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Die Illusion eines Backlinkchecks

SEO  |   |  , 16:17 Uhr  |  11 Kommentare

Als eines der wichtigsten Rankingfaktoren bei der Suchmaschinenoptimierung zählen die eingehenden Links, die zu einer Website zeigen. Bei der Bewertung von eingehenden Links spielen IP-Popularität, der Linktext und die linkgebende Seite an sich eine entscheidende Rolle. Daraus resultiert also, dass nicht jeder eingehende Link von der gleichen Qualität ist.

Obwohl das Erkennen und Bewerten von Links große Schwierigkeiten bereitet, werden immer mehr Tools zum checken von Backlinks veröffentlicht. Klar, ist die Nachfrage groß, folgt früher oder später auch das Angebot.

Vergleicht man die Tools einmal miteinander, stellt man schnell große Unterscheide fest. Betrachtet man lediglich einmal die Zahl der eingehenden Links einer Website, so bekommt man teilweise Zahlen von 200 bis 1.000.000 für die selber Website. Doch wieso ist dies so?

Vielen dürfte bekannt sein, dass die Backlinkanzeige von Google selbst keine richtigen Zahlen anzeigt. Dennoch benutzen einige Checks diese Datengrundlage für ihre Auswertung. Andere Tools mischen verschiedene Datengrundlagen gängiger Suchmaschinen und kommen so zu ihrem Ergebnis.

Um eine Auswertung der Qualität der eingehenden Links machen zu können, braucht es erstmal die Anzahl. Da aber alle viele Tools schon bei der Anzahl der eingehenden Links versagen, kommen nur noch viel weniger für eine Qualitätsanalyse in Frage.

Doch spätestens hier müssen dann alle scheitern! Als Datengrundlage dienen bei den meisten Backlinkchecks die „link:“-Abfragen der Suchmaschinen, besonders beliebt ist hier Yahoo!

Um die Qualität der Backlinks nun aber mit einem Tool auswerten zu können, müssen die Seiten, auf denen sich Links finden, selbst aufgerufen werden. Die „link:“-Abfragen der Suchmaschinen geben zwar oft die Gesamtzahl der Links aus, geben aber nur die ersten 1000 Adressen bekannt. Gerade bei großen Seiten ist dies natürlich nur ein Bruchteil der tatsächlich eingehenden Links. Viele Tools werten nun die ersten 1000 eingehenden Links aus und präsentieren das Ergebnis als „absolut“. Ohne Hinweis auf den fatalen Mangel!

Für eine Qualitätsanalyse sind die mir bekannten Tools somit nicht geeignet. Sie geben jeweils nur einen ungefähren Trend ab und die Aussage sollte nicht überschätzt werden. Um die Qualität jedoch trotzdem mithilfe von Backlinktools bewerten zu können, eigent sich eine Misch-Methode auf deren Grundlage sich später eine Aussage über die Qualität der eingehenden Links treffen lässt. Darüber möchte ich aber in einem späteren Post informieren.

Eine weitere Methode zur Ermittlung der Qualität eingehender Backlinks wäre nun, einen eigenen Crawler ins Rennen zu schicken. Dieser Crawler müsste nun erstmal alle, wirkliche alle, Internetseiten des www ermitteln – inkl. deren Unterseiten, die ausgehenden Links inkl. Linktext analysieren in einer Datenbank speichern und dies ständig wiederholen. Später müsste ein weiteres Skript noch die Beziehungen der Webseitenuntereinander ermitteln. Dafür brächte man schon viele und kostenintensive Ressourcen.

Nach kurzer Überlegung ist ein eigener Crawler also nicht zu stemmen, besteht zusätzlich noch die Gefahr, dass der Crawler von einigen Websiten ausgeschlossen wird, die Website also nicht indiziert werden kann.

Fazit: Es ist unmöglich die (Qualität der) eingehenden Backlinks richtig zu ermitteln! Backlink Checker und andere Instrumente zur Ermittlung der eingehenden Links können lediglich ein Annäherungswert abbilden. Dessen sollte man sich bei der Bewertung der Ergebnisse auch immer klar sein.

Constantin

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Kommentare zu Die Illusion eines Backlinkchecks:

  1. Robert says:

    Naja, so besonders neu ist diese Erkenntnis ja eigentlich nicht. Jede Quelle selektiert schon im Vorfeld Daten aus, da es im www eine unmenge an Links und damit auch Sturkturen gibt. Ich bin mir selbst sicher, dass Google keine absolut eindeutige Menge besitzt.

    Solche Tools sind immer ganz nett, um einen groben Überblick zu erhalten und ggf. Banklink-Quellen der Konkurrenz zu erkennen und sich selbst dort einzutragen (wenns was sinnvolles ist).

    Die Qualität eines Backlinks muss man aus meiner Sicht subjektiv betrachten, d.h. mal jeden Link besuchen und selbst beurteilen…

  2. Marc says:

    Liegst 100% richtig mit Deiner Beobachtung, also muß man sich wohl andere Analysewege überlegen…

  3. Jens says:

    jup, da stimme ich vollkommen zu!
    also ich habe auch erlebt das die pagerank prognosen um bis zu drei(!) werte schwanken! Und das ist schon ein ziemlicher unterschied ob man nen 3er oder nen 6er PR bekommt!

  4. Constantin says:

    Hallo Gerd,

    hierzu möchte ich die Tage nochmal einen ausfürhlichen Post erstellen.
    Denn gerade wenn man mehrer Websites betreibt oder betreut, muss man sich ein effektives Mittel zur Analyse suchen. Ich bin noch ein bisschen am Grübeln, wie ich den PR hier mit einfließen lasse. ;)

  5. Gerd-E. says:

    Hi Constantin,

    prima analysiert und geschlussfolgert! Auch mit dem Fazit stimme ich vollkommen überein. Diese näherungsweise Auswertung reicht für eine Einschätzung der Backlinkqualität im Praxisbetrieb völlig aus. Besonders dann, wenn man die Struktur der Backlinks mit in die Auswertung einbezieht und gerade bei de PR-starken Links mal nachschaut, woher sie kommen. Ein evtl. zusätzlich eingesetztes Tool zur Darstellung der BL-Struktur mit grafischer Ausgabe bringt weitere Erkenntnisse.
    Da der PR aber immer weiter an Bedeutung verliert, sollte man sich fragen, wozu solch ein Aufwand nützlich ist.

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