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Wie Google Usability-Probleme erkennt

SEO  |   |  , 11:56 Uhr  |  9 Kommentare

Die entstandene Diskussion nach meinem letzten Posting hat es noch einmal gezeigt. Wer aus der Sicht von Google ein Usability-Problem hat, der wird es zukünftig schwer haben, die entsprechende Webseite nachhaltig in den SERPs zu positionieren…

In diesem Posting möchte ich zeigen, wie die Suchmaschine Google Probleme mit der Usability ermitteln könnte. Grundsätzlich gibt es hier keine Grenzen, weshalb in der nächsten Zeit sicher immer wieder Mythen und Halbwahrheiten um die Erkennung von Usabilityproblemen durch Google aufkommen werden. Alleine schon aus diesem Grund möchte ich Euch drei  Tipps mit auf den Weg geben, die bei der Einschätzung entsprechender Aussagen helfen können:

1.) Der Algorithmus zur Bewertung von Webseiten wird zunehmend differenzierter, es gibt keine Entweder-oder-Betrachtung von Rankingsignalen mehr. Dieses bedeutet auch, dass noch so klare Gegenbeispiele kein Killer eines möglichen Faktors mehr sind. Nur weil Website A trotz eines bestimmten Faktors noch gut rankt, muss dieses bei Website B schon längst nicht mehr der Fall sein. Vielleicht gibt es einfach keine bessere Alternative oder ein anderer Rankingfaktor sticht.

2.) Viele die Usability betreffende Faktoren sind dem eigentlichen Algorithmus nachgelagert. Dieses hat zur Folge, dass Webseiten mit schlechter Usability zumindest in Teilbereichen zwar anfänglich noch gut ranken, später aber dann aufgrund der schlechten Usability im Ranking abfallen. Letzteres geschieht oft langsam und kontinuierlich. Hier nun kommt die Chance von auf den hinteren Positionen gelisteten Webseiten, die Stück für Stück nach oben klettern und sich gegen die jeweils vor ihnen liegende Webseite, wie man umgangssprachlich so schön sagt, behaupten können. So vermischen sich im Laufe der Zeit die klassischen Rankingfaktoren mit den nachgelagerten Usabilityfaktoren bzw. hebeln sich sogar teilweise gegeneinander aus.

3.) Faktoren der Usability sind sehr oft nicht eindeutig messbar. Als Beispiel sei die Absprungrate genannt, die zwar jedem Webmaster klar vorliegt, Google aber weitestgehend unbekannt ist. Für Google gibt es nun zwei Möglichkeiten. Zum einen das Heranziehen eines Vergleichswertes, welcher sich gut messen und nutzen lässt. In Bezug auf die Absprungrate könnten dieses z.B. die Rückläufer in die SERPs sein. Die zweite Herangehensweise ist eine Schätzung des Wertes aufgrund eines heuristischen Verfahrens. Zum Vergleich reichen derartige Werte oft völlig aus, womit mittlerweile Rankingfaktoren beachtet werden dürften, von denen viele behaupten, dass deren Ermittlung noch gar nicht möglich sei. Ein Beispiel hierfür ist die Klickrate von Links innerhalb eines Webdokuments.

Genannte drei Tipps sind zwar kein in Stein gehauenes Wissen, sie können jedoch dabei helfen, Aussagen in Bezug auf die Usability-Bewertung durch Suchmaschinen besser einschätzen und sich somit eine eigene Meinung darüber bilden zu können.

Im Folgenden möchte ich nun Signale aufzählen, die meiner Meinung nach auf Usability-Schwächen der eigenen Webseite aufmerksam machen können und die Google durchaus, wenn auch nur im Vergleich zum unmittelbaren Wettbewerb, als entsprechenden Faktor zur Bewertung der Usability heranziehen könnte.

1.) Hohe Abspungrate: Wer die gewünschte Information nicht auf den ersten Blick findet, wird einfach das nächstbeste Ergebnis in den SERPs klicken, oftmals innerhalb nur weniger Sekunden.

2.) Keine Fanbase: Wenig Freunde in den angesagten sozialen Netzwerken oder entsprechend wenig Follower auf Twitter können für ein vergleichbar unbeliebtes  Projekt sprechen.

