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Sichtbarkeitsindex – Darauf bauen oder drauf pfeifen?

SEO  |   |  , 11:06 Uhr  |  18 Kommentare

Um Euch ein schnelles Meinungsbild über aktuelle Entwicklungen im Bereich Suchmaschinenoptimierung geben zu können, möchten wir von SEO-united.de zukünftig regelmäßig Experten aus der Branche um ein kurzes Statement zu gerade heiß diskutierten Themen bitten. Die heutige Frage, welche wir ausgewählten Experten im Zuge einer Blitzumfrage gestellt haben, lautet `Sichtbarkeitsindex – Darauf bauen oder drauf pfeifen?´ Hier einige Statements dazu:

Hanns Kronenberg, sistrix.de

Hanns KronenbergSichtbarkeitsindizes sind für mich ein unverzichtbares SEO-Werkzeug. Warum sich das Ranking für ein einzelnes Keyword verändert hat, ist oftmals nicht mit ausreichender Sicherheit zu beurteilen. Analysiert man jedoch die Entwicklung des Sichtbarkeitsindex der gesamten Domain oder eines Teils der Website (z.B. ein bestimmtes Verzeichnis, eine einzelne URL, eine Subdomain), liegen wesentlich mehr Daten und Anhaltspunkte vor, um verlässliche Rückschlüsse über die mög-lichen Ursachen zu ziehen. Auf diese wichtigen Signale würde ich auf keinen Fall verzichten wollen.

Wenn man Entscheidungen auf Grundlage eines Sichtbarkeitsindex trifft, sollte man sich allerdings auch über die Grundlagen und Methodik informiert haben, um die Aussagekraft beurteilen zu können. Wir haben dazu bekanntlich ein kostenloses E-Book veröffentlicht. Darin wird z.B. erklärt, warum man die Sichtbarkeitsindizes verschiedener Tools nicht miteinander vergleichen kann, warum sich die Sichtbarkeit anders als der Traffic entwickeln kann, in welchen Fällen ein Sichtbarkeitsindex keine geeignete Kennzahl ist und wann man mit eigenen Keywordsets arbeiten sollte. Ich glaube, wer das Buch gelesen hat, wird sich die Frage `Sichtbarkeitsindizes – Darauf bauen oder drauf pfeifen?´ nicht mehr stellen.

Astrid Jacobi, staats-consult.de

Astrid JacobiWie jeder andere KPI macht auch der Sichtbarkeitsindex in manchen Fällen Sinn, in anderen weniger. Generell liefern keywordcluster-unabhängige, vom Tool vordefinierte Sichtbarkeitsindizes einen netten Benchmark zum allgemeinen Online-Markt und der Reichweite und zeigen historisch Veränderungen, die bei Auffälligkeiten gezielt untersucht werden können. Beim klassischen Reporting arbeite ich mit Indizes mehrerer Tools, ohne zugrundeliegendes Keywordset und mit Keywordset-beschränkung. Dadurch lässt sich schnell erfassen, was dann detaillierter betrachtet werden muss.

Unsinnig ist es, die Arbeit von SEOs oder Beratern allein anhand des Sichtbarkeitsindexes zu beurteilen. Hier spielen so viele Faktoren eine Rolle (googleseitige Veränderungen, Umsetzungsgeschwindigkeit, Priorisierung im Unternehmen, Werbedruck etc.), dass der Sichtbarkeitsindex allein nicht genügend Aussagekraft hat.

Es ist einfach wichtig zu verstehen, wie die gelieferten Kennzahlen entstehen und welche Aussagekraft sie haben (oder eben nicht). Ansonsten ist das Verwenden von Kennzahlen ohne ausreichende Betrachtung der Entstehungsfaktoren und Grenzen nur ein weiteres Kreuzchen im Bullshitbingo 😉

