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Wie die VG Media sich Geld von Google ergaunern möchte

Internet  |   |  , 11:58 Uhr  |  9 Kommentare

VG MediaWie unter anderem in dem auf reuters.com veröffentlichten Artikel „Deutsche Verlage wollen Google & Co zur Kasse bitten“ nachzulesen, ist nun endlich raus, wie viel Geld genau die sich unter dem Namen VG Media zusammen-geschlossenen Verlage (Axel Springer, Burda usw.) im Zuge der Wahrung des Leistungsschutzrechts für Presseverleger von Google und Co. für die Verwertung so genannter Snippets haben möchten. Sobald z.B. Google aus den Nachrichten der Verlage eine Schlagzeile in den SERPs generiert, verlangt die VG Media sage und schreibe 11% des hieraus generierten Umsatzes von Google…

Deutsche Verlage wollen Internetriesen wie Google wegen der Veröffentlichung von Pressetexten zur Kasse bitten. Sie fordern maximal elf Prozent vom Umsatz, den Firmen wie der US-Konzern „unmittelbar und mittelbar mit der öffentlichen Zugänglichmachung von Ausschnitten aus Online-Presseerzeugnissen erzielen“, wie aus dem Bundesanzeiger hervorgeht. Hintergrund ist der Streit um das sogenannte Leistungsschutzrecht. Demnach dürfen Internet-Suchmaschinen wie Google nur noch einzelne Wörter oder „kleinste Textteile“ (Snippets) unentgeltlich anzeigen. Google will jedoch nicht zahlen. „Wir sind überzeugt, dass unsere Angebote mit dem Leistungsschutzrecht in Einklang stehen“, sagte ein Sprecher am Freitag. (Quelle)

Da man sich das Ganze nur schwer vorstellen kann, haben wir weiter unten einmal eine Grafik erstellt, welches oben beschriebenes Szenario noch ein wenig weiter verdeutlicht.

Unsere Grafik zeigt, wie sich die Verlage der VG Media die Beteiligung an den Einnahmen von Google vorstellen: Sucht ein Jemand wie in unserem Beispiel z.B. nach dem Begriff „Fußball WM“, werden in den SERPs dort aktuell natürlich immer auch Nachrichten eingeblendet (1.). Klickt nun dieser Jemand nach seiner Suche auf eine Werbeanzeige von Google (2.), möchte die VG Media gerne 11% der über diesen Klick von Google generierten Werbeeinnahmen haben.

Wo das Ganze bislang, wenn überhaupt, nur noch ansatzweise nachvollziehbar klingt, gibt es einen Umstand, welcher obiges Szenario auf einmal total (!) abstrus erscheinen lässt: Verlage wie z.B. Axel Springer haben längst nicht mehr nur reine Nachrichtenseiten, sondern auch so genannte Vermarkter-angebote. Ein Vermarkterangebot aus dem Hause Axel Springer ist z.B. die journalistisch gesehen höchst wertvolle anspruchsvolle Webseite finanzen.net.

finanzen.net

In Anbetracht der Tatsache, dass nahezu alle (!) Verlagshäuser der VG Media längst nicht mehr nur reine Nachrichten schreiben, sondern sich mit ihren selbst so titulierten „Vermarkterangeboten“ auf sämtliche Bereiche des „Geldverdienens im Internet“ ausgeweitet haben (Affiliate Marketing usw.), kann es nach dem Willen der VG Media nun auch zu folgender Situation kommen:

Jemand googelt nach einem ganz bestimmten Begriff (z.B. „Fußball WM“), es werden dort Nachrichten eingeblendet (1.), es werden dort Werbeanzeigen von Google geschaltet (2.), die VG Media selbst schaltet dort Werbeanzeigen über Google (3.) und ist darüber hinaus in den herkömmlichen SERPs sogar noch mit einem ihrer Nachrichten- bzw. Vermarkterangebote vertreten (4.):

Der perfide Plan der VG Media

Alleine nur die theoretische Möglichkeit, dass jemand bei Google etwas sucht, dort eine unter anderem von VG Media selbst initiierte Newsbox geöffnet wurde, der Jemand dann auf eine von VG Media selbst geschaltete Werbeanzeige klickt und VG Media dann 11% des für diesen Klick eigentlich zu zahlenden Geldbetrages von Google rückerstattet bekommen möchte, riecht nach einem perfiden Plan, sich über eine möglicherweise sogar illegale Bevorteilung (?) gegenüber nicht der VG Media beigetretenen Verlagen quasi ganz Google einverleiben zu wollen. Keine schöne Sache so was, definitiv schon lange kein objektiver Journalismus mehr…

Eure SEO-united.de Blogger
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Kommentare zu Wie die VG Media sich Geld von Google ergaunern möchte:

  1. Christoph sagt:

    Schön, dass Ihr das nochmal so deutlich macht, vielen Dank. Wie häufig trifft man in den letzten Monaten auf angeblich journalistische Angebote, die aus maximal 15-20 Zeilen Text, minimalstem Nachrichtenwert, dafür aber maximalem Banneralarm bestehen – und Traffic aus Google News beziehen. Und schade, dass einige Politiker die Forderungen einfach übernehmen, ohne sich nur mehr als 2-3 Minuten mit dem Thema auseinander gesetzt zu haben. Ich bin gespannt wie das weitergeht – kann mir letztlich aber nicht vorstellen, dass die Verlage Recht bekommen, dafür ist das Ansinnen zu bekloppt.

    Oder doch – dann könnte man doch für eine Provision für Mund-zu-Mund-Empfehlungen kämpfen 😉

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