3.) Leere Kommunikationskanäle: Sofern die Seite über Kanäle wie ein Blog oder ein Forum zur öffentlichen Diskussion verfügt, sollten diese von den Besuchern auch mit Leben gefüllt werden.

4.) Wenig Zugriffe über den Brand: Die Zugriffe über den eigenen Domainnamen (Domainbrand) sollten immer in einem guten Verhältnis zu den Gesamtzugriffen über Suchmaschinen stehen, nicht etwa zu gering sein oder im Verlauf der Zeitachse sogar abnehmen.

5.) Keine Klicks auf Backlinks: Gute Backlinks auf die eigene Seite werden auch geklickt. Wer nur sehr wenige Zugriffe über die externen Backlinks hat, verfügt also über kein solides Grundgerüst.

6) Keine Erwähnung auf Verlagswebseiten: Auch wenn Verleger leider eher sparsam mit Backlinks umgehen, so gibt es doch hin und wieder Erwähnungen des entsprechenden Brands. Wer keine Erwähnungen dieser Art hat, spielt informationstechnisch nicht in der Topliga.

7.) Brand auf Google Suggest: Der eigene Brand sollte möglichst früh bei einer entsprechenden Eingabe auf Google Suggest erscheinen. Erscheint der Brand gar nicht oder erst sehr spät, interessiert sich kaum ein User für die entsprechende Internetseite.

8.) Verlinkung im Web 2.0: Je mehr das eigene Projekt im Web 2.0 diskutiert wird, desto besser ist es. Über was keiner redet, interessiert auch niemanden.

9.) Schlechtes Design: Viele Internetseiten sind in den letzen Jahren extrem schick geworden und verfügen oft auch über sehr gut antizipierbare Funktionen. Nur eine liebevoll gestaltete Internetseite mit nützlichen Funktionen animiert den Besucher zu einer langen Verweildauer bzw. einem erneuten Besuch der Seite.

10.) Schlechte CTR: Was auf den ersten Blick schon uninteressant erscheint, animiert den Besucher nicht auch noch dazu, weiter in die Seite einzusteigen.

11.) Kein Eintrag im Webkatalog von Chuck Norris ;-)

Insbesondere der letzte Punkt soll verdeutlichen, dass eine gute Usability zwar immer wichtiger wird, bislang aber noch kein Weg an guten und vielen Backlinks vorbeiführt. Seine Seite auch im Sinne des Besuchers zu gestalten und ein bestmögliches Gesamtpacket zu bieten, darf keinesfalls nach sich ziehen, klassische Faktoren der Optimierung für Google zu vernachlässigen…

Constantin

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Kommentare zu Wie Google Usability-Probleme erkennt:

  1. 70 Prozent der Unternehmen betreiben SEO - SEO-united.de Blog says:

    […] eingesetzte Maßnahme. Das größte Verbesserungspotential wird in den Bereichen Usability (29,5%), Social Media Monitoring (27,2%) und Mobile Marketing (24,1%) […]

  2. Besser suchen, besser gefunden werden | usabilityblog.de says:

    […] Wie Google Usability-Probleme erkennt […]

  3. Toni says:

    Wer die gewünschte Information nicht auf den ersten Blick findet, wird einfach das nächstbeste Ergebnis in den SERPs klicken, oftmals innerhalb nur weniger Sekunden.

    Da wäre ich mir nicht so sicher. Wenn ich nach etwas Suche, klicke ALLE halbwegs passenden Ergebnisse auf der ersten Seite der SERP mit der mittleren Maustaste an. Das heißt also, auch wenn die erste Seite bereits die passende ist, habe ich noch einige weitere Seiten geöffnet. Und zwar kurz nacheinander. Kann mir vorstellen, dass nicht nur ich mit dieser Methodik suche.

  4. webSimon says:

    Der Witz ist ja eigentlich, dass man sich um des Besuchers Willen sowieso um Usability kümmern sollte. Eine gute Website besticht ja automatisch mit ihrem überlegenen Abschneiden bei den „anderen Faktoren der Optimierung für Google“, sprich: Backlinks, Backlinks, Backlinks.

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