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Wenn die Lobby kommt

Internet  |   |  , 12:15 Uhr  |  6 Kommentare

Gestern lief im ZDF ein Bericht bei Frontal21, welcher recht deutlich aufgezeigt hat, wie Pharmakonzerne auch fragwürdige Medikamente im Markt platzieren. Zwar ist es in Deutschland so, dass für verschreibungspflichtige Medikamente keine Werbung gemacht werden darf, allerdings behelfen sich die Konzerne mit gekauften redaktionellen Berichten. Hier werden entsprechende Studien oder Aussagen von Experten präsentiert, die betroffene Kunden anregen sollen, das Medikament zu kaufen bzw. sich darüber zu informieren.

Ein Blick auf die Trends zeigt, dass viele User gezielt die Suchmaschine Google benutzen, um sich über etweilige Risiken bzw. Nebenwirkungen zu informieren.

In der Folge entscheiden die ersten Googlepositionen darüber, ob ein Medikament als gefährdend eingeschätzt wird oder etwa nicht. Diese Tatsache macht deutlich, welche Macht ein gutes Listing in so einem Bereich bedeuten kann. Werden entsprechende Nebenwirkungen auf den angezeigten Seiten verschwiegen, kann dies über millionenschwere Umsätze entscheiden.

Dieses Phänomen hat die Pharmalobby längst für sich erkannt und versteht es zu nutzen. Ich will nicht pauschal sagen, dass gut positionierte Websiten zu diesem Thema einer Manipulation unterstehen, wer aber einfach mal danach sucht, wird die entsprechenden Unterschiede schnell erkennen.

Ich möchte mich mit diesem Bericht gar nicht in die Machenschaften der Pharmalobby einmischen, sondern an Euer Gewissen appellieren. Meine Erfahrung zeigt, dass sich viele der Macht ihrer Positionierungen gar nicht bewusst sind. Für viele misst sich der Wert einer Positionierung lediglich durch die dadurch generierten Einnahmen. Welche Information man damit verbreitet, bzw. welches Meinungsbild man eventuell sogar prägt, bleibt sehr oft unbeachtet.

Darüber hinaus wird z.B. beim Linktausch oftmals blind auf andere Webseiten verlinkt. Erhält man einen Link mit seinem gewünschten Linktext, wird ohne weiter zu hinterfragen auf den anderen gelinkt. Ob man damit teilweise fragwürdige Inhalte unterstützt, wird leider auch selten nur hinterfragt.

Und so schließt sich dieser Kreislauf und zeigt beispielhaft auf, wie das Internet die Gesellschaft nicht demokratisiert, sondern es der Lobby vielfach noch viel einfacher macht, ihre Interessen durchzusetzen. Schaut auch mal öfter über den Tellerrand und hinterfragt Euer Handeln in gewissen Bereichen. Dies gilt natürlich nicht nur für den Pharmabereich, sondern auch für viele andere sensible Bereiche.

Constantin

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Kommentare zu Wenn die Lobby kommt:

  1. Constantin says:

    Hallo Peter,

    wiedermal tolle Quellen!

    Ich würde sogar sagen, dass das Potenzial noch sehr „mangelhaft“ ausgenutzt wird. Wenn ich mir vorstelle, wie gering die Anstrengungen sein dürften um eine entsprechende Position innerhalb der Suchergebnisse zu erreichen, wird mir teilweise schon schaurig.

    Ich bin gespannt, wann die Lobby kommt ;)

    Constantin

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