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Was sind gekaufte Links?

SEO  |   |  , 17:55 Uhr  |  14 Kommentare

Um der Ergebnisse Herr zu werden, scheint dem Suchmaschinenbetreiber Google derzeit nichts anderes übrig zu bleiben, als einen Frontalangriff gegen den Linkhandel zu starten. Nachdem kürzlich die Webseite jcpenney.com wegen des offensichtliches Kaufes von Links abgestraft wurde, wurde kürzlich nun auch die Seite forbes.com bestraft; wegen des Verkaufes von Links…

Im Zuge der Diskussion um die Manipulation der Ergebnisse bekannter Suchmaschinen durch das Kaufen bzw. Verkaufen von Links, stellt sich für Webseitenbetreiber die Frage, was ein gekaufter Link ist bzw. welche Links von Suchmaschinen wahrscheinlich als solche angesehen werden? In den Richtlinien für Webmaster schreibt Google:

Der Ankauf oder Verkauf von Links, die PageRanks weitergeben, ist ein Verstoß gegen die Richtlinien für Webmaster von Google, der sich negativ auf das Ranking einer Website in den Suchergebnissen auswirken kann […] Zu Werbezwecken gekaufte Links sollten als solche ausgewiesen werden. Hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel das Hinzufügen des Attributs rel=“nofollow“ zum < a >-Tag oder das Weiterleiten der Links zu einer Zwischenseite, die über die robots.txt-Datei für Suchmaschinen gesperrt ist.

Wie mit gekauften bzw. verkauften Links zu verfahren ist, ist demnach klar. Unklar ist weiterhin, was im Zuge eines auf den allgemeinen Austausch aufbauenden Internets mit Ankauf bzw. Verkauf genau gemeint ist? Ist es Linkkauf, wenn ich auf meinem Weblog ein iPad verlose und weiß, dass viele meine Seite verlinken werden? Verkaufe ich Links, wenn ich einem Freund einen Gefallen tun möchte und meinen Lesern seine Webseite empfehle?

Ein mathematischer Algorithmus kann diese Fragen nicht beantworten. Bevor ich selbst versuche, hierauf eine Antwort zu finden, möchte ich kurz auflisten, anhand welcher Merkmale wahrscheinlich Suchmaschinen gekaufte bzw. verkaufte Links ausfindig machen:

  • Links auf Partner- bzw. Tauschseiten
  • Freistehende (z.B. im Footer) stehende Links
  • Nachträglich (z.B. in einen Blogpost) gesetzte Links
  • Offensichtlich getauschte bzw. reziproke Links
  • Links zu/von thematisch fremden Webseiten
  • Teilnahme an Linktausch bzw. Linkhandelsplattformen
  • Überdurchschnittliche Verlinkung von Keywords
  • Überdurchschnittliche Verlinkung bestimmter Zielseiten
  • Auffällig viele Links auf Seiten mit hohem PageRank

Das Vermeiden dieser möglicherweise damit für Suchmaschinen als gekaufte bzw. verkaufte Links eingestufter Merkmale ist die eine Sache, was aber bedeutet Linkkauf bzw. -verkauf aus der Sicht eines normalen Webseitenbetreibers?

Im Zuge immer neuer Marketingmaßnahmen (Verlosungen, Wettbewerbe usw.) bzw. unzähliger Möglichkeiten der Vergütung (Äpfel, Birnen usw.), macht es meiner Meinung nach wenig Sinn, einen gehandelten Link an einer wie auch immer gearteten Vergütung festzumachen. Das kostenpflichtige Erstellen eines viralen Videos, aufgrund dessen meine Webseite unzählige Male verlinkt wird, wäre demnach womöglich nämlich Linkkauf!?

Um nicht gegen die Richtlinien bekannter Suchmaschinen zu verstoßen, ist beim Umgang mit Links meiner Meinung nach nur eine Frage ausschlaggebend: Wie hoch ist mein direkter Einfluss auf das Setzen des jeweiligen Links? Anders ausgedrückt, könnte man einen gekauften Link auch wie folgt definieren:

Ein offensichtlich gekaufter/verkaufter Link ist ein Link, bei welchem ich den Zeitpunkt des Setzens, den verlinkten Text sowie die verlinkte Seite bzw. die verlinkenden Quelle selbst bestimmen kann.

