sich die anderen Bereiche verändert haben.

Der Besucher hat das Gefühl, eine einzige Webseite zu betrachten, sieht eigentlich aber zwei Webseiten. In jedem Frame wird bei gleicher URL im Browser ein anderes HTML Dokument geladen. Aus diesem Grund kann man bestimmte Unterseiten eines Framesets nicht verlinken und Suchmaschinen können die Seiten nicht richtig indexieren. Wenn die Suchmaschine beispielsweise den Contentbereich so einer Seite indexiert und rankt, bekommt der Besucher von der Suchmaschine nur den Content zu sehen. Die Sidebar und der Header befinden sich in anderen Frames und sind damit weg. Jeder Bereich ist wie gesagt ein eigenes HTML Dokument.

Es gibt heutzutage meiner Meinung nach keinen Grund mehr mit Frames zu arbeiten. Sämtliche Effekte die man mit Frames erzielen kann, lassen sich auch mittels CSS verwirklichen. Agenturen die ihren Kunden heute noch Framesets anbieten, sollten einen sehr guten Grund haben. Ansonsten würde ich behaupten, dass diese Leute von ihrem Job nicht das Geringste verstehen.

HTML ohne CSS und PHP

Sauberes HTML und ausgelagertes Design in CSS ist der Schlüssel zum modernen Webdesign. In der HTML Datei steht so lediglich der eigentliche Inhalt, Position, Größe und Farbe werden in CSS gestaltet. Der Vorteil unter anderem ist, dass man das ganze Design austauschen kann ohne die HTML Datei bzw. den Inhalt zu verändern.

Mittels CSS können Elemente die im Quelltext unten stehen trotzdem oben angezeigt werden und andersherum. Früher nutzte man beispielsweise HTML Tabellen um ein ganzes Webseiten-Layout zu erstellen, weil man so recht einfach Spalten und Zeilen definieren konnte. Wollte man dieses aber später ändern, musste man die HTML Datei vollkommen umschreiben. Tabellen sind nicht dafür gedacht, so genutzt zu werden, mit CSS ist es heutzutage ganz einfach, den gleichen Effekt zu erzielen.

Selbst wenn man kein komplexes Content Management System braucht, ist es sinnvoll PHP zu verwenden, beispielsweise um Sidebar, Header, Content und Footer zu trennen. So braucht man den Header nur einmal ändern ohne danach die Änderung auf jeder einzelnen Seite des Projekts händisch zu wiederholen.

SEO gehört zum Webdesign

Onpage-SEO gehört für mich in den Bereich Webdesign. Es kann nicht sein, dass Webdesigner ihren Kunden Webseiten anbieten, die später dann noch einmal von einer SEO Agentur bearbeitet werden müssen. Wer behauptet Webdesign zu können, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es nicht genügt, schöne Grafiken zu erstellen. Eine Webseite ist in erster Linie ein mit anderen vernetztes Dokument im Internet. Jeder Kunde der eine Webpräsenz haben möchte, will damit auch  präsent sein. Dieses bedeutet für den Webdesigner, sich den Standards des Internets zu fügen.

Für die Zukunft wird barrierefreies Webdesign sowie die hundertprozentige Trennung von Inhalt und Design immer wichtiger. Das Mobile Web erfordert, dass eine Webseite sich dem mobilen Endgerät anpassen kann. Mich nervt es heute schon, wenn Seiten und Blogs kein einspaltiges Smartphone-Design liefern. Ich persönlich werde das in Zukunft auf allen meinen Webseiten anbieten.

stereophone

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