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Sprachsuche – ein neues Level dank Amazon Echo und Google Home

Internet  |  Uwe Tippmann  |  , 21:02 Uhr  |  19 Kommentare

Dass die Suche per Sprache derzeit einem ungebrochenen Trend folgt, wissen wir seit Siri und „OK Google“. Ob Smartphone oder Smartwatch, ob im Auto oder unterwegs mit dem Fahrrad, überall wo wir „hands free“ Hilfe benötigen kommt der sprachgesteuerte Assistent zum Einsatz. Der größte Profiteur der Sprachsuche waren bislang geräteinterne Services wie Organisations- und Navigationstools, Musikdienste sowie vorwiegend Suchanfragen mit lokaler Intention und lokalen Bedürfnissen. Für Unternehmen mit Laufkundschaft ein unerlässliches Feld der digitalen Optimierung.

Spannend wird es für unseren SEO Bereich nun mit der Eroberung des heimischen Wohnzimmers und dem damit verbundenen Zuwachs an Sprachsuchen im Bereich der reinen Informationsanfragen. Durch die steigende Nachfrage nach Smart Homes und Smart Shopping Lösungen aber auch durch Produkt-Trends wie die Philips Hue Serie getrieben, wird das Bedürfnis einer vereinfachten Steuerung geweckt – der Sprachsteuerung. Hierbei trifft Amazon mit seiner Echo-Box und auch Google mit Google Home mitten ins Schwarze. Smart wird das geliebte Zuhause erst, wenn der Eindruck entsteht, dass die Umgebung die persönlichen Vorlieben kennt und im richtigen Moment auf den richtigen Input reagiert. Ob Sprache, Gewohnheit, logische Abläufe – ein guter Assistent denkt immer einen Schritt im Voraus und hat auf alle Fragen einen passende Antwort.

Seit einigen Wochen teste ich Echo im Familienalltag und bin überrascht wie gut sich dieses Gerät integrieren kann. Gleiches hatte ich auch mit Google Glass und meiner Moto 360 durchgeführt. Doch im Vergleich dazu schaffte Echo den Sprung von dem Gadget-Status hin zum Nutzbringer. Durch die permanente Präsenz eines immer aufmerksam zuhörenden Assistenten macht diesen Service erst so richtig Sinn und blendet man die Sache mit dem Datenschutz mal aus, dann spart der Einsatz Zeit und Nerven. Ein Zugewinn. Was mich jedoch vom ersten Tag an bei Echo gestört hat, war der Fakt, dass „Alexa“ – so nennt sich in den meisten Fällen der Assistent – nur auf jede dritte Frage eine Antwort wusste. Echo greift hierbei auf bekannte vordefinierte Entitäten zu. Datenbanken wie Wikipedia, die ehml. Freebase oder andere Sammlungen führen dazu, dass man zwar eine Antwort auf „Wer war Elvis Presley“ bekommt, aber der „Longtail“, also komplexe Fragestellungen bleiben, trotz hauseigener Suchtechnologie, leider sehr oft unbeantwortet.

Dabei sollten Gerätehersteller wie Amazon wissen, dass der Erfolg darin liegt, die Vielfalt der Anfragen zu beantworten. Google wurde erfolgreich, weil Sie den back-fill der damalige Yahoo-Suche anliefern durften – die großen Gattungsbegriffe wurden durch das Yahoo Verzeichnis beantwortet, der Rest von Google. Schnell merkte man, dass dieser „Rest“ in der Summe wesentlich umfangreicher war, als die wenigen bekannten Gattungsbegriffe. Eine Ergebnisseite für „Valentinstag“ zu erschaffen ist einfacher als eine Antwort auf die Frage „Welche Geschenkideen gibt es zum Valentinstag für meine vierzehnjährige Cousine“ korrekt zu beantworten. Hier kommt der Punkt, an dem Google mit Google Home seinen Vorteil der Suche ausspielt – komplexe Fragestellungen werden wesentliche besser via Google Home beantwortet – weil Google seine robuste Suchtechnologie zur Beantwortung nutzt und die letzten Jahre sehr viel Zeit in die Erkennung und Interpretation der Suchanfragen investiert hat. Hummigbird – war hierbei wohl der bedeutendste Startschuss.

Doch einen Ass hat Echo noch im Ärmel – die Skills. Skills sind kleine Addons, welche Echo „schlauer“ machen können. Mit den Skills lassen sich mit einem überschaubaren Aufwand auch externe Datenbank per Sprachsuche ansteuern. Wenn das geht – warum nicht auch Google via Echo ansteuern? Nunja, Echo hat einen Integrationsdeal mit Bing und Yelp, nicht mit Google – demnach dürften wir lange darauf warten bis ein genehmigtes Google Skill für Alexa Echo erscheint. Im Netz kursiert aktuell eine Anleitung wie man Alexa Echo zum googeln bekommt und damit die Power von Google und die Services von Amazon gleichermaßen nutzen kann:

„Venix“ erklärt in dem Video wie man den inoffiziellen Google Skill, welcher hier von „tartanguru“ für private Zwecke veröffentlicht wurde, genutzt werden kann. In der Readme des Entwicklers wird erwähnt, dass der Skill nicht von Amazon freigeschaltet wird – „aus Gründen“. Er schreibt: „DO NOT SUBMIT THIS TO AMAZON FOR CERTIFICATION AS IT WON’T PASS!„.

Wenn man dem Tutorial folgt – kann derjenige, der dem Tutorial folgen kann, den Skill für sich privat testen & nutzen. Passt man den Code dazu noch ein klein wenig an… beantwortet Echo ab dann jede, wirklich jede, Frage zu der es ein Google-Suchergebnis gibt. Dies gibt einem dann einen realistischen Eindruck, wie Google Home (aktuell noch nicht in Deutschland erhältlich) und andere zukünftige Sprachassistenten – den Wissensdurst im Alltag stillen werden. Nach vier Wochen fragt meine Fünfjährige, die weder richtig lesen und schreiben kann, Alexa bereits „Löcher ins Gehäuse“, unglaublich – game changing – auch für alle SEOs.

Welche Erfahrung habt Ihr mit der Sprachsuche bislang gemacht?

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Kommentare zu Sprachsuche – ein neues Level dank Amazon Echo und Google Home:

  1. Stefan Emrich Website sagt:

    Danke für den Beitrag! Sehr lesenswert. Ich finde es auch wahnsinn wie schnell die Technik voranschreitet. Grüße 🙂

  2. Rainer Ostendorf Website sagt:

    Das Echo von Amazon biete ich seit letzter Woche in meinem Galerie Shop an. Diese ewige Tipperei geht mir manmal auf die Nerven. Bin gespannt, wie das Angebot ankommt.
    Schöne Grüsse aus der Freidenker Galerie

  3. Michael sagt:

    Es ist schon wahnsinn in welchen Tempo sich die Technik entwickelt. Geht es auf dem Level weiter, haben wir in 10 Jahren den fliegenden De Lorean und den Flux Kompensator. Nein im Ernst, ich denke das das solche Dinge in Zukunft absolut unabdingabr sein werden und es ohne nicht mehr gehen wird.

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