Björn Instinsky, anderes-marketing.de

Björn InstinskyMan kann aus meiner Sicht die Sichtbarkeitsindizes weder pauschal verteufeln noch über den grünen Klee loben. Es hängt schlichtweg vom Projekt ab, wie nützlich die Informationen sind, die man über einen Sichtbarkeitsindex erhält. Wenn ich ein Projekt habe, dessen Keywords zum Großteil im Index enthalten sind, anhand derer die Sichtbarkeit gemessen wird, ist die Aussagekraft natürlich deutlich höher, als bei einem Projekt, indem sich nur ganz wenige Keywords im Index wiederfinden. Für den Fall, dass sich viele Keywords eines Projekts nicht im Sichtbarkeitsindex wiederfinden, bieten einige Toolanbieter die Möglichkeit an, die Sichtbarkeit anhand eines selbst definierten Keyword-Sets zu bemessen, so kann ich zwar keinen direkten Benchmark zum Mitbewerb machen, aber ich kann die Entwicklung des Sets für mein Projekt sehr gut bemessen. Solche Indizes nutze ich persönlich sehr gern für kleine Projekte.

Zudem ist es einfach so, dass es neben dem Sichtbarkeitsindex eine Vielzahl von weiteren wichtigen KPIs gibt, die es bei der Erfolgsmessung eines SEO-Projektes zu berücksichtigen gilt: so zum Beispiel die Anzahl der Conversions bzw. Zielerreichungen auf der Website über den Kanal SEO. Der Sichtbarkeit-sindex liefert hier nur ein kleiner Teil von Daten, die es zu bewerten gilt.

Nicolas Sacotte, activetraffic.de

Nicolas SarcotteDie Antwort ist ganz klar: weder noch! Sichtbarkeitsindizes sind ein wertvolles Hilfsmittel, wenn man weiß, wie sich der Wert zusammensetzt und wie er interpretiert werden sollte. Der Sichtbarkeitswert zeigt wie der Name schon sagt `die Sichtbarkeit´, aus der sich aber keinerlei Detail-Rückschlüsse auf Traffic oder Umsätze ziehen lassen. Mit dem falschen Keywordset kann eine steigende Sicht-barkeit rein theoretisch sogar Umsatzrückgang bedeuten. Es ist (und war schon immer) ein Wert, der eine grobe Übersicht bzw. einen Trend geben kann.

Problematisch wird es dann, wenn der Sichtbarkeitswert zur Erfolgsmessung herangezogen wird, ohne andere KPIs dabei zu berücksichtigen. Man muss eher auf Größen wie Umsatz, Traffic, Aufenthaltsdauer, Conversionrate achten und den Sichtbarkeitsindex nebenbei im Auge behalten.

Frank Doerr, spinpool.de

Frank DoerrIch habe dazu bereits etwas vor zwei Jahren geschrieben, wenn auch mit sachlicherer Aufmachung. Für mich hat sich seitdem nichts wesentliches an meiner damaligen Einschätzung geändert.

Ich zitiere aus dem Fazit: `Jedes Werkzeug ist nur so gut wie der SEO, der es nutzt. Jeder Wert taugt nur so viel, wie das eigene Verständnis reicht. Der Sichtbar-keitsindex ist eine wirklich spannende Kennzahl. Aber man muss genau wissen, was damit geht und was nicht.´

Nicole Mank, she-seo.net

Nicole MankIch mag den Sichtbarkeitsindex. Er gibt mir eine kurze Übersicht über die Ent-wicklung des Kunden, was gerade in einem Konkurrenzvergleich sehr bequem ist. Penalties und technische Probleme können so schneller aufgedeckt werden und man erhält einen Überblick über die grobe Entwicklung der Seite hinsichtlich SEO. Natürlich ist kein Tool 100% und gesunder Menschenverstand gefragt.

Da diese Umfrage auf den Artikel von Julian (Seokratie) anspielt, möchte ich auch kurz noch das Thema Linkquellenrecherche ansprechen: Der Sichtbarkeitsindex ist hier einer von vielen Dingen die man sich anschauen sollte. Daneben sind auch Domainpop und PR interessant, aber natürlich hauptsächlich das Thema der Seite: Finde ich hier ein Publikum für meinen Link? Damit hat Julian absolut recht!

