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Wirkt sich reziproker Linktausch negativ auf SEO aus? [Ahrefs Studie]

SEO  |  Nils Buske  |  , 11:09 Uhr  |  3 Kommentare

Ahrefs hat eine Studie durchgeführt, in der die Auswirkungen von reziprokem Linktausch auf die SEO-Performance hin analysiert worden ist. Reziproker Linktausch lässt sich in wenigen Worten zusammenfassen: verlinkst du mich, dann verlinke ich dich. Es handelt sich also um einen einvernehmlichen Linktausch, der nicht das Ziel hat dem User Hilfsangebote zur Verfügung zu stellen, sondern der das Ranking positiv beeinflussen soll, um letzten Endes Traffic zu generieren. Google findet diese Linktauschprogramme überhaupt nicht witzig und empfiehlt den Webmastern sich regelkonform im Netz zu verhalten, sofern sie keine Abstrafung von Google kassieren wollen.

Fairerweise sei gesagt, dass reziproker Linktausch nicht immer von Google geahndet wird:

Demnach müsse man keine Strafe bei reziprokem Linktausch befürchten, wenn man als Seitenbetreiber (A) auf Medien-Seiten (B) verlinkt, die wiederum auf die eigene Seite (A) per Link verweisen. Zumindest sieht der stellvertretend für Google stehende Mueller darin kein Problem, denn es sei völlig normal, dass ein Webmaster stolz auf seine medialen Erwähnungen ist und diese auf seiner Seite natürlich auch mit anderen Menschen teilen möchte.

Wie verbreitet sind reziproke Links im Web?

Zurück zur Studie: im ersten Teil der Untersuchung hat man analysiert, wie verbreitet Link-Überlappungen im Web sind. Dazu hat man eine Stichprobe aus 140.592 zufällig ausgewählte Domains mit mindestens 10.000 organischen Besuchern pro Monat erstellt und diese auf Link-Überschneidungen (nur Do-Follow) hin überprüft – mit folgendem Ergebnis:

Verbreitungsgrad von reziproken Links

Zu sehen ist, dass 26,4% des Domain-Samples keine reziproken Links haben. Die restlichen 73,6% haben mindestens einen reziproken Link. Daraus lässt sich schließen, dass diese Art der Verlinkung völlig natürlich ist

Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass nur Webseiten mit +10.000 Besuchern pro Monat untersucht wurden sind. Webseiten, die beispielsweise wegen reziprokem Linktausch abgestraft worden sind und weniger Besucherverkehr haben wurden exkludiert. Man sollte dieses Ergebnis vor dem Hintergrund des Survivorship Bias mit Vorsicht genießen.

Wie verbreitet sind reziproke Links in den Top 10 Suchergebnissen?

Im zweiten Teil der Studie hat man auf Basis des vorherigen Samples untersucht, wie gängig reziproke Links in den Top 10 Suchergebnissen sind. Als Grundlage hierfür dienten folgende Kriterien:

  • Sample besteht aus ca. 10.000 Suchanfragen (kein Brand; Ahrefs Keyword-Schwierigkeit zwischen 40-60)
  • Suchvolumen der Suchanfragen: zwischen 5.000-10.000 pro Monat
  • Lediglich die Top 10 Serps werden analysiert
  • Überschneidungen werden auf Basis von Referring Domains/ verweisenden Domains dargestellt

Das Ergebnis ist wie folgt:

Verbreitung von reziproken Links in den Google Top 10 Suchergebnissseiten

 

Zu erkennen ist, dass 43,7% der Top 10 Serps sich aus „reziproken Links zusammensetzen“ bzw. die dort rankenden Domains. Auffällig ist, dass bei einer Skalierung von 5,01% – 100% Link-Überschneidungsgrad lediglich 6,7% der Serps betroffen sind. Der Linküberschneidungsgrad der Serps die von reziproken Links betroffen sind (41,6 %) ist mit 0,01% – 5% aber relativ gering. Resümierend kann man davon sprechen, dass 4-5 organische Suchergebnisse auf jeder Top 10 Suchergebnissseite über reziproke Links verfügen.

Wichtig zu wissen ist, dass man keinem logischen Fehlschluss unterliegen sollte: Korrelation ≠ Kausalität. Man könne nicht sagen, dass Domains die auf reziproke Links verzichten besser ranken als Domains die ebendiese „verwenden“. Genauso wenig kann diese Studie belegen, dass sich die Domains, die in den Top 10 ranken, nicht durch frühere reziproke Links ihren Weg nach oben gebahnt haben und in Folge dieser zunehmenden Popularität immer mehr Aufmerksamkeit und Backlinks eingeheimst haben. Das ist übrigens einer der Gründe, warum alter Content teilweise besser rankt als neuer, relevanterer Content.

Fazit

Anhand der Studienergebnisse kann man schlussfolgern, dass reziproker Linktausch ein weit verbreitetes Phänomen ist. Zwar haben knapp über die Hälfte aller Domains innerhalb von Top 10 Serps keine reziproken Links, dennoch ist diese Art der Verlinkung per sé nicht zwangsläufig ranking-schädigend oder -fördernd. Im Zweifel würde ich sagen: lieber einen reziproken Link als keinen Link, sofern es kein abgekatertes Spiel mit einem anderen Webmaster ist und man nicht das Ziel hat das Ranking zu manipulieren *zwinker zwinker*. Man sollte bei der reziproken Verlinkung auf Domains nicht in Panik verfallen. Wenn reziproker Linktausch mit System betrieben wird, dann wird es allerdings gefährlich – Google Algorithmus is watching you. Grundsätzlich kann man ebenso darauf hinweisen, dass man in jedem Fall auf (reziproke) Sitewide-Links verzichten sollte, also Links die beispielsweise aus der Navigation oder dem Footer kommen und somit auf jeder URL zu Buche schlagen – das ist too much!

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Kommentare zu Wirkt sich reziproker Linktausch negativ auf SEO aus? [Ahrefs Studie]:

  1. Christian says:

    Schöner Artikel, generell denke ich das Google schon mehr gegen diese Linktausch Sachen vorgehen wird oder zumindest diese Art von Links auf dauer nullt (ohne Mehrwert versieht).

  2. FF says:

    Hey vielen Dank für diesen Artikel!
    Das ist ein Thema, welches mich schon seit längerer Zeit beschäftigt hat und ich einfach keine richtige Antwort gefunden habe… Danke, dass Ihr da Klarheit geschaffen habt!

  3. Anne says:

    Interessant. Es mutet etwas merkwürdig an, dass Google ausgerechnet den natürlichsten Typ von Verweisen auf dem Kieker haben will. Es geht natürlich hierbei um systematisches Vorgehen, ich erinnere mich noch an die frühen 2000er, wo extra Seiten aufgebaut wurden, um diese Form von Verweisen großflächig nutzen zu können. Wir raten unseren Klienten grundsätzlich, Ihr Netzwerk auf Ihrer Website zu repräsentieren und gehen davon aus, dass dies nicht nur sehr natürlich, sondern für Google auch nützlich ist: Schließlich lassen sich so vielfältige Schlüsse zu Verbindungen von Menschen bzw. Unternehmen untereinander ziehen und das ist ja – alles in allem – Google’s Hauptinteresse. Vielen Dank für den Artikel, vor allem den Tweet von diesem Google-Mitarbeiter.

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