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SEO Contests – Sinnvolle Sache oder verschenkte Zeit?

SEO  |   |  , 14:11 Uhr  |  17 Kommentare

Um Euch ein schnelles Meinungsbild über aktuelle Entwicklungen im Bereich Suchmaschinenoptimierung geben zu können, möchten wir von SEO-united.de zukünftig regelmäßig Experten aus der Branche um ein kurzes Statement zu gerade heiß diskutierten Themen bitten. Die heutige Frage, welche wir ausgewählten Experten im Zuge einer Blitzumfrage gestellt haben, lautet `SEO Contests – Sinnvolle Sache oder ver-schenkte Zeit?´ Hier einige Statements dazu:

Mario Fischer, website-boosting.de

Mario FischerMeiner ganz persönlichen (!) Meinung nach sind solche Wettbewerbe ganz generell ein zweischneidiges Schwert. Man zeigt a), dass man irgendwie zu viel Zeit hat und offenbar keine echten, dringlichen Aufträge, die Auftragsbücher der guten SEOs sind proppevoll, b) kann man meist mit wirklich sauberen SEO-Maßnahmen nichts erreichen (was völlig klar ist, weil alles an einem solchen Wettbewerb per Definition künstlich ist und daher auch Backlinks künstlich gesetzt werden -müssten-) und sich damit transparent für Fremdanalysen incl. Google-Spamteam macht (wer glaubt, dass sich die sowas nicht ansehen, ist wohl naiv) und c) haben solche Wett-bewerbe in der Regel immer einen kurzen Zeitbezug und gute SEO sollte immer nachhaltig und langfristig angelegt werden. Kennt jemand solche Wett-bewerbe in seriösen Branchen oder Berufen?

Meiner Ansicht nach ziehen solche Sachen den Ruf (noch weiter?) der SEOs runter. Zeitschriften berichten darüber und die Welt da draußen liest ein weiteres Mal, welche Zauberer die SEOs doch sind, weil sie die Google Ergebnisse nach Belieben manipulieren können und sich einen Spaß daraus machen. Ob das nützlich ist, mag ich nicht zu beurteilen.

Robert Hartl, netprofit.de

Robert HartlInteressant ist dieser Contest auf jeden Fall. Aber aus meiner Sicht muss man da unterscheiden: Als Teilnehmer sollte man ja möglichst gewinnen (wollen). Das er-fordert in der Regel viel Zeit, je nach Strategie auch Offenlegung von Strukturen, Beziehungen usw. Daher lohnt das für uns nicht. Wieweit die Werbewirkung einer guten Platzierung im Sinne einer Referenz reicht, kann ich nicht beurteilen. Womöglich kann man als Gewinner die Vorgehensweise zumindest auf den kom-menden Konferenzen durchs „Dorf“ treiben, was die Reichweite schon wieder deut-lich erhöht.

Als „passiver“ Teilnehmer ist dieser Wettbewerb aber schon interessant, da offensichtlich ziemlich unterschiedliche Strategien eingesetzt werden. Daher ist deren Analyse im Hinblick auf die sichtbare Wirkung sicherlich die Zeit wert. Fazit für uns als Nicht-Teilnehmer: sinnvolle Sache.

Stephan Czysch, trustagents.de

Stephan CzyschSEO-Contest haben ein bisschen was von einer neuen Formel 1 Saison: Alle bereiten sich auf `zum Teil neue (Google-)Rahmenbedingungen´ vor und nach einer gewissen Zeit ist Schluss. Als Beobachter ist es spannend zu analysieren, mit welcher Taktik die einzelnen Teilnehmer die Konkurrenz abhängen wollen: Keyword-domain oder nicht? Exakt-Match-Domain oder doch Unterseite auf einem besteh-enden Auftritt? Wie wird der Content gestaltet? Und wie steht es um den Linkaufbau? Neben der Zeitpunktbetrachtung am Enddatum wäre es auch spannend zu sehen, wer nach 3, 6 oder 12 Monaten die Nase vorn hat.

Eine interessante Betrachtungsweise des Contests wäre auch der Ressourceneinsatz: Wer hat wie viel Zeit und Geld in den Wettbewerb gesteckt und was hat sich damit realisieren lassen? Teilnehmer: Eure Ein-sätze bitte!

Eric Kubitz, contentmanufaktur.net

Eric KubitzOb SEO-Contests eine sinnvolle Sache sind? Wohl kaum. Aber muss denn alles `sinnvoll´ sein? Es gibt nun mal eine Menge Leute, die ihren Spaß daran haben, in den SERPs um Fullmetalseo, SEOphonist & Co zu kämpfen. Naja, und für einem sehr engen Ausschnitt unserer Arbeit lassen sich daraus vielleicht sogar Ergeb-nisse ableiten. Wobei das schon sehr `eng´ ist. Denn in den Contests geht es um bisher unbekannte Keywords mit einem kurzen Hype und vor allem um einen jeweils recht kurzen Zeitraum. Ist schon lange her, dass wir bei einem Kunden auf solche Keywords gestoßen sind.

Aber wenn es Spaß macht? Warum nicht? Ich selber fülle meine Zeit, wenn nach der Arbeit noch etwas davon übrig ist, gerne mit anderen Dingen als SEO. Aber das ist ja nur mein ganz persönlicher Lebens-wandel…

Uwe Tippmann, acoonia.com

Uwe TippmannEin SEO Wettbewerb ist für alle diejenigen gut, die wissen, wie man die entstehenden Rankings, in der meist surrealen Umgebung, zu interpretieren hat. Die Analyse der Content-Signale und der Offpage Signale ist oft nicht vollständig möglich, da einem die Umgebungsvariablen fehlen. Links von noindex-Seiten, Canonicals die Domainübergreifend gesetzt werden können, um Linkjuice und Relevanz zu transportieren. Href-Lang Spielerein, Redirects, Click-Fraud und Hacking und vieles mehr können bei den meisten Contests angewandt werden und sind für 99% der Betrachter nicht immer nachvollziehbar. Deswegen sollte man bei den Contests immer die Gesamtheit betrachten – zum Beispiel einen Durchschnitt der Top 15 – was haben alle gemeinsam, was nicht? Doch was wenn alle dem gleichen Schema hinterherhecheln und gegenseitig voneinander abschreiben, wer sind die Außreißer und was haben die anderes gemacht? Mit Fragen wie diesen kann man einem SEO Contest einige abgewinnen.

Natürlich ist es auch ein Spaß, um zu sehen, wie man selbst in den Ergebnissen ankommt und welche Power ggf. das eigens initiierte Signal im Haifischbecken der SEOs generiert.

Dominik Wojcik, trustagents.de

Dominik WojcikEin SEO-Contest ist meiner Meinung nach einfach nur Unterhaltung für SEOs und nicht wirklich sinnvoll. Außerhalb der Szene bekommt es ohnehin kaum jemand mit.

Interessant kann höchstens eine Auswertung sein, welche Seite wieso gut rankt.

Das wäre insbesondere dann spannend, wenn die Top-10 offenlegen würden, wie sie gearbeitet haben. Sinnvoll: Nein. Lustig: Ja

 

Oliver Hauser, suchmaschinenoptimierung.at

Oliver HauserSEO Contests sind prinzipiell eine sinnvolle, aber vor allem unterhaltsame Sache. Außer sie treten in Massen auf und die Beteiligung nimmt dadurch deutlich ab. Es stellt sich für mich immer die Frage, was man aus dem jeweiligen Contest lernen kann. Bei kurzweiligen Contests, die nur über wenige Wochen gehen, kann ich jedoch kaum einen Mehrwert erkennen. Man optimiert für solche Zwecke ganz anders, spammigere Methoden sind angesagt, weil es völlig egal ist, was mit der Domain danach passiert. So etwas ist kaum oder gar nicht auf richtige Websites anwendbar. Außerdem bezweifle ich den Lernfaktor, wenn auf neue Kunstwörter optimiert wird. Gerade in diesen Fällen reagiert Google völlig anders beim Zusammenstellen der SERPS, als bei echten Begriffen.

SEO Contests machen für mich also nur Sinn, wenn auf lange Zeit auf umkämpfte Begriffe mit hoher Beteiligung optimiert wird. Aber darunter leidet der Unterhaltungswert. Ich persönlich setze meine Zeit lieber sinnvoller ein!

Nicolas Sacotte, seedking.de

Nicolas SarcotteSEO Contests sind mit Sicherheit eine sinnvolle Sache, wenn man sich vorher im Klaren ist, wie viel Zeit man investieren möchte und welche Insights man bekommen möchte. Wir machen schon seit Interneturzeiten bei diversen SEO Wettbewerben mit und konnten bisher immer die ein oder andere vorab geplante Strategie positiv belegen (obwohl man das im SEO-Bereich nicht immer zu 100% sicher sagen kann). Es sind aber nicht nur die persönlichen Learnings aus dem eigenen Projekt, die so eine Aktion interessant machen. Oft enstehen auch neue Kontakte, da zwischen den Teilnehmer immer auch ein recht reger Kommunikationsaustausch stattfindet.

Das Hauptproblem bei den meisten SEO-Contests ist der zeitlich begrenzte Rahmen. Wie im Falle des SEOphonist Contests beispielsweise, wo die Teilnehmer gerade mal 2 Wochen Zeit haben. Das hat zur Folge, dass viele SEO-Maßnahmen zeitgleich ablaufen (müssen) und man deshalb nie genau sagen kann, welche SEO-Stilmittel (OffPage, Onpage, Social etc.) letztendlich den Ausschlag für gute oder auch schlechte Rankings gegeben haben.

Wir bedankten uns bei den Teilnehmer und hoffen, dass auch bei unserer nächsten Umfrage wieder einige von Euch mitmachen werden…

Eure SEO-united.de Blogger
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Kommentare zu SEO Contests – Sinnvolle Sache oder verschenkte Zeit?:

  1. Kathrin sagt:

    Seien wir doch mal ehrlich, es geht nur um Aufmerksamkeit und um das Gewinnen. Nachhaltigkeit hat bei so etwas eh keinen Platz. Alleinigst die Tatsache, dass man sich schon mit DDOS-Attacken versucht abzuschießen schließt einen „fairen“ Wettbewerb aus.

  2. Michael sagt:

    Ich finde diese SEO-Contest´s eher nicht sinnvoll. Man muss hier auch mal aus Kundensicht denken. Wenn ich Auftraggeber wäre und sehe dann, dass meine SEO-Agentur an solchen „Spielchen“ aktiv teilnimmt, wäre ich schon etwas leicht irritiert. Würde mich dann schon fragen, sag mal…hat die Agentur oder der SEO´ler nichts Besseres zu tun ?

    Klar, kann man als SEO´ler prüfen, inwiefern das Google-Ranking beeinflussbar ist und natürlich wie schnell bestimmte On-und Offpage Maßnahmen greifen. Wenn es ein Contest wäre, was nur unter SEO´ler sichtbar wäre, dann kein Problem. Aber Google ist ja nicht nicht für SEO´ler, sondern Gott und die Welt können die Suchergebnissen sehen.

    Ich weiß auch, Kunde wird nun nicht gerade nach Seophonist suchen, ist schon klar. Aber SEO hat bei einigen Leuten immer noch nicht so einen Stellenwert, den es eigentlich verdient hat. Wir SEO bewegen viel und zeigen, daß PR und mehr Traffic mit einfachen und „günstigen“ Mitteln zu erreichen sind.

    Ich finde SEO-Fachartikel wesentlich interessanter wie zum Beispiel Fallbeispiele via sistrix.de/news oder mal von tagseoblog.de. Die haben einen richtigen Mehrwert und bringen uns voran.

  3. Safferthal sagt:

    Wenn man schon das erste Argument vom ersten Typ liest, dann möchte man am liebsten Amok laufen:

    „a), dass man irgendwie zu viel Zeit hat“

    Ich hoffe, dass ich diesen Typen nie außerhalb seiner Wohnung sehe, weil ich könnte dann denken, dass er kein vollwertiges Mitglied der „Arbeit macht frei“-von-Freizeit-Gesellschaft der BRD ist.

    Man muss die Teilnahme an solchen Wettbewerben als Freizeit ansehen. Aber vermutlich hat er keinen Nachmittag frei, an dem er ein paar Fotos, Text und evtl. ein Video machen kann. Vieles was man im Leben macht ist nicht nachhaltig. Es wäre sehr traurig, wenn es nicht so wäre.

    Den Ruf der SEOs ziehen ganz andere Dinge runter. Nämlich die billigen Linkspammer und SEOs, die mit Halbwissen glänzen.

    • Kathrin sagt:

      Auch wenn ich Dir in ein paar Punkten recht gebe bzw. Ihre Kritik verstehe, hat der „Typ“ immer noch einen Namen.

      Es gab mal eine Zeit, da hat man sich an die Netiquette gehalten und ist respektvoll miteinander umgegangen, auch wenn man nicht einer Meinung war.

      • Safferthal sagt:

        Die wirkliche Netiquette gab es zu Zeiten als man mit seinem illegalen U.S. Robotics HST 14.4 im Fidonet und Co. mit Minutentarif unterwegs war. Das Internet hat doch Jahr für Jahr immer mehr den Mob angezogen. Wenn die Bezeichnung Typ für dich respektlos ist, dann kannst du dich ja bei Claudia Roth ausheulen. Die setzt dann bestimmt gleich ihr Betroffenheitsgesicht auf.

      • Kathrin sagt:

        Da ich nicht direkt unter Deinem Kommentar antworten kann, mach ich es am besten hier.

        Also „Typ“ als Wort empfinde ich nicht respektlos, aber die abwertende Bezeichnung eines Kommentars als Zitat „Argument vom ersten Typ liest“ oder“dass ich diesen Typen nie außerhalb seiner Wohnung sehe“ schon. Ich möchte nicht wissen wie Du reagierst, wenn man Deine Meinung nicht respektieren würde und dich dahingehend nur abwertend behandelt. Man muss ja nicht einer Meinung sein 😉

        Was ich nicht ganz verstehe ist, was damit Claudia Roth zu tun hat? Aber anscheinend ist diese Person für dich besonders wichtig.

        Kurz und knapp: „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“

        Viele Grüße

  4. Ulli Website sagt:

    Interessant finde ich es schon. Dass sich aber alle Erkenntnisse aus so einem Contest in die Praxis übertragen lassen, glaube ich nicht. „Natürliche“ Backlinks sind bei einem Wettbewerb ja schon von Vornherein ein Ding der Unmöglichkeit. Trotzdem nicht uninteressant und vielleicht für die ein oder andere Anregung gut.

  5. Karl Kratz sagt:

    IMHO ist so ein SEO-Contest sinnvoll, wenn man sich nicht für das operative SEO interessiert, sondern für die Strategien einzelner oder mehrerer Teilnehmer. Auch sinnvoll wenn man eben die Zeit dafür hat (weil man nicht von proppenvollen Auftragsbücher erdrückt wird, sondern seine Umsätze anders gene-riert).
    Nicht sinnvoll für: Alles, was dann noch bleibt. 😉

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