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Reverse-SEO statt SEO-Tricks!

SEO  |   |  , 08:11 Uhr  |  18 Kommentare

SEO TricksWo die Betreiber von Suchmaschinen demnächst dazu verdonnert werden sollen, für die in den Ergebnissen dargestellten Textausschnitte an Verlage zu bezahlen, unternehmen die Onlineangebote bekannter Verlagshäuser alles, um bei Google und Co. ganz oben zu stehen. Der kürzlich von Bernd Kling auf xoomix.de veröffentlichte Artikel `Wie der Burda-Verlag Google News austrickst´ zeigt, dass den Verlagshäusern das Urheberrecht ihrer in Suchergebnissen dargestellten Textausschnitte letzendlich egal ist und sie alles dafür tun, durch wieder-holte Änderungen der Texte bei Google ganz weit vorne zu stehen…

Um mit dem Artikel `S**- statt iPhone-5-Hotline für Premium-Kunden´ unter dem aktuell sehr beliebten Suchwort `iPhone 5´ bei Google ganz vorne zu stehen, wurde dieser von den Marketingfachleuten von Focus nicht nur in einen fragwürdigen Kontext gesetzt, sondern immer wieder auch geringfügig verändert neu bei Google News eingestellt:

Focus.de gelingt es auffallend gut, bei Google News sichtbar vertreten zu sein […] Es passiert aber nicht von selbst. Bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass die Burda-Publikation ihre beiden News im Wechsel tagelang immer wieder mit neuem Datum und Zeitpunkt bei Google News einlieferte […] Die iPhone-S**-Nummer datierte ursprünglich vom Freitag, dem 14. September, 17 Uhr 14 […] Um etwa 21 Uhr schlug sie erneut bei Google News als frische Schlagzeile ein. Samstag gegen 13 Uhr war sie schon wieder als angeblich neue Meldung da – nur war aus dem „Rufnummer-Fauxpas“ in der Überschrift eine „Rufnummern-Panne“ geworden […] Tricks in der Art von Focus Online – die Fachsprache kennt das Wort Republishing – sind ein offenes Branchengeheimnis. (Quelle)

Unter Experten der Suchmaschinenbranche ist bekannt, dass auch den Betreibern bekannter Newsseiten längst jedes Mittel recht ist, um sich gegenüber der Konkurrenz einen Vorteil bei Google und Co. zu verschaffen. Das Ziel derartiger Tricksereien ist nicht etwa die langfristige Aufklärung der Bevölkerung durch schützenswerte Inhalte renommierter Journalisten, sondern das kurzfristige Erhaschen von Besucher-strömen durch absichtlich populistisch geschriebenen Schund:

Die Kombination von vorgetäuschter erneuter Aktualität mit einer durch aufgesexte Überschriften begünstigten Klickfreudigkeit der Nutzer musste daher immer wieder die journalistische Eigenleistung von Focus nach oben spülen. Völlig unabhängig von der Relevanz der Nachricht oder der Qualität des Textes. (Quelle)

Wo die Marketingfachleute von Focus sich wahrscheinlich immer noch mit ihren iPhone-S**-Artikel rühmen, zeigt einer von dem für SEO bei der BBC verantwortlichem Mitarbeiter kürzlich veröffentlichter Artikel, dass man dort längst darüber hinweg ist, den Index von Suchmaschinen durch oben beschriebene Tricksereien mit minderwertigen Inhalten zuzumüllen und und sich stattdessen wieder darauf besonnen hat, auch bei der Berichterstattung im Internet so präzise wie möglich zu sein:

What makes SEO unique at the BBC is the editorial slant content producers have to take on it. For example, search engines tend to trust BBC content (because of the number of inbound links to the site and its stability over time) and rank it highly so when BBC staff choose keywords, we need to be as honest as possible. This is so that we don’t inadvertently outperform other content on the web which may be more deserving of that top spot in Google. This is almost „reverse SEO“ if you like! (Quelle)

Das von den Verlagshäusern geplante Leistungsschutzrecht ist keine Entschädigung für missachtete Urheberrechte, sondern die Erzwingung des Ausgleichs sinkender Werbeeinahmen aufgrund eines laien-haften Umgangs mit der Trafficgenerierung über Suchmaschinen!

Die Webseiten bekannter Verlage generieren über ihre Tricksereien immer mehr Besucher, haben aber zusehends Probleme damit, den zumeist unqualifizierten Traffic in Werbeeinnahmen umzumünzen. Ein `versexter´ Artikel über das iPhone bringt zwar massenweise Besucher über Google, aufgrund seines inhaltlichen Charakters aber vergleichsweise nur geringe Einnahmen über Werbung auf der Seite selbst.

Eine im Zuge des Leistungsschutzrechts geplante Vergütung in Abhängigkeit von der Anzahl der Klicks auf die in den Ergebnissen von Suchmaschinen dargestellten Textausschnitte würde die schon jetzt von den Verlagsseiten gemachten Tricksereien noch beflügeln und am Ende dazu führen, dass Google-News einer Erotikplattform gleicht!

Es wäre ein Unding, wenn Google einen Artikel wie den vom Fokus noch `vergolden´ würde! Nicht Google ist für die sinkenden Werbeeinnahmen derartigen Schunds verantwortlich, sondern die Tatsache, dass es die Marketingfachleute bei Focus nicht verstehen, dass eine präzisere Berichtwerstattung qualifiziertere Besucherströme und am Ende damit auch steigende Ein-nahmen mit sich bringen würde 😉

Gretus
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Kommentare zu Reverse-SEO statt SEO-Tricks!:

  1. […] Auf SEO-united.de ist ein sehr aufschlussreicher Artikel zum Thema wie der Dienst Google News von großen Newsseiten ausgetrickst wird […]

  2. […] Das von YIGG ausgeloste iPad 3 geht an mich! Da fragt man sich schon, was wohl als Nächstes geschieht. […]

  3. Maxim Website sagt:

    Wenn man mal mit einigen guten Journalisten spricht und die einem erzählen, dass die ach so tollen Verlage und Magazine für hochwertige Berichterstattung nicht mal bereit sind nur 10€ zu zahlen, dann wird einem vieles klarer 🙂

  4. Christian Kunz Website sagt:

    Das Leistungsschutzrecht ist aus meiner Sicht ein Ärgernis und zeigt nur zu deutlich, dass es den Verlagen an Kreativität und Wissen fehlt, aus den gegebenen technischen Möglichkeiten Nutzen zu ziehen, wie ich auch in meinem Blog geschrieben habe.

    Stattdessen wird mit fragwürdigen Texten versucht, Traffic zu erzeugen – und dann beklagt man sich am besten noch, dass die Methoden Erfolg haben und die Suchmaschinen die Inhalte tatsächlich erfassen und zeigen.

  5. Martin Website sagt:

    „Marketingfachleute“ =) … die Schlauschlümpfe generieren massenhaft unrelevanten Traffic, der sich wegen der fehlenden Themenaffinität nicht in Einnahmen umsetzen lässt – in diesem Punkt geb ich dir völlig Recht.

    Die großen Newsverbreiter leisten sich da teilweise Dinge, die man als kleiner Websitebetreiber nicht zu machen bräuchte…und dabei merken sie gar nicht, wie sie die Leute abnerven, die immer nur auf diesen gepushten Schundbeiträgen landen. Tausend Mal das Gleiche, nur ein wenig abgeändert…da könnten sie gleich Artikelspinner nutzen ;).

    Und um mal konkret auf die genannten Verlage zu sprechen zu kommen: Erst brechen ihnen die Einnahmen im klassischen Printsektor weg, weil sich das Geschehen mehr und mehr ins Netz verschiebt und dann spammen sie rum und stellen auch noch absolut absurde Forderungen…und das nur, weil sie das Thema Onlinemarketing nicht verstanden haben.

    Find ich gut, dass du das Thema aufgegriffen hast =).

    • Maxim Website sagt:

      Ein wirklich gut manuell gespinnter Artikel wäre wohl qualitatiev sehr viel besser als der Quark der da manchmal von der Decke tropft. 😀

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