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Wie Google das Lebenselexier genommen wird

Internet  |   |  , 12:29 Uhr  |  6 Kommentare

Wenn sich Astronomen darüber unterhalten, ob es genügend Wasser auf benachbarten Planeten gibt, um dort Leben anzusiedeln, dann unterhalten sich Suchmaschinenbetreiber darüber, ob das Internet genügend Links hergibt, um einen Algorithmus am Leben zu halten. Denn ohne genügend Links läuft dieser allzu oft in die Sackgasse und verhungert elend.

Wo sich der Mensch durchgesetzt hat und über dutzende Generationen erfolgreich alles vernichtet hat, was annähernd der Verbreitung der menschlichen Rasse im Wege stand, hatten die Suchmaschinen lange Zeit kein Feindbild. Backlinks standen im ausreichenden Maße zur Verfügung und niemand anderes hatte Verwendung für diese Bausteine des Word Wide Webs.

Seit einigen Monaten jedoch verbreitet sich ein neuartiges Konstrukt namens Twitter was durchaus die Rolle eines Feindbilds übernehmen könnte. Denn Twitter frisst Links, inzwischen sogar gefährlich viele Links. Grundsätzlich gibt es hierbei zwei Probleme. Zum einen erlaubt der Microbloggingdienst lediglich die Nutzung von 140 Zeichen innerhalb eines Tweets. Da für sprechende Urls, wie SEOs und Suchmaschinen sie nun einmal gerne mögen, innerhalb von 140 Zeichen natürlich wenig Platz ist, werden die eigentlichen Urls über Anbieter wie tinyurl.com verkürzt. Die schnelle Verbreitung dieser Dienste lodert inzwischen auch schon im herkömmlichen Web, so dass immer mehr klassische Links durch Short-Url-Links ersetzt werden.

Das zweite und folgenreichere Problem ist die grundsätzliche Empfehlung über Twitter. Möchte man seinen Followern etwas empfehlen – was grundsätzlich für Qualität spricht, da es eben Bekannte sind – tut man dieses immer öfter nicht mehr auf der eigenen Website, sondern über Twitter. Hier kommt allerdings das Nofollow-Tag zum Einsatz und so nimmt die Anzahl der verwertbaren Links durch die Suchmaschinen derzeit stark ab. Und so sind Suchmaschinenbetreiber momentan wohl tatsächlich mit der Frage beschäftigt, ob der Suchmaschine tatsächlich das Lebenselexier genommen wird und der Algorithmus in der derzeitigen Form noch lange überleben kann…

Das kürzliche Ende von rivva.de und die Misere um die deutschen Blogcharts zeigen derzeit eindrucksvoll wie aktuell das Problem um die Links ist. Lösungsansätze für dieses Problem sehe ich derzeit nicht. Die Short-Urls in ihrem Konstrukt und Zusammenhang auszuwerten ist für Google schier unmöglich und die Anzahl klassisch gesetzter Links nimmt weiter ab. Die derzeitige Entwicklung stellt Google und die gesamte Suchmaschinenwelt also vor ein extrem großes Problem. Das aktuelle PageRank-Update und die damit verbundene Herabsetzung des PRs vieler Twitterprofile haben gezeigt, dass Google das Problem mit den Oberarmen und nicht der Birne lösen möchte. Da Google derzeit allerdings abhängiger von Twitter ist als andersherum – was nebenbei ein völliges Novum darstellt – scheint dieses Verhalten nicht sonderlich schlau…

Constantin

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Kommentare zu Wie Google das Lebenselexier genommen wird:

  1. Constantin says:

    Hallo Manuel,

    sicherlich könnte man die Short-Urls wieder zurück in normale Urls umwandeln. Das ist sogar relativ einfach. Das ist allerdings lediglich der quantitative Teil dieser Auswertung. Um den quantitativen Teil zu erfüllen bräuchte es eine Art Trust auf den Userprofilen. Bei den derzeit verhärteten Fronten denke ich nicht damit, dass Twitter dies zulassen würde. Ich denke das erklärt auch deine zweite Frage.

    Liebe Grüße,
    Constantin

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