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US Justizausschuss fordert unvoreingenommene Suchergebnisse

Google  |  Uwe Tippmann  |  , 17:57 Uhr  |  2 Kommentare

Sundar Pichai, CEO von Google, musste sich heute vor dem Justizausschuss in den USA den Fragen des Komitees stellen. Die Befragung wurde live via Youtube auf dem TechCrunch Channel übertragen. Die Fragen gingen in Richtung Datensicherheit, Daten- und Machtmissbrauch, China, Russland und voreingenommene Suchergebnisse. Der letzte Punkt hat mehrere Teilnehmer des Ausschusses beschäftigt, man zitierte aus verschiedenen Studien und eigene Erfahrungen, die immer zum Schluss kamen, dass die Suchergebnisse ein Ereignis zu wenig von beiden Seiten wiederspiegelte. Konservative Meinungen wurden dabei nicht gleichwertig dargestellt, sondern verschwanden in der Fülle der Suchergebnisse.

Sundar Pichai antwortet auf fast alle Fragen ziemlich ähnlich – der Algorithmus, der Algorithmus, der Algorithmus, machen wir seit 20 Jahren, wir haben viel daraus gelernt, wir arbeiten hart daran, um das besser zu machen, kein Absichten in China, nur das Beste für den Nutzer… and so on.

Am Ende war der Ausschuss u.a. unzufrieden mit diesem Algorithmus und dem daraus resultierenden Ranking der Suchergebnisse.

Dabei ist es doch aus meiner Sicht einfach: Wir alle wissen welche Kriterien die wichtigsten Rankingkriterien bei Google sind. Das ist kein echtes Geheimnis und wird auf jeder Konferenz bis zum Abwinken den Teilnehmern vermittelt: Content, Links, User Signals und Awesomeness.

Wer linkt denn heute redaktionell? Redaktionen und Webmaster. Sind diese Menschen wirklich der politische Durchschnitt der Bevölkerung, insbesondere der U.S. Bevölkerung – sind es nicht mehrheitlich die Kreativen, Journalisten und Akademiker, welche sich in diesem Spielfeld betätigen?

Könnte man vielleicht ganz einfach sagen: Wenn man Links und den daraus resultierenden Host-Trust als entscheidendes Rankingkriterium in einem Algorithmus nutzt, sind unvoreingenommene, neutrale, objektive Suchergebnisse für politische Suchanfragen nicht möglich, weil dieses Signal nicht den politischen Durchschnitt der Bevölkerung darstellt.

Muss eh eine lustige Veranstaltung gewesen sein, dem Publikum nach zu urteilen:

google monopoly man

Screenshot Youtube Live Stream – Congress Hearing 11.12.18 – „Monopoly man“ – mischt sich unter das Publikum, wie auch schon bei anderen Hearings

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Kommentare zu US Justizausschuss fordert unvoreingenommene Suchergebnisse:

  1. Gerald Steffens says:

    Schön beschrieben wie sich nicht nur die Verlinkungen im Web, sondern daraus folgend auch die Rankings in Google verbogen haben. So betrachtet ist der Google Algorithmus voll politisch inkorrekt ;-)

    Ganz am Ende fehlt im Text das Wörtchen „nach“ in der Passage „dem Publikum zu urteilen“.

    • Uwe Tippmann says:

      Hey Gerald, mich wundert, dass bei dem offensichtlichen Rankingfaktor „Link“ öffentlich nicht stärker darauf eingegangen wird, dass dieser sich für politisch neutrale Ergebnisse nicht wirklich eignet. Danke für den „nach“ Hinweis – ist korrigiert.

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