Der Umfang der Einflussnahme auf das Setzen eines Links ist das für Webseitenbetreiber entscheidende Kriterium in Bezug auf den Handel mit Links! Wer bei einer Verlosung angibt, die Teilnehmer mögen doch bitte Seite xy erwähnen, wessen Freund sagt, er möge seine Seite doch bitte mit dem Text xyz verlinken oder wer seinen Partner bittet, ihn zu dem und dem Zeitpunkt auf Seite so und so zu verlinken, der handelt mit Links und muss damit rechnen, hierfür von Suchmaschinen bestraft zu werden…

Gretus

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Kommentare zu Was sind gekaufte Links?:

  1. Markus says:

    „Wer bei einer Verlosung angibt, die Teilnehmer mögen doch bitte Seite xy erwähnen muss damit rechnen, hierfür von Suchmaschinen bestraft zu werden.“ wird wohl kaum algorithmisch funktionieren. Und dass Google ab sofort jeden via Spamreport gemeldeten Einzelfall im Detail prüft und den „Übeltäter“ ggf. manuell abstraft, darf bezweifelt werden. Google REagiert m.E. punktuell, wenn massiv negative Publicity in Richtung „Rankings sind manipulierbar“ droht – aber auch erst dann.

  2. Bata says:

    Die Sache ist nur die, demnach müssten bald alle die Seiten ganz oben stehen, die gar keine Links tauschen. Tun sie aber nicht. Und das meist auch nicht ohne Grund. Die guten Seiten kümmern sich eben auch um ihren Linkaufbau.

    Ich finde Google sollte das ganz lassen, Detektiv zu spielen. Und einfach insgesamt dem Rankingfaktor Links etwas abschwächen. Dieses Chaos führt jedenfalls nicht zu besseren Suchergebnissen. Interessant ist jedoch, dass die Anstrengung von Goolge darauf schließen lässt, dass Google bisher keine sehr gute Alternative für den Algorithmus gefunden hat. Sonst würden sie die SEOs ins Leere laufen lassen und keine Abwehrbollwerke gegen Linkkauf auffahren.

  3. Viktor says:

    Was ist eigentlich mit bspw. bit.ly Links – ist das dann eigentlich eine Zwischeninstanz genug?

  4. Sebastian says:

    Gekaufte Links sind GEKAUFTE Links. Wieso sollen GETAUSCHTE Links, Links von themenfremden Websites, Partnerlinks, nachträglich in Blogposts gesetzte Links oder ähnliche Beispiele aus der o.g. Liste ein Indiz für Google hinsichtlich des gegen die Richtlinien verstoßenden Linkkaufs sein?

    Sicher stellen die o.g. Beispiele durchaus häufig auftretende Merkmale dar, die beim Link(ver)kauf auftreten können, für sich genommen stellen diese aber keinesfalls ZWINGENDE Merkmale gekaufter Links dar. Es gibt z.B. sehr viele Blogs, die unten die Box integriert haben: „Um diesen Beitrag zu verlinken einfach folgenden Code kopieren…“, das ist dann aber noch lange kein Linkkauf…

    Man kann natürlich auch ewig diskutieren, aber allen Beteiligten ist doch selbstverständlich klar, um welche Arten des Linkkaufs es geht, die Google derzeit angreift: Links, die so dermaßen offensichtlich erworben sind, dass es nur logisch ist, dass Wettbewerber mittlerweile die Faxen dicke haben, so daß es nun halt mit der Denunziererei via Paid-Links Report losgeht. War doch nur eine Frage der Zeit, oder etwa nicht?

    Ich denke man sollte klarstellen, dass es einen Unterschied zwischen der schon immer existierenden kleinteiligen MANIPULATION der Backlinkstruktur zahlloser Websites und dem exzessiven ERWERB von Links auf starken URLs gibt, die ihr buntes Spielchen schon seit einer Weile recht offensiv und öffentlich einsehbar betreiben…

    @Viktor: Damit ist gemeint, dass man den Link zu einer URL setzt, die nicht indexiert/ gecrawled werden darf – anschließend wird der Nutzer von dieser URL z.B. per 302 Redirect (o.ä.) zur eigentlichen Zielseite weitergeleitet.

    Gruß,
    Sebastian

    • Gretus says:

      Hallo Sebastian,

      Google und Co. geht es nicht um nur `gekaufte´ Links, sondern mittlerweile um irgendwie `gehandelte´ Links. So ganz einfach wie Du es darstellst, ist das Thema meiner Meinung nach nicht. Die Behauptung, allen wäre klar um welche Links es beim Thema Linkhandel geht, stimmt glaube ich nicht so ganz…

      Grüße

      Gretus

  5. Viktor says:

    Könnte mir das einer näher erklären: „oder das Weiterleiten der Links zu einer Zwischenseite, die über die robots.txt-Datei für Suchmaschinen gesperrt ist.“ ?

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