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Google: Warum rankt alter Content besser als neuer Content?

SEO  |  Nils Buske  |  , 12:47 Uhr  |  7 Kommentare

Google liebt frische Inhalte – manchmal. Nicht selten kommt es vor, dass es neuer Content einfach nicht schafft, den jahrzehntealten Platzhirsch-Content im Ranking zu übertreffen. Sofort denkt man an folgende Erklärungsmuster: das Sammeln von „Trust“ und Backlinks über die Zeit und das Alter der Webseite werde dafür verantwortlich sein. John Mueller offenbart im Webmaster Hangout weitere Informationen dazu.

alter-content

Man könnte meinen, dass Seiten die noch auf HTTP laufen, sich nicht um „Freshness“ bemühen – schließlich haben Sie noch nicht auf HTTPS gewechselt. Trotzdem ranken einige HTTP-Seiten besser als HTTPS-Seiten. In diesem Zusammenhang bezeichnet John Mueller den HTTPS-Rankingfaktor als „soft ranking factor. A really small ranking factor.“. Demnach hat das Internetprotokoll nur einen geringen Effekt auf das Ranking.

Entscheidend ist zudem, um welche Art Content es sich handelt. Evergreen-Content, also Inhalte, die sich in Zukunft nicht wesentlich verändern werden (Ratgeber-Themen, Geschichtsfakten, Lexikoneinträge) sind robuster gegen „Outranken durch frische Inhalte“.

Unfair wird es, wenn sich Evergreen-Themen durch neue inhaltliche Aspekte evolvieren, z.B. durch Forschung oder Entdeckungen, und der bisherige Top-1-Evergreen-Artikel diese neuen Aspekte nicht aufgreift. Es kann dann sein, dass Google den alten Artikel weiterhin präferiert, obwohl ein neu publizierter Artikel alle Inhalte des Alten plus die neuen Aspekte beinhaltet.

Das lässt sich wohl dadurch erklären, da „these pages just have built up so much kind of trust and links and all of the kind of other signals over the years where like well it seems like a good reference page.„, so Mueller. Weiter fügt er an: „So I think long term we would probably pick that up. But it might take a while.„. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis Google versteht, dass der neue Artikel relevanter ist als die bis dato anerkannte Referenzseite. Diese Phase der Neubewertung kann sich jedoch über einen längeren Zeitraum hinziehen. Gründe für das Hinauszögern sind u.a. die vielen Backlinks, die der alte Artikel (Referenzseite) über die Zeit gesammelt hat. Natürlich meint Google mit dem Wort „Trust“ etwas anderes als die hiesigen Trust-Metriken zahlreicher Backlink-Checker.

Google braucht eine gewisse Zeit, um das Ranking anzupassen, da die bisherige Evergreen-Seite über die Zeit anscheinend alles richtig gemacht hat. Nicht umsonst hat sie doch in der Vergangenheit so viele Backlinks eingeheimst?: 

It feels more like we just have so many signals associated with these pages. And it’s not that, like if they were to change, they would disappear from rankings.

It’s more well, they’ve been around, they’re not doing things clearly wrong for as long a time. And maybe people are still referring to them, still linking to them. And maybe they’re kind of misled in linking to them because they don’t realize that actually the web has moved on.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass alter Content dann besser ranken kann als neuer Content, wenn der alte Artikel den Evergreen-Content zuerst allumfassend behandelt hat. Der HTTPS-Rankingfaktor spielt dabei nur eine sehr kleine Rolle. Ebenfalls entscheidend in diesem Zusammenhang sind die zurzeit heiß diskutierten Backlinks, die die alte Webseite über die Zeit gesammelt hat.

Es empfiehlt sich das Bestreben selbst Evergreen-Content zu kreieren, indem man entweder alte Artikel updatet, anstatt ein Thema auf x-tausend URLs zu verteilen. Alternativ kann man das Thema natürlich von Anfang an gleich holistisch angehen. Dadurch verbessern sich die Chancen, High-Performance-Content-Formate abzuliefern.

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Kommentare zu Google: Warum rankt alter Content besser als neuer Content?:

  1. Sven says:

    Hallo Nils,

    manchmal erschreckend, wie gut ziemlich schlechte, aber eben alte Seiten ranken. Es ist teilweise zum Haare raufen. Aber es nützt ja nichts. Auch dank deines Artikels bleibt es bei der Devise: der stete Tropfen….

    Eines schönen Tages merkt hoffentlich auch die Suchmaschine, dass alt eben doch nicht immer gut ist.
    Grüße
    Sven

  2. Stephen says:

    Hallo Nils,

    dann hab ich die Lösung für mein derzeitiges Problem schon fast gelöst. Vielen Dank für die Aufklärung. An den Big Playern meiner Branche und deren altem Content, da beiße ich mir regelrecht die Zähne aus.

    Herzliche Grüße
    Stephen

  3. Christoph Neumeier says:

    Sehr schöner Artikel. Mir fällt gerade in letzter Zeit auf, dass sehr viele Blogger ihre Artikel (egal welches Thema) „updaten“ und aktualisieren. Bin gespannt wo die Reise hingeht :)

  4. Marvin says:

    Hallo Nils,

    sehr aufschlussreicher Bericht von dir, wirklich super. Wir als Online Marketing Agentur haben auch schon oft die Erfahrung gemacht, dass neuer Content nicht an den 5 Jahre alten Google Platzhirschen vorbeikommt. Wir nehmen an, so wie du es schon im Artikel erwähnt hast, dass Backlinks UND „Evergreen Content“ hier die letzten 10-15 Meter im Ranking ausmachen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass gut gesetzte Backlinks immer noch von Google belohnt werden (im Ranking). Fazit: Fokus auf guten Content (Mehrwert) und saubere Backlinks!

    Alles Gute,

    Marvin

    • Nils Buske says:

      Hallo Marvin,

      freut mich, dass dir der Bericht gefällt.

      Generell herrscht bei der Veröffentlichung von Content, neben der Bestätigung durch Backlinks, wohl das Prinzip „First Come, First Serve“ – das ist mit Hilfe des first-seen-dates/ Crawldatums für Google leicht herauszufinden. Möchte man dennoch den Platzhirschcontent im Ranking übertreffen, dann sollte man vor allem auf Content-Updates setzen, um bei Google neue Synapsen freizuschalten. Das ist bei manchen Themen, wie z.B. „wie koche ich ein Ei“, natürlich nicht immer möglich, da das Informationsangebot bereits vollends ausgeschöpft worden ist. Aber Content ist ja nicht nur Text.

      In Zeiten der Content Inflation scheinen Backlinks ein probates Mittel zu sein.

      Beste Grüße

      Nils

  5. Ahrefs Studie: wirkt sich reziproker Linktausch negativ auf SEO aus? - SEO-united.de Blog says:

    […] Wichtig zu wissen ist, dass man keinem logischen Fehlschluss unterliegen sollte: Korrelation ≠ Kausalität. Man könne nicht sagen, dass Domains die auf reziproke Links verzichten besser ranken als Domains die ebendiese „verwenden“. Genau so wenig kann diese Studie belegen, dass sich die Domains, die in den Top 10 ranken, nicht durch frühere reziproke Links ihren Weg nach oben gebahnt haben und in Folge dieser zunehmenden Popularität immer mehr Aufmerksamkeit und Backlinks eingeheimst haben. Das ist übrigens der Grund, warum alter Content teilweise besser rankt als neuer, relevanterer Content. […]

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