Im 0815 Linkbuilding spielt das teilweise eine untergeordente Rolle, da die meisten Seiten eh keine dauerhafte Leserschaft haben. Allerdings sind z.B. Facebookfans bei den KPIs für ein Bloggeroutreach fester Bestandteil unserer (SEOSEO GmbH) Analyse! Auch beim Forenlinkbuilding liegt der Fokus weniger auf klassischen SEO-KPIs sondern auf dem Thema und der aktiven Nutzerschaft des Blogs. Ein gesunder Mix ist daher nicht verkehrt, auf den Sichtbarkeitsindex verzichten möchte ich keinesfalls!

Stephan Czysch, trustagents.de

Stephan CzyschDa der Sichtbarkeitsindex `managementkompatibel´ ist, wird dessen Bedeutung nicht sinken. Zwar macht eine hohe Sichtbarkeit in SEO-Tools noch lange kein erfolgreiches (Web-)Unternehmen, doch als Indikator für den Erfolg der eigenen Arbeit ist und bleibt der Sichtbarkeitsindex wichtig. Eine Optimierung auf Sichtbarkeit sollte aber dennoch nicht das Ziel sein! Viel wichtiger ist, was am Ende des Tages in Form von Umsatz in der Kasse landet – und dieser kommt meistens nicht über die Begriffe, die den Sichtbarkeitsindex in luftige Höhen treiben. Lieber ranke ich für Begriffe, die mir zuverlässig Konversions bringen und nicht im Sichtbarkeitsindex erfasst sind, als für die Begriffe, bei denen es genau andersherum ist.

Speziell bei der Bewertung von Domains für die Linkakquise sollte die Sichtbarkeit nicht überbewertet werden. Hier zählt die Relevanz und nicht eine Zahl, die sich von einer Woche auf die andere ändern kann. Wenn ich auf einer Website meine Zielgruppe erreichen kann und die Inhalte der Domain einen Mehrwert bieten, möchte ich dort drauf. Ob die Website ihre Besucher über Social, Newslettermarketing, SEA oder SEO bekommt ist dabei nicht entscheidend: Wichtig ist, dass über die Verlinkungen Besucher auf mich aufmerksam werden. Von daher darf der Link zur Not auch `nofollow´ sein.

Eric Kubitz, contentmanufaktur.net

Eric KubitzEs wäre sehr hilfreich, wenn bei dieser Diskussion nicht nur in schwarz und weiß gemalt würde: Natürlich drücken die Sichtbarkeits-Indices weder den Traffic noch den eigentlichen Markt eines Webseite aus. Aber sie sind auch nicht nutzlos.

Sie zeigen nämlich anschaulich, wie sich eine Domain in der Sichtbarkeit bei Google entwickelt. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Wer darauf pfeift, gibt ein starkes Tool aus der Hand. Aber wer sich darauf verlässt, dass sie den `wahren´ Wert einer Domain zeigen, irrt natürlich auch unentschuldbar.

Für eine erste Bewertung einer Seite sind die Zahlen jedenfalls sehr hilfreich. Ein professioneller SEO wird aber zusätzlich in seinem Tool der Wahl das für ihn passendes Keyword-Set anlegen mit diesem viel genauer analysieren, als mit dem allgemeinen Keyword-Pool der Anbeiter. Aber, mal ehrlich: Haben wir das in der SEOsphäre nicht schon oft genug disktuiert?

Wir bedankten uns bei den Teilnehmer und hoffen, dass auch bei unserer nächsten Umfrage wieder einige von Euch mitmachen werden…

Eure SEO-united.de Blogger
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Kommentare zu Sichtbarkeitsindex – Darauf bauen oder drauf pfeifen?:

  1. Autoankauf Aachen Website sagt:

    Mit solchen Aussagen kommt man nicht weiter. Der Sichtbarkeitsindex ist für viele Analysen sehr wichtig, aber man kann damit auch viele große Fehler machen, gerade im Reporting gegenüber Kunden oder bei den Anforderungen für Links. That’s it.

  2. Kassem Website sagt:

    Ein interessantes Thema, bei dem es viele unterschiedliche Meinungen gibt. Ich halte den Sicherheitsindex durchaus für wichtig, sollte aber nicht das einzige Werkzeug bei der SEO sein.

  3. […] Gretus hat dann einige Experten nach ihrer Einschätzung befragt. Was mir in der ganzen Diskussion irgendwie fehlt, sind konkrete Beispiele